alpha Uni Ärztin oder Arzt werden, um Menschen zu heilen

Von: Christian Wurzer

Stand: 09.11.2021

Ärztin oder Arzt zu sein, das ist kein Job, das ist Berufung. Du musst Menschen helfen wollen, sie heilen können und oft auch deren Leben retten. Du musst Diagnosen stellen und Patient:innen behandeln, damit sie gesund werden. Wenn du das willst, ist Ärztin oder Arzt der richtige Beruf für dich.

Mareike Lepenies arbeitet als Assistenzärztin in der Neurochirurgie des Klinikums Bogenhausen in München. In ihrer 24-Stunden-Schicht als Assistenzärztin in der Neurochirurgie hat sie große Verantwortung. Manchmal geht es sogar um Leben und Tod. | Bild: BR

Zulassung zum Beruf Ärztin oder Arzt

Ärztinnen und Ärzte haben Medizin studiert. Das Studium dauert zwischen 12 und 13 Semester. Die Dauer des Studiums ist anhängig von der Universität, an der du studierst. Das Studium ist in drei Phasen gegliedert: Das Vorklinikum, das Klinikum und das praktische Jahr. Nach dem praktischen Jahr - dem sogenannten PJ - des Studiums musst du die zweite medizinische Prüfung, das 2. Staatsexamen, wie es auch genannt wird, bestehen. Dann erhältst du deine Approbation, deine Berufszulassung als Ärztin/Arzt. Ab dann darfst du die Berufsbezeichnung „Ärztin/Arzt” führen.

Um den Titel Doktor führen zu können, musst du eine medizinische Promotion vorweisen. Deine Karriere beginnst du mit deiner Facharztausbildung, zu der du als Assistenzarzt oder -ärztin in einer Klinik oder Praxis arbeitest. Währenddessen spezialisierst du dich auf ein Fachgebiet.

Mareike ist Assistenzärztin in der Neurochirurgie des Klinikums Bogenhausen in München. Einblicke

Skills und Fähigkeiten für den Beruf Ärztin oder Arzt

  • Verantwortungsbewusstsein
  • Belastbarkeit
  • Willen mit Menschen zu arbeiten
  • Empathie
  • Flexibilität
  • Sorgfältige Arbeitsweise in allen Dingen
  • Naturwissenschaftliches Verständnis

Karriere

Deine Karriere als Ärztin oder Arzt baut auf deine Weiterentwicklung und Spezialisierung in den Fachgebieten, in denen du arbeitest. Hier einige Beispiele:

Innere Medizin: Internistinnen und Internisten beschäftigen sich mit Krankheiten der inneren Organe und deren Diagnose. Hier gibt es wiederum Spezialisierungsmöglichkeiten, zum Beispiel:  

  • Gefäßerkrankungen (Angiologie)
  • Stoffwechsel und Hormone (Endokrinologie/Diabetologie)
  • Verdauungsorgane (Gastroenterologie)
  • Blut und blutbildende Organe (Hämatologie/Onkologie)
  • Herz und Kreislauf (Kardiologie)
  • Niere und ableitende Harnwege (Nephrologie)
  • Atmungsorgane (Pneumologie)
  • Knochengerüst und Bindegewebe (Rheumatologie)

Allgemeinmedizin: Allgemeinmediziner:innen arbeiten meist als Hausarzt/-ärztin. Viele spezialisieren sich weiter in einem der Spezialisierungsmöglichkeiten aus anderen Fachbereichen oder auch in alternativen Heilmethoden wie Homöopathie.

Chirurgie: Chirurginnen und Chirurgen erkennen chirurgische Erkrankungen, beugen vor, können sie aber auch operative behandeln. Nachher kümmern sie sich um die Rehabilitation. Auch hier kannst du dich für unterschiedliche Bereiche spezialisieren. Zum Beispiel:

  • Allgemeine Chirurgie
  • Gefäßchirurgie
  • Unfallchirurgie und Orthopädie
  • Thoraxchirurgie, hier geht es um den Lungen- und Brustraum
  • Viszeralchirurgie, hier geht es um den Bauchraum. Dazu gehören Darm, Leber, Bauchspeicheldrüse, Speiseröhre, Magen und Galle
  • Plastische Chirurgie
  • Kinderchirurgie
  • Herzchirurgie

Anästhesiologie: Anästhesistinnen und Anästhesisten sind dafür verantwortlich, dass bei medizinischen Eingriffen die Patient:innen schmerzfrei bleiben. Sie arbeiten aber auch in der Intensivmedizin, der Notfallmedizin, der Schmerztherapie und der Palliativmedizin.

Gehälter variieren

In Kliniken sind die Gehälter bundesweit tariflich geregelt. Hier entscheiden deine Stellung und deine Erfahrung über die Höhe deines Einkommens. Als niedergelassener Arzt oder Ärztin in einer Praxis hängt dein Verdienst von mehreren Faktoren ab. Zum Beispiel: Fachbereich, Größe der Praxis, dem Einzugsgebiet, aber auch, welchen Ruf du bei deinen Patienten genießt und was sie dir zutrauen.

Zunächst startest du als Assistenzarzt/-ärztin mit einer monatlichen Bezahlung von etwa 4.840 € brutto. In dieser Zeit absolvierst du deine Ausbildung zum/r Facharzt/-Fachärztin. Nach fünf bis sechs Jahren der Weiterbildung kannst du dann in die Entgeltgruppe des Facharzt/-ärztin wechseln. Als Facharzt/-ärztin steigst du mit etwa 6.390 € brutto pro Monat ein.

In einem Krankenhaus bieten sich Karrieremöglichkeiten, die sich bezahlt machen. Auf der Stelle eines Ober- oder Chefarztes oder einer Ober- oder Chefärztin kannst du im Monat zwischen 10.000 € und 16.600 € brutto verdienen. Als Hausarzt sind noch höhere Verdienste bis zu 19.000 € brutto möglich.

Im öffentlichen Dienst, etwa bei einem Blutspendezentrum oder in der Forschung, variiert dein Verdienst. Am meisten zahlt der öffentliche Dienst in Hessen mit 7.280 € brutto monatlich.

Quelle: Studycheck

Berufschancen stehen gut - vor allem auf dem Land

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der behandelnden Ärzte und Ärztinnen bis auf etwa 380.000 angestiegen. Dennoch liest man in der Presse oft von einem Mangel an Ärztinnen und Ärzten. Die beruflichen Aussichten für Ärzte/Ärztinnen sind weiterhin sehr gut. Das gilt insbesondere für Ärzte und Ärztinnen, die sich auf dem Land niederlassen wollen, da viele junge Berufsanfänger:innen in der Stadt bleiben wollen.

Arzt/Ärztin sein heißt: Fasziniert vom Menschen zu sein

Mareike Lepenies arbeitet als Assistenzärztin in der Neurochirurgie des Klinikums Bogenhausen in München. In ihrer 24-Stunden-Schicht als Assistenzärztin in der Neurochirurgie hat sie große Verantwortung. Manchmal geht es sogar um Leben und Tod. | Bild: Lukas Hellbrügge BR

"Also ich wollte unbedingt Medizin studieren, weil ich den Umgang mit Menschen so schön fand. Ich fand es spannend. Ich fand, es war jeden Tag irgendwie was Neues. Man kannte das natürlich irgendwie, vielleicht aus dem Fernsehen, aus Praktika, aber an sich hat sich immer dieser Beruf als Arzt als super spannend und interessant für mich dargestellt, ohne dass ich jetzt z.B. Biologie-Leistungskurs gehabt hätte. Und Neurochirurgie fand ich schon immer faszinierend bei der Neuroanatomie, also diese ganzen neurologischen Strukturen. Das Gehirn fand ich da super spannend. Und dann hat sich das ganz gut gefügt, dass ich die Praktika in der Neurochirurgie beziehungsweise Neurologie auch super interessant fand und Operieren wollte ich eben auch gerne. Dann blieben nicht so viele Optionen."

Mareike Lepenies, Assistenzärztin in der Neurochirurgie des Klinikums Bogenhausen in München

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