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Infekte behandeln Noro-Virus-Infekt: abwarten und Tee trinken

Wer sich mit dem Noro-Virus angesteckt hat, kann buchstäblich nur abwarten und Tee trinken, denn es gibt derzeit kein Medikament zur Behandlung der Erkrankung. Aber nach 12 bis 60 Stunden ist der Spuk meist wieder vorüber.

Stand: 14.12.2018

Frauengesicht mit Teetasse | Bild: colourbox.com

Das Gefährliche an einer Infektion mit dem Noro-Virus oder anderer Arten von Magen-Darm-Erkrankungen ist der Flüssigkeitsverlust. Besonders Kleinkinder und ältere Menschen trocknen sehr schnell aus - im Extremfall so sehr, dass sie im Krankenhaus an den Tropf müssen. Bei diesen Patienten sollte man sich frühstmöglich mit einem Arzt beraten.

Trotz Brechreiz trinken!

Leider gibt es weder Medikament noch Impfung gegen das Noro-Virus.

Für alle Erkrankten ist es wichtig, trotz des Brechreizes zu trinken - Wasser ohne Kohlensäure, Kräutertee oder Elektrolyt-Lösungen. Das ist - bis auf verstärkte Hygiene und Bettruhe - auch das Einzige, was man tun kann. Hat man Erbrechen und Durchfall hinter sich, kann man nach und nach wieder anfangen zu essen - klare Suppen, Haferschleim, Zwieback, Toast. Wichtig: Erst mal keine Süßigkeiten und nichts Fettes essen.

Schlechte Nachricht: Das Noro-Virus kann man wieder bekommen

Penible Hygiene schützt am besten vor einer Ansteckung mit dem Noro-Virus.

Nach Schätzungen von Experten wird etwa ein Drittel der akuten Magen-Darm-Erkrankungen bei Kindern von Noro-Viren ausgelöst. Bei Erwachsenen sind die Noro-Viren sogar für rund die Hälfte der akuten Magen-Darm-Erkrankungen verantwortlich. Besonders häufig erkranken Kinder unter fünf Jahren und Senioren über 70 Jahren. Gegen das Noro-Virus scheint der Mensch höchstens vorübergehend Antikörper zu bilden - man kann sich also nach einiger Zeit wieder anstecken. Besondere Hygiene ist deswegen selbst dann noch wichtig, wenn das Schlimmste überstanden ist. Das heißt, nicht nur im eigenen Haushalt auf Hygiene achten, sondern sich auch sonst oft gründlich die Hände waschen. Das bietet einen gewissen Schutz, meinen die Experten.

Hintergrund: Antikörper schützen nur wenige Wochen lang

Es gibt aus verschiedenen Quellen Hinweise, dass Antikörper (AK) gegen das Noro-Virus zumindest einige Monate vor einer Reinfektion mit diesem Virus schützen. Zumindest war es in Versuchen nicht möglich, Freiwillige innerhalb von 6 - 14 Wochen nach Erstinfektion mit einem Noro-Virus zu infizieren.

Quelle: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Kein Impfstoff gegen das Noro-Virus

Wie das Grippe-Virus ist auch das Noro-Virus äußerst wandlungsfähig, sodass es keine Impfung dagegen gibt. Die Entwicklung eines Impfstoffs wäre ein großer Schritt, die jährlichen Noro-Virus-Wellen einzudämmen. Doch da ist noch kein Land in Sicht. Zum einen lassen sich die Viren im Labor nicht kultivieren, zum anderen ist das Wissen über die Dauer der Immunität nach einer Erkrankung nicht ausreichend. Zudem gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Virusstämme, so die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten, DGVS.

"Es gibt bereits einige klinische Studien und Entwicklungen mit entsprechenden Impfstoffen, doch es wird noch Jahre dauern, bis ein Wirkstoff entwickelt sein wird, der für eine breite Anwendung geeignet ist. Bereits vor Jahren wurden entsprechende Schluckimpfungen oder Impfungen in Form von Injektionen getestet. Doch in den ersten Studien erkrankten trotzdem noch 40 Prozent der Teilnehmer an einem Noro-Virus."

Dr. Klaus Korn, Virologisches Institut der Uniklinik Erlangen


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