alpha Uni Biologie studieren: von der Pflanzenzelle bis zum ganzen Ökosystem

Von: Susanne Bauer-Schramm

Stand: 12.01.2022

Julia studiert an der TUM School of Life Sciences in München im dritten Mastersemester Biologie, eines der beliebtesten naturwissenschaftlichen Studienfächer. Als allumfassendes Studium gehört Pflanzenzellen zu verstehen genauso dazu wie ein komplettes Ökosystem zu durchschauen.

Biologie studieren | Bild: BR

Zulassungsvoraussetzungen: Abitur

Oft NC zwischen 2,3 und 2,5, aber nicht an allen Unis

Biologie kannst du nur an Universitäten studieren. Das Biologiestudium ist sehr beliebt. Viele Hochschulen setzen bei der Auswahl der Studierenden auf einen Numerus Clausus (NC). Deine Abiturnote entscheidet also darüber, ob du einen Studienplatz bekommst. Zusätzlich gibt es an manchen Fakultäten auch Eignungsfeststellungsverfahren zur Überprüfung deiner naturwissenschaftlichen Begabung.

Fachabitur nur bei spezialisierten Studiengängen

Fachhochschulen bieten kein klassisches Biologiestudium an. Hier musst du dich von Anfang an spezialisieren. Biomedizin, Biotechnologie oder auch Bioanalytik werden zum Beispiel an Fachhochschulen angeboten.

Biologie studieren: Tiere sezieren und Pflanzen verstehen lernen

Studienhinhalte: vom großen Ganzen bis ins Detail

Kurz zusammengefasst erforschst du das Leben auf der Erde, wie die Natur aufgebaut ist und wie Leben funktioniert: vom Einzeller bis zum Blauwal, dem größten Tier der Welt. Während deines Studiums experimentierst du in Labors, nimmst an Vorlesungen und Übungen teil und trägst deine Ergebnisse in wissenschaftlichen Abhandlungen zusammen.

Am Anfang des Biologiestudiums, im Bachelor, geht es vor allem um die Vermittlung der Grundlagen. Chemie, Physik und Mathematik sind ein zentraler Bestandteil. Hinzu kommen erste Kurse in unterschiedlichen biologischen Fachbereichen. Biologie zählt zu den abwechslungsreichsten Naturwissenschaften. Je nach Hochschule und Studiengang findest du in etwa diese Themen:

  • Biochemie
  • Biomechanik und Bionik
  • Botanik
  • Evolutionsökologie
  • Genetik
  • Geobotanik
  • Molekulare Pflanzenphysiologie
  • Neurobiologie
  • Organische Chemie
  • Pflanzenbiotechnologie
  • Pflanzenmorphologie
  • Physikalische Chemie
  • Physiologie
  • Synthetische Biologie
  • Tier- und Neurophysiologie
  • Zoologie


Hast du dich erstmal entschieden, was dich später im Beruf interessieren könnte, kannst du dich mit einzelnen Fachrichtungen intensiver beschäftigen. Immunologie und Mikrobiologie sind zum Beispiel favorisierte Vertiefungsfächer.

Im anschließenden Masterstudiengang kannst du dich weiter spezialisieren. Hier eine Auswahl der Studiengänge:

  • Bioinformatik
  • Evolutionsbiologie
  • Gentechnik
  • Meeresbiologie
  • Ökologie
  • Zellbiologie
  • Zell- und Entwicklungsbiologie


Zu Biologie verwandte Studiengänge sind unter anderem:

  • Biogeowissenschaften
  • Chemische Biologie
  • Lebenswissenschaften
  • Evolution, Ecology und Systematics
  • Naturschutzbiologie
  • Molekulare Lebenswissenschaften


Laut Studycheck gibt es für das Fach Biologie 185 Studiengänge an 63 Hochschulen.

Studiendauer: je nach Karrierewunsch

Den Bachelor of Science (B.Sc.) bekommst du in einer Regelstudienzeit von etwa 6 Semestern. Studienbeginn ist meist im Wintersemester. Im Bachelorstudium besuchst du Vorlesungen, Übungen und Seminare. Daneben machst du Praktika und führst Experimente und Laboruntersuchungen durch.

Nach den ersten Semestern sind Forschungsprojekte zusammen mit Studienkollegen und -kolleginnen und Exkursionen Teil deines Studiums. Hier lernst du deine Professoren bzw. Professorinnen besser kennen. Auch Unternehmenspraktika sind vorgesehen, die einen Einstieg in den Beruf erleichtern. Thematisch gegliederte Module, die du mit Klausuren und Hausarbeiten abschließt, erleichtern dir den Weg durch das Studium. Du bekommst Credit Points, die du zur Anmeldung deiner Bachelorarbeit vorlegen musst. Deine Bachelorarbeit schreibst du dann im letzten Semester, entweder über eine theoretische Fragestellung oder über ein eigenständiges Forschungsprojekt.

Den Master of Science (M. Sc.) machst du auch mit Modulen. Hier vertiefst du dein Grundwissen aus dem Bachelorstudium und spezialisierst dich. Die letzte Prüfungsleistung vor dem Erwerb des Master of Science (M.Sc.) ist die Masterarbeit.

Um in Forschung und Lehre zu arbeiten, musst du in der Regel noch ein Promotionsstudium absolvieren.

Weg zum Lehramt für Biologie

Wenn du Biologielehrer:in werden willst, kannst du dein Studium mit dem Staatsexamen abschließen. Neben dem Staatsexamen gibt es auch den Weg über den Bachelor of Education (B.Ed.) und den Master of Education (M.Ed.) eine Tätigkeit als Lehrer:in anzugehen.

Skills: Tierversuche inklusive

Tierversuche und Sezierkurse gehören zum Biologiestudium. Falls du damit Probleme hast und das nicht mit deinen ethischen Vorstellungen zusammenpasst, bist du besser in anderen naturwissenschaftlichen Fächern aufgehoben.

Mathematik, Physik und Chemie sollten eher zu deinen Lieblingsfächern zählen. Dann fällt das Studium leichter. Zumindest sollten Grundkenntnisse vorhanden sein. Darüber hinaus sind diese Skills entscheidend:

  • Genauigkeit
  • Disziplin
  • analytisches Denkvermögen
  • Technikverständnis
  • Geduld am Mikroskop
  • gute Englischkenntnisse zum Lesen der Fachliteratur

Biologie studieren heißt auch: Tiere zu sezieren

Julia, Studentin der Biologie im 3. Master-Semester an der TUM School of Life Sciences | Bild: BR

"Im Biologiestudium sollte man schon relativ tolerant sein, was Sachen angeht, die jetzt nicht so schön anzusehen sind. Wenn man zum Beispiel ein medizinisches Video anschaut, dann sollte man sich auf jeden Fall nicht vor Bildern von offenen Wunden, Fehlbildungen oder Tumoren gruseln. Außerdem gehört zum Biologie-Grundstudium dazu, dass man auch Tiere seziert. Ich muss sagen, da hatte ich am Anfang ziemlich Respekt davor und es hat Überwindung gekostet. Aber letztendlich, wenn man dann alles so strukturiert offenlegt und die Organe innen sieht, ist das eigentlich schon cool."

 Julia, Studentin der Biologie im 3. Master-Semester an der TUM School of Life Sciences

Beruf und Karriere: mit Promotion noch bessere Chancen

Die Bewerbungsphase kann bei Biologen und Biologinnen länger dauern. Selbst mit Doktortitel ist es nicht ganz einfach, einen adäquaten Job zu finden. Nach dem Bachelor direkt in den Beruf zu gehen, heißt, fast nur Positionen in Labors zu bekommen, bei denen man zuarbeitet. Das Gehalt ist hier sehr überschaubar. Promovierst du nach dem Master, hast du gute Chancen in Forschung und Lehre eine Stelle zu finden. Auch Führungspositionen in internationalen Unternehmen sind mit Doktortitel zu bekommen.

Außerdem haben Biologen und Biologinnen Möglichkeiten, im Umweltschutz oder im Wissenschaftsjournalismus tätig zu sein.

Für Biologen potenzielle Arbeitgeber:innen sind:

  • Botanische Gärten
  • Zoos
  • Naturkundemuseen
  • Öffentliche Behörden
  • Pharmabranche
  • Lebensmittelindustrie


Spezialistinnen und Spezialisten in einem der folgenden Fachbereiche sind gerade besonders gefragt:

  • Biochemie
  • Mikrobiologie
  • Genetik
  • Molekularbiologie


Nach dem Biologiestudium mit Masterabschluss liegt das Einstiegsgehalt durchschnittlich bei 4.800 € brutto im Monat. Vor allem in Großunternehmen erhöht sich das Gehalt mit den Jahren der Berufserfahrung. Hier ist die Gehaltsgrenze nach oben hin offen. Gute Chancen auf einen Spitzenverdienst hast du als Biochemiker in einem internationalen Pharmakonzern oder in der Lebensmittelindustrie.

Quelle: Studycheck

Viele Unternehmen setzen einen Doktortitel für eine Einstellung voraus. Eine Doktorarbeit zeigt Personalern und Personalerinnen, dass Bewerber:innen selbständig Analysen und Versuchsreihen entwickeln können. Oft bringen promovierte Arbeitnehmer:innen noch dazu internationale Erfahrungen mit ins Unternehmen. Hier sind Brutto-Jahresgehälter von 70.000 Euro und mehr selbstverständlich. Und es gilt: Je größer das Unternehmen ist, desto höher sind die Verdienstmöglichkeiten.

Quelle: Academics/Gehalt.de

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