ARD alpha Uni Unternehmensberater bei der BCG

Author: Susanne Bauer-Schramm

Published at: 7-7-2023

Mit einem Studium in BWL kannst du richtig Karriere machen. Maximilian ist Unternehmensberater in der Boston Consulting Group, einer der weltweit führenden Unternehmens- und Strategieberatungen. 12-Stunden-Tage sind hier oft die Regel. Dafür verkehrt er mit den CEOs auf Augenhöhe.

Maximilian Krebs, Berater Boston Consulting Group | Bild: BR

Voraussetzung Master in BWL, Consulting sehr empfehlenswert

Ein Master in Betriebswirtschaftslehre, in Consulting oder in einem anderen Studiengang mit wirtschaftswissenschaftlichem Schwerpunkt ist fast schon Voraussetzung, um als Unternehmensberater:in arbeiten zu können. Dadurch, dass du im BWL-Studium Einblicke in Finanzierungs- und Rechnungswesen, in Produktionsabläufe von Unternehmen inklusive Lieferkettenmanagement, Marketing, Statistik, Personalwesen, aber auch in Volkswirtschaft, Wirtschaftsmathematik und Rechtswissenschaften bekommst, hast du das Handwerkszeug, um Firmen aus unterschiedlichsten Branchen konzeptionell zur Seite zu stehen.

Manchmal suchen Unternehmensberatungen aber auch Absolventen bzw. Absolventinnen aus anderen Fachbereichen. Je nach Branche, in der eine Unternehmensberatung tätig ist, können neben BWLern/BWLerinnen und Juristen/Juristinnen auch Naturwissenschaftler:innen, Medziner:innen oder Geisteswissenschaftler:innen als Berater: in bzw. Consultant arbeiten. Voraussetzung bei allen Abschlüssen sind möglichst gute Noten und herausragende Kenntnisse der Branche und des Marktes, in denen du beratend tätig werden willst. Praktika sowie zusätzliche Qualifikationen und auch eine Promotion machen den Einstieg noch leichter. Und du brauchst in der Bewerbungsphase Glück und Geduld. Der Job ist sehr begehrt.

als Senior Analyst Präsentation seiner Learnings im BCG-Team

Skills neben analytischem Denken, Wirtschaftsenglisch fließend

  • Belastbarkeit
  • analytische Fähigkeiten
  • Organisationstalent in Form von Multi-Talent
  • Flexibilität inklusive Leben aus dem Koffer, weil oft vor Ort beim Kunden
  • sehr gute Englischkenntnisse, fast 100% Arbeitssprache
  • wirtschaftliches Denken
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Durchhaltevermögen

Unternehmensberater:innen müssen keine Selbstdarsteller:innen sein

Maximilian Krebs, Berater Boston Consulting Group | Bild: BR

"An der Unternehmensberatung haben mich zwei Sachen fasziniert: Auf der einen Seite die steile Lernkurve, also dass ich mich schnell weiter entwickeln wollte. Und auf der anderen Seite die Möglichkeit, immer wieder an neuen Themen, in neuen Industrien und mit neuen Menschen zu arbeiten. Das Ganze noch verbunden mit der Möglichkeit, dass man viel Reisen kann, was ich sehr gerne mache. Ich denke, es ist ein Klischee, dass man als Berater ein Anzug tragender Selbstdarsteller sein muss. Ganz im Gegenteil: Wir haben ganz verschiedene Typen von Beratern – von eher introvertierten, datengetriebenen Analysten bis hin zu Leuten, die extrovertiert und outgoing sind. Verschiedene Typen von Menschen bringen auch verschiedenen Input in ein Projekt mit ein."

Maximilian Krebs, Berater Boston Consulting Group

Beruf und Karriere Unternehmensberater:in

In Deutschland ist der Begriff Unternehmensberater genauso wenig geschützt wie der des Fotografen. Es gibt keine gesetzliche Definition für das Berufsbild wie zum Beispiel beim Arzt oder Richter. So kann sich erstmal jede:r Unternehmensberater:in nennen. Berufsverbände wie der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) haben aber eigene Richtlinien für das Berufsbild entwickelt: Analyse und Optimierung der Geschäftsabläufe eines Unternehmens mit einer anschließenden Beratung der Unternehmen in allen betriebswirtschaftlichen Fragen sind die Haupttätigkeiten einer Unternehmensberatung mit Spezialisierungen wie:

  • Managementberatung
  • Personalberatung
  • IT-Consultig
  • Transaktionsberatung
  • Marktforschung
  • Beratung des Unternehmens bei Ingenieurleistungen


Zwei mögliche Karrierewege:

  • Berufserfahrung in einem Unternehmen sammeln, um später intensive  Praxiskenntnisse als Inhouse-Consultant (Berater:in direkt im Unternehmen) oder als externe:r Berater:in einzubringen.
  • Direkt nach dem Studium als Junior Berater:in in einer Unternehmensberatung durchstarten. Oder, weil die Bezeichnung Unternehmensberater:in nicht geschützt ist, sich gleich mit einer eigenen Agentur selbstständig machen (Schwierigkeit bei der Akquise ohne Stammkunden und Empfehlungen).


Um Prozesse zu optimieren, Produkte zu verbessern oder neue Märkte zu erschließen, nutzen immer mehr Firmen das Know-how von Unternehmensberaterungen und setzen so auf externe Impulse, die sie weiterbringen. Unternehmensberater:innen haben damit einen eher sicheren Job mit guten Aussichten. Egal ob in Krisen oder in Zeiten von Wirtschaftsbooms – sie können Kunden in allen wirtschaftlichen Lagen helfen.  

Gehalt überdurchschnittlich -nach oben keine Grenzen

Schon Berufseinsteiger:innen können mit einem überdurchschnittlichen Gehalt rechnen. Der Verdienst als Berufseinsteiger:in reicht von durchschnittlich rund 3.500 EUR im unteren Bereich bis rund 8.500 EUR monatlich. Du zahlst aber auch den Preis der wenigen Freizeit. Eine Arbeitswoche von 50 bis 60 oder sogar 70 bis 80 Wochenstunden ist eher die Regel als die Ausnahme. Wie überall gilt auch hier: Je größer die Beratungsgesellschaft ist, mit desto mehr Gehalt kannst du rechnen. Nach oben sind die Grenzen offen, besonders wenn du die Chance hast, Partner in einer gut laufenden Unternehmensberatung zu werden. Hier kannst du mit einem um ein Vielfaches höheren Verdienst rechnen.