ARD alpha Uni Germanist in einem Verlag

Author: Susanne Bauer-Schramm

Published at: 4-10-2022

Ingo arbeitet seit 2022 als Germanist im Hanser Verlag. Bücher um sich herum zu haben und dabei die Menschen zu treffen, die die Bücher schreiben und veröffentlichen, gefällt ihm sehr gut. Das hat sicher Traumjob-Potenzial.

Ingo arbeitet seit 2022 als Germanist im Hanser Verlag. Bücher um sich herum zu haben und dabei die Menschen zu treffen, die die Bücher schreiben und veröffentlichen, gefällt ihm sehr gut. Das hat sicher Traumjob-Potenzial. | Bild: BR/Stefan Dorner

Voraussetzungen für den Beruf im Verlag

Ein abgeschlossenes Studium in Germanistik oder auch in einem artverwandten, spezialisierten Studiengang wie Deutscher Literatur, Deutsche Philologie, Deutsche Sprache und Literatur oder Deutschsprachige Literatur ist sicher von Vorteil.

Den Studiengang Germanistik bieten ausschließlich Universitäten in Vollzeit, Teilzeit oder auch berufsbegleitend an. Laut Studycheck hast du 120 Studiengänge an 54 Universitäten zur Auswahl. Ein Fernstudium für Germanistik wird nur sehr vereinzelt  angeboten. Einen besonders guten Ruf hat die Uni Kassel aufgrund ihrer kompetenten Dozenten. Und die äußerst gut sortierten Bibliotheken der TU Braunschweig und der Ruhr Uni Bochum beeindrucken die Studierenden. (Quelle: Studycheck)

Bei der Bewerbung in einem Verlag für einen Posten in Presse und Öffentlichkeitsarbeit ist es üblich entweder mehrere Jahre Berufserfahrung zu haben oder ein Volontariat zu machen. In der Veranstaltungsabteilung wird zumeist auch ein Volontariat vorausgesetzt.

Ingo hat seinen Bachelor of Arts (B. A.) in Germanistik an der RWTH Aachen und danach an der Uni Köln seinen Master of Arts (M. A.) gemacht.  Er hat erstmal selbst viel geschrieben unter anderem auch Literaturkritiken für den Deutschlandfunk.

Diese Skills solltest du mitbringen:

  • Kommunikationsstärke
  • Zuverlässigkeit
  • Strukturiertheit
  • Flexibilität
  • Einfühlungsvermögen
  • Gutes Zeitmanagement
  • Belastbarkeit
  • Eigeninitiative

Berufsalltag Ingo als Germanist im Carl Hanser Verlag

ARD alpha Uni: Germanist · Volontär in einem Buchverlag

Karriere im Verlag

In der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit oder auch in der Veranstaltungsabteilung eines Verlages hast du auf jeden Fall mehr Chancen durchzustarten. Hier arbeitest du mit Zeitungen zusammen, dass Neuerscheinungen präsentiert werden, verschickst Bücher zum Rezensieren, persönliche Postkarten, vertrittst optimal den Verlag in der Presse, du verschaffst dir regelmäßig einen Überblick über Rezensionen der Verlagsveröffentlichungen, kündigst neue Titel im Verlagsprogramm an, erstellst Presseschauen, vermittelst zwischen Autorinnen und Autoren und interessierten Veranstaltungsorganisationen und schreibst Verträge. Du musst ein Organisationstalent sein, damit du den Verlag optimal nach außen vertrittst.

Der Traum vieler Germanistinnen und Germanisten, im Lektoriat, in dem du als Schnittstelle zwischen Verlag und Autor:in agierst, Autorinnen und Autoren persönlich betreust und inhaltlich am Text arbeitest, unterzukommen, stellt sich viel schwieriger dar. Hier gibt es sehr wenige Stellen.

Gehalt

Nach Abschluss eines Germanistikstudiums ist das Gehalt stark abhänig vom Beruf, von der Branche und von der Berufserfahrung. Als Lektor:in verdienst du im Schnitt zwischen 36.000 und 48.000 € brutto im Jahr, als Redakteur zwischen 40.000€ und 72.000 € brutto im Jahr.

Sofern Du Dich mehr für die Pressearbeit interessierst, erwarten Dich im Volontariat 12.000 € bis 18.000 € brutto im Jahr. Dein späteres Jahresgehalt beläuft sich dagegen auf 42.000 € bis 50.000 € brutto im Jahr. Hier kommt es immer auf die Größe des Unternehmens und die Berufserfahrung an. (Quelle: Entgeltatlas, Bundesagentur für Arbeit)

Germanist:innen im Verlag brauchen Organisationstalent und praktische Erfahrung

"Inhaltlich ist es natürlich gut, wenn man in einem Verlag arbeitet, gewisse Kenntnisse von Literatur zu haben, einfach weil es sonst im Gespräch schwierig wird, gerade mit Profis, die die Autoren sind. Praktisch ist die alltägliche Arbeit nichts, was ich jetzt im Studium unbedingt gelernt habe. E-Mails schreiben, Telefonieren oder Oragnisieren hat meiner Meinung nach nicht speziell mit Germanistik zu tun.  Im Studium geht es darum, dass man sich selbst organisieren und strukturieren kann.  Ich denke, dass ich eher durch die Praktika für das, was ich hier mache eine gute Vorbereitung hatte."

Ingo Eisenbeiß, seit 2022 im Hanser-Verlag für Presse und Öffentlichkeitsarbeit