ARD alpha Uni Raumfahrt-Thermalingenieur bei der Satellitenentwicklung

Von: Christian Wurzer

Stand: 20.07.2022

Thermalingenieur:innen sind die Spezialisten unter den Luft- und Raumfahrtingenieuren. Christopher entwickelt bei Airbus den Temperaturschutz für Satelliten. Er ist verantwortlich, dass Satelliten durch die Sonneneinstrahlung nicht verbrennen und auch der Kälte im All standhalten.

Thermalingenieur:innen sind die Spezialisten unter den Luft- und Raumfahrtingenieuren. Christopher entwickelt bei Airbus den Temperaturschutz für Satelliten. Er ist verantwortlich, dass Satelliten durch die Sonneneinstrahlung nicht verbrennen und auch der Kälte im All standhalten. | Bild: picture-alliance/dpa und BR

Zugangsvoraussetzungen

Ingenieurinnen und Ingenieure der Luft- und Raumfahrt haben ein Studium der Luft- und Raumfahrttechnik an einer Universität oder Hochschule absolviert und mindestens mit einem Bachelor abgeschlossen. An der Technischen Universität München heißt der Studiengang Aerospace. Manche Universitäten und Hochschulen haben ihren Schwerpunkt auf den Flugzeugbau, also auf die Luftfahrt gelegt und eröffnen so entsprechende Berufsfelder im Bereich des Flugzeugbaus, weniger im Bereich der Raumfahrt. Viele Ingenieurinnen und Ingenieure der Luft- und Raumfahrt haben darüber hinaus auch einen Masterabschluss abgelegt.

Ingenieur bei Airbus

Diese Skills und Fähigkeiten brauchst du für den Beruf

  • Analytisches Denken
  • Kreativität, Denken „out off the box“
  • Naturwissenschaftliches Verständnis
  • Technikverständnis
  • Sehr gute Englischkenntnisse
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein

Als Raumfahrtingenieur Satelliten zubauen ist „weniger Science-Fiction, sondern wirklich Reality“.

Thermalingenieur:innen sind die Spezialisten unter den Luft- und Raumfahrtingenieuren. Christopher entwickelt bei Airbus den Temperaturschutz für Satelliten. Er ist verantwortlich, dass Satelliten durch die Sonneneinstrahlung nicht verbrennen und auch der Kälte im All standhalten. | Bild: BR

"Für jeden Raumfahrtingenieur ist es natürlich die Kirsche auf der Sahne, bei einem Start mitwirken zu können und das Gefühl, etwas im Weltraum fliegen zu sehen. Wir können die Satelliten dann tatsächlich von der Erde aus beobachten, wenn es schön dunkel ist. Nachts. Das Gefühl, diesen Satelliten fliegen zu sehen, den man selber berührt hat und Teil dieses Teams war, das den Satelliten am Boden zusammengebaut hat und getestet hat, ist natürlich ein sehr erhabenes Gefühl und weniger Science-Fiction, sondern wirklich Reality."

Christopher, Raumfahrt-Thermalingenieur bei der Entwicklung des Satelliten 'Sentinel 2C' von Airbus

Berufschancen und Karriere

Arbeitgeber für Absolventen des Studienganges der Luft- und Raumfahrtingenieure sind Unternehmen der nationalen und internationalen Luft- und Raumfahrtindustrie. Sie arbeiten zum Beispiel als Flugzeugingenieure in der Entwicklung, beim Bau und der Verbesserung von Flugzeugen. Sie erforschen und entwickeln neue Antriebstechniken, Baumaterialien und Technologien für neue Flugsysteme.

Bei Fluggesellschaften sind sie im Bereich der Qualitätssicherung tätig, in Wartungsbetrieben, der Zulieferindustrie oder bei Herstellern von Triebwerken oder Navigationssystemen.

Ingenieurinnen und Ingenieure der Raumfahrt arbeiten, entwickeln und bauen neue Raumfahrtsysteme. Viele arbeiten auch als Spezialisten für nur bestimmte Komponenten von Raumfahrzeugen, Raketen oder Satelliten, etwa die Sensorik zur Steuerung oder die Kommunikationstechnologie. Christopher zum Beispiel studierte Luft- und Raumfahrttechnik an der Universität in Stuttgart und ist zuständig für die Temperaturresistenz von Satelliten, die ins All gebracht werden sollen. Andere kümmern sich nur um die Stabilität der Triebwerke von Raketen, andere suchen neue Antriebsmöglichkeiten und Baumaterialien für Raumfahrzeugsysteme.

Auch Hochschulen und Universitäten sind Arbeitgeber, sowie Behörden. Mit einem Masterabschluss sind die Chancen gerade in diesen Bereichen auf der Karriereleiter weiter nach oben zu kommen größer. Das gilt auch für nationalen und internationale Institutionen der Luft- und Raumfahrt.

Als Flugzeugingenieur:in oder als Raumfahrtingenieur:in verdienst du gut.

Ingenieurinnen und Ingenieure der Luft- und Raumfahrt verdienen gut. Die Einstiegsgehälter liegen bei rund 5677 Euro Brutto im Monat. Spitzenverdienste liegen bei 6900 Euro Brutto und höher. Letztere sind aber im Gehaltsrechner der Bundesagentur für Arbeit nicht mehr erfasst.

Der Grund: Die Bundesagentur für Arbeit errechnet die Durchschnittsgehälter nach den Beitragsbemessungsgrenzen in der Rentenversicherung. Überschreiten mögliche Gehälter diese Beitragsbemessungsgrenze, müssen die Unternehmen diese Gehälter nur bis zur Bemessungsgrenze melden. Damit fehlen der Bundesagentur für Arbeit Daten, um gesicherte Durchschnittsgehälter zu ermitteln zu können.

Quelle: Bundesagentur für Arbeit

Doch scheint es so, dass gerade Ingenieurinnen und Ingenieure der Luft- und Raumfahrttechnik ihr Fach nicht studiert haben, um später viel Geld zu verdienen, sondern, um in einer der komplexesten und faszinierendsten Ingenieurswissenschaft arbeiten und wirken zu können.

Dein Berufseinstieg als Luft- und Raumfahrtingenieur

Thermalingenieur:innen sind die Spezialisten unter den Luft- und Raumfahrtingenieuren. Christopher entwickelt bei Airbus den Temperaturschutz für Satelliten. Er ist verantwortlich, dass Satelliten durch die Sonneneinstrahlung nicht verbrennen und auch der Kälte im All standhalten. | Bild: BR

"Was ich auf jeden Fall empfehlen würde für Studierende, die Luft und Raumfahrttechnik studieren, ist den Einstieg ins Unternehmen möglichst früh zu gestalten. Das heißt, idealerweise im Rahmen eines Praktikums oder einer Abschlussarbeit schon mal Kontakte in einer Firma knüpfen. So bekommt man einen guten Eindruck, wie es in der Realität nach dem Studium laufen könnte und man bekommt gleichzeitig auch Informationen, wo man im Studium vielleicht noch mal den Fokus legen sollte und was vielleicht nicht ganz so relevant ist.
Wir haben in der Abteilung ständig Studierende, die bei uns sehr gut ins Team integriert werden. Sie sind auf der einen Seite in der Funktion als Werksstudenten dabei, aber auch eben mit Abschlussarbeiten, die wir betreuen. Und nicht selten haben wir die Studierenden dann ein paar Jahre später wieder hier als Kolleginnen und Kollegen."

Christopher, Raumfahrtingenieur bei Airbus