alpha Uni Medizin studieren – um Leben zu retten

Von: Christian Wurzer

Stand: 03.11.2021 10:59 Uhr

Das Medizin Studium bereitet dich auf eine Tätigkeit als Mediziner:in vor. Du lernst, wie der menschliche Körper „funktioniert“, welche Krankheiten es gibt und wie du sie als Ärztin oder Arzt behandeln kannst. Nach dem Studium erwartet dich eine verantwortungsvolle Aufgabe mit guten Karriereaussichten.

Ömür, Medizinstudent und Rettungssanitäter, München | Bild: BR

Zulassungsvoraussetzungen

Für das Medizin Studium benötigst du in Deutschland die allgemeine Hochschulreife, also ein Abitur. Die Medizin Studiengänge sind durch einen Numerus clausus (NC) zulassungsbeschränkt. Der erforderliche Notendurchschnitt ändert sich jedes Semester und ist abhängig von der Anzahl der Absolventen:innen, die Medizin studieren wollen. Rund 30 Prozent der vorhandenen Medizinstudienplätze werden allein über NC vergeben. Etwa 60 Prozent der Studienplätze werden über individuelle Auswahlverfahren der Hochschulen und Universitäten in je eigenen Testverfahren vergeben.

Arzt werden - um Leben zu retten

Medizin studieren ohne NC

Seit dem Sommersemester 2020 gibt es die zusätzliche Eignungsquote, ZEQ. 10 Prozent der vorhandenen Medizinstudienplätze werden inzwischen so vergeben. Die ZEQ ist unabhängig von der Abiturnote. Die Universitäten berücksichtigen spezielle Kriterien für die Eignung zum Medizinstudium. Sie können allerdings je nach Universität variieren.

Basis sind Studierfähigkeitstests wie der Test für medizinische Studiengänge, kurz TMS. 2020 boten ihn 22 Universitäten in Deutschland an. Die Universitäten Hamburg, Greifswald und Magdeburg haben für sich einen eigenen Test entwickelt, den Hamburger Naturwissenschaftsteil, kurz HAM-NAT-Test.

in den ZEQ fließen auch Kriterien ein, wie Wartezeit und Berufsausbildung in einem medizinischen Beruf, oder abgeleistete Dienste etwa beim Roten Kreuz. Zehn Prozent der Studienplätze so vergeben.

An fast jeder großen Universität wird der Studiengang Medizin angeboten.

Studiendauer - unterschiedlich, je nach UNI

Das Medizin Studium dauert zwischen 12 und 13 Semestern, je nach Universität.

Im ersten, vorklinischen Teil des Studiums absolvierst du ein Krankenpflegepraktikum.

Im zweiten, klinischen Teil Deines Studiums absolvierst du vier sogenannte Famulaturen. Diese Praktika sollen dich in die ärztliche Patientenversorgung der ambulanten und stationären Krankenversorgung einführen. Die Famulaturen dauern in der Regel 30 Tage. Sie sind in der vorlesungsfreien Zeit abzuleisten. Bedingung, dass du diese Praktika antreten kannst, ist das bestandene Physikum.

Die letzten beiden Semester deines Medizin Studiums sind geprägt durch das medizinische Praxisjahr. Du absolvierst in einer Klinik je 16-wöchige Praktika in den Bereichen Innere Medizin, Chirurgie und Allgemeinmedizin. Letzteren kannst du durch einen anderen Fachbereich Deiner Wahl ersetzen.

Im Mittelpunkt des Praxisjahres steht die Ausbildung am/der Patienten:in und du lernst die Arbeitsabläufe in einem Krankenhaus kennen.

Studieninhalte vorklinischer Teil, klinischer Teil und Praxisjahr

Im Grundstudium, dem so genannten vorklinischen Teil, erwirbst du theoretisches Grundlagenwissen schwerpunktmäßig in zunächst folgenden Fachbereichen:

  • Chemie
  • Biologie
  • Physik
  • Biochemie
  • Physiologie
  • Anatomie
  • Psychologie

Praktika im Labor ergänzen den vorklinischen Teil des Studiums.

Im anschließenden klinischen Teil beschäftigst du dich mehr mit Krankheiten und deren Therapiemöglichkeiten. Es geht dann um Themen aus Fachgebieten wie:

  • Augenheilkunde
  • Chirurgie
  • Humangenetik
  • Neurologie
  • Orthopädie
  • Urologie
  • Hals-Nasen-Ohrenkunde
  • Kinder- und Jugendmedizin
  • Frauenheilkunde und Geburtshilfe
  • Pathologie
  • Strahlentherapie

Dazu kommen Kurse und Seminare in Ethik, Medizingeschichte, Medizininformatik, Notfallmedizin, Gesundheitsökonomie und Pharmakologie.

Nun folgt das Praktische Jahr, bekannt auch unter der Bezeichnung „PJ“.

Prüfungen

Am Ende des vorklinischen Studienabschnittes steht die erste ärztliche Prüfung, das sogenannte „Physikum“. Übrigens: Mit dieser ersten bestandenen Prüfung kannst du mit Deiner Doktorarbeit starten.

Am Ende des klinischen Studienabschnittes, in der du vier Famulaturen absolvierst, legst Du die zweite ärztliche Prüfung ab.

Nach dem praktischen Jahr folgt die dritte ärztliche Prüfung. Wenn du diese letzte Prüfung bestehst, darfst du dich Arzt/Ärztin nennen und kannst die Approbation als Arzt/Ärztin beantragen.

Die meisten Medizinstudierenden schließen ihre universitäre Ausbildung allerdings mit einer Promotion ab. Hintergrund: Ohne eine Doktorarbeit darfst du dich zwar als Arzt/Ärztin bezeichnen, der akademische Titel Dr. med. bleibt allein jenen vorbehalten, die promoviert haben.

Welche Skills brauchst du?

  • Affinität zu Naturwissenschaften
  • die Fähigkeit abstrakt, logisch und analytisch zu denken
  • Lern-, Einsatz- und Leistungsbereitschaft
  • Belastbarkeit, Ausdauer und Durchhaltevermögen
  • Teamgeist
  • Sozialkompetenz, emotionale Intelligenz, Empathiefähigkeit

In welchen Berufen arbeiten Mediziner:innen?

  • Allgemeinarzt/ärztin
  • Facharzt/ärztin
  • Betriebsarzt/ärztin
  • Fachjournalist:in
  • Wissenschaftler:in

Verdienst

Mediziner:innen verdienen nach ihrem Studienabschluss relativ gut. Allerdings variieren die Gehälter je nach Arbeitgeber. Beim Berufseinstieg verdienen Mediziner:innen im Schnitt 4.695 € brutto im Monat.

Allgemeinmediziner:innen mit Berufserfahrung verdienen im Schnitt 6.100 € brutto monatlich. An Kliniken liegen Fachärzte/Fachärztinnen bei 6.390 € brutto im Monat und Oberärzte/Oberärztinnen, also Ärzte/Ärztinnen in Leitungsfunktion, etwa 8.475 €.

Quelle: Studycheck

Karriere

Der Berufseinstieg beginnt mit einer Weiterbildung zum/r Facharzt/Fachärztin. Viele absolvieren diese Weiterbildung als Assistenzarzt/-ärztin an einem Klinikum. Nach der Assistenzzeit und zur Qualifizierung zum/r Facharzt/Fachärztin kannst du dich als Arzt/Ärztin niederlassen. Die Chancen dafür sind auf dem Land wesentlich höher als in den Ballungsräumen. Oder du bewirbst dich für eine Anstellung in einem Krankenhaus, einem Sanitäts- und Rettungsdienst oder als Betriebsarzt/-ärztin in einem Unternehmen. Eine Alternative dazu bietet dir eine wissenschaftliche Karriere in einem Medizinunternehmen oder an einer Universität.

Als Arzt/Ärztin musst du „mit Menschen können“

Ömür, Medizinstudent und Rettungssanitäter, München | Bild: BR

"Egal wo man sich in der Medizin aufhält - du wirst immer mit vielen Menschen zu tun haben. Egal ob es die Pfleger sind, die ärztlichen Kollegen, die Patienten, die Angehörigen - man muss natürlich mit Menschen können. Die Sprache und die Gestik, die Mimik, das sind letzten Endes die Schlüssel zum Patienten - zu einem ansprechbaren Patienten, dem man grade beisteht und vielleicht mal kurz die Hand hält. Dem bringt das mehr, glaube ich, als wenn man super gut den Citratzyklus in Biochemie kann."

Ömür, Medizin Student aus München

Frage Neugierig geworden? Sollten wir zu diesem Thema öfter berichten?