ARD alpha Uni Psychologin

Von: Christian Wurzer

Stand: 22.11.2021

Psychologen und Psychologinnen versuchen, allgemeine Muster im Verhalten und Erleben von Menschen zu erkennen. Wer sich zudem auf Psychotherapie spezialisiert hat, darf Menschen behandeln, die unter starken seelischen Belastungen oder psychischen Störungen leiden. Als Psychologin steckt Jasmin mitten in ihrer Ausbildung zur Psychotherapeutin.

Jasmin Steiner, Psychologin, 3. Jahr Ausbildung zur Psychotherapeutin | Bild: BR

Voraussetzungen für den Beruf des Psychologen oder der Psychologin

Psychologen und Psychologinnen haben ein Studium der Psychologie absolviert und dürfen mit dieser Ausbildung beratend und diagnostizierend tätig werden.
Oft sind dazu weitere Spezialisierungen während des Studiums, aber auch fachliche Weiterbildungen oder akademische Höherqualifikationen wie eine Promotion erforderlich.

Notwendige Skills Gute Englischkenntnisse von Vorteil

  • Analyse- und Assoziationsvermögen
  • Empathie
  • Interesse am Menschen und soziale Kompetenz
  • Kommunikationsstärke mündlich und schriftlich
  • Naturwissenschaftliches Verständnis
  • Belastbarkeit und emotionale Stabilität
  • Gute Englischkenntnisse, viele wissenschaftliche Studien sind in Englisch verfasst

Karriere Berufsfelder für Psychologen und Psychologinnen

Im Gesundheitswesen arbeiten viele Psychologen und Psychologinnen, einige davon als approbierte Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen in Krankenhäusern oder eigenen Praxen in Bereichen wie

  • Kinder- und Jugendpsychotherapie
  • Klinische Neuropsychologie
  • Gesundheitspsychologie.

Wie wird man Psychotherapeut:in?

Achtung:
Bisher konnte man nach dem Psychologiestudium mit einer Zusatzausbildung in Psychotherapie und einer staatlichen Prüfung, die Zulassung/Approbation erhalten, Menschen in ihren psychischen Nöten zu helfen.

Seit der Gesetzesreform vom 1.9.2020 über den Beruf der Psychotherapeutin und des Psychotherapeuten (PsychThG) ist das anders: Nun dürfen nur noch diejenigen eine Weiterbildung zum Psychotherapeuten bzw. zur Psychotherapeutin machen, die sich schon im Studium entsprechend spezialisiert haben. 

Wenn du dein Psychologiestudium nach dem 1.9.2020 begonnen hast, mit dem Ziel, Psychotherapeut oder -therapeutin zu werden, musst du dich also schon im Studium spezialisieren – mit einem Schwerpunkt in Klinischer Psychologie bzw. einem Masterstudiengang in "Klinischer Psychologie und Psychotherapie".

Hast du dein Psychologiestudium vor dem 1.9.2020 begonnen oder bereits abgeschlossen, ändert sich für dich nichts, denn es gibt eine zwölf Jahre dauernde Übergangsphase. Bis zum 1.9.2032 darfst du deine Ausbildung in Psychotherapie unter den vor der Gesetzesreform geltenden Anforderungen machen. 

Übrigens: Psychiater:innen haben einen anderen Hintergrund. Sie haben Medizin studiert und anschließend eine Ausbildung zum Facharzt bzw. zur Fachärztin in Psychiatrie gemacht. Anders als Psychologen und Psychologinnen dürfen Psychiater:innen zu therapeutischen Zwecken Medikamente verschreiben.

In der Wirtschaft arbeiten Psychologen und Psychologinnen auf Gebieten wie

  • Arbeits- und Gesundheitsschutz
  • Personalwesen
  • Marktforschung
  • Organisationsberatung
  • Werbepsychologie.

Im Öffentlichen Dienst werden Psychologen und Psychologinnen in Bereichen gesucht wie

  • Schulpsychologie
  • Rechtspsychologie
  • Verkehrspsychologie
  • Politikberatung.

In der Aus-, Fort- und Weiterbildung, Wissenschaft und Forschung finden Psychologen und Psychologinnen ebenfalls ein breites Betätigungsfeld.

Gehälter variieren Gefälle zwischen West- und Ostbundesländern

Als Psychologe oder Psychologin verdienst du beim Berufseinstieg zwischen 2.800 € und 3.200 € Brutto im Monat. Dabei variiert das Einkommen je nach Einrichtung und Firma, für die du arbeitest. Außerdem kommt es darauf an, auf welchem Gebiet du tätig bist. In der Wirtschaft, etwa in der Marktforschung oder Werbepsychologie, steigen die Gehälter schon nach den ersten Berufsjahren im Schnitt auf rund 4.500 € Brutto an.

Im öffentlichen Dienst, in Klinken und Behörden, fällt der Verdienst geringer aus und auch die Steigerung deines Gehaltes geht langsamer vonstatten, dafür aber stetig. Dazu kommen Zulagen und - sehr wertvoll - eine gewisse Sicherheit im Job. 

Noch immer ist ein Gefälle zwischen West- und Ostbundesländern spürbar. Gerade in Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz liegen die Spitzengehälter knapp unter 4.000 € Brutto. In den neuen Bundesländern liegt der Verdienst rund 1.000 Euro unter dem Westdurchschnitt. Allerdings sind dort in vielen Gegenden auch die Lebenshaltungskosten geringer als im Westen.

Quelle: Studycheck

Psychologe oder Psychologin sein heißt: Menschen in ihren Bedürfnissen verstehen

Jasmin Steiner, 3. Jahr Ausbildung zur Psychotherapeutin | Bild: BR

"Das Zusammenkommen mit den Patienten, das in Kontakt kommen, das ‚in Beziehung sein‘, ist spannend. Zu wissen, ich kann dem Gegenüber helfen sich selbst zu helfen, denn irgendwann hört mein Job ja auch auf, wenn der Patient, die Patientin, Strategien entwickelt hat, im Leben selber besser zurechtzukommen. Aber bis zu diesem Zeitpunkt finde ich vor allem den Austausch schön. Dabei zu sein in schwierigen und in schönen Zeiten, wenn etwas Schwieriges bewältigt wurde, das miteinander zu teilen und miterleben zu dürfen – und natürlich auch das Vertrauen, das die Person in einen steckt."

Jasmin Steiner, 3. Jahr Ausbildung zur Psychotherapeutin