alpha Uni Als Wirtschaftswissenschaftler in der Großkanzlei

Von: Susanne Bauer-Schramm

Stand: 20.06.2022

Mit einem M.A. in Staatswissenschaften an der Uni Erfurt ist Tobias Kreuzer zu seinem Traumjob als Wirtschaftswissenschaftler in eine Wirtschaftskanzlei gekommen. Sie ist spezialisiert auf Rechtsberatung für große Konzerne. Als Mann fürs Marketing und Business Development ist sein Job die Kundenakquise für die Firma.

Tobias Kreuzer (M.A.) in Staatswissenschaften als Wirtschaftswissenschaftler im Marketing unterwegs | Bild: BR

Voraussetzung

Mit einem  Studium  der Wirtschaftswissenschaften, das meist an Universitäten mit dem Schwerpunkt Wirtschaftsrecht angeboten wird, bereitest du dich optimal vor. Auch im klassischen BWL-Studium kannst du das Ziel verfolgen, als Nicht-Jurist in einer Wirtschaftskanzlei einzusteigen. Ein Master of Arts, bei dem du Staatswissenschaften mit einem wirtschaftswissenschaftlichen Schwerpunkt studierst, wie an der Uni Erfurt, ebnet dir sicher den Weg in eine Wirtschaftskanzlei. Einmalig in Deutschland legt die Staatswissenschaftliche Fakultät der Uni Erfurt die Fachbereiche Rechtswissenschaften (Öffentliches Recht und Privatrecht), Sozialwissenschaften (Politikwissenschaften und Soziologie) und Wirtschaftswissenschaften zusammen.

Die Uni Erfurt war 2000 bei der Aufnahme ihres Betriebs die erste Fakultät im deutschsprachigen Raum, die die Wirtschafts- Sozial und Staatswissenschaften wieder interdisziplinär anbietet und nicht getrennt wie an vielen anderen Unistandorten Deutschlands.

Mögliche Studiengänge an der Uni Erfurt:

  • B.A. Staatswissenschaften
  • M.A. Staatswissenschaften
  • Master of Public Policy  (englischsprachig)


Die Studierenden nehmen hier eine staatswissenschaftliche, fachübergreifende Sicht auf die gesellschaftlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts ein. Der Studiengang ist so beliebt, dass aus ganz Deutschland Studieninteressierte kommen.

Als Wirtschaftswissenschaftler in der Großkanzlei

Auf einen Blick Masterstudiengang Staatswissenschaften

  • Studienbeginn im Winter- und Sommersemester
  • 4 Semester Regelstudienzeit
  • Master of Arts (M. A.) als Studienabschluss
  • Voll- und Teilzeitstudium möglich
  • Nicht zulassungsbeschränkt
  • Deutsch als Unterrichtssprache
  • Auslandssemester in englischsprachigem Land dringend empfohlen


Zwei Studienvarianten im Master-Studium:

1. Variante: Studium mit dem disziplinären Schwerpunkt

  • Sozialwissenschaften (Politikwissenschaft und Soziologie) oder
  • Wirtschaftswissenschaft (Organisation und Wirtschaftspolitik sowie Theoretische und empirische Grundlagen)


2. Variante: Studium mit zwei disziplinären Schwerpunkten in:

  • Rechtswissenschaft und Sozialwissenschaften oder
  • Sozialwissenschaften und Wirtschaftswissenschaft oder
  • Wirtschaftswissenschaft und Rechtswissenschaft


Neben der Anrechnung von Praktika besteht die Chance, bereits die Master-Arbeit in Zusammenarbeit mit einer Forschungseinrichtung, einem Unternehmen oder einer Organisation zu schreiben. So wird der Berufsstart im richtigen Unternehmen für dich noch leichter, gerade wenn du dich in einer Wirtschaftskanzlei siehst.

Skills präzise und zuverlässig

Im Bereich Business Development kommt es darauf an, dass man sich schnell in verschiedenste Themen einarbeiten und gleichzeitig bei der Zusammenarbeit mit Anwälten sehr präzise unterwegs sein muss. Hier die wichtigsten Skills kurz zusammengefasst:

  • Einfühlungsvermögen
  • Disziplin
  • Flexibilität
  • Präzision
  • Zuverlässigkeit
  • Kommunikationsstärke
  • Networking
  • Belastungsfähigkeit
  • Durchhaltevermögen

Beruf und Karriere Business Development in der Wirtschaftskanzlei

Business Development heißt Arbeiten im Team und dabei unterstützen, die Kanzlei wirtschaftlich voranzutreiben, indem du die Geschäfte ankurbelst und dabei das Unternehmen strategisch unterstützt. Dazu sind Analysen der aktuellen Geschäftssituation genauso notwendig wie neue Potenziale zu identifizieren und neue Unternehmensstrategien zu entwickeln. Eine Business-Development-Managerin oder Business-Development-Manager brauchen das Gespür für Trends und Kommunikationsgeschick. Sie werden oft als Schlüsselfiguren in Unternehmen oder Organisationen gesehen. Sie stellen die ersten Kontakte mit potenziellen Kundinnen und Kunden her, um gemeinsame Innovationen früh anzukurbeln. 

Mit einer individuellen Spezialisierung auf Wirtschaftsrecht und dem nötigen Einblick mit Hilfe von Praktika in Kanzleien, kannst du auf jeden Fall im Vorstellungsgespräch punkten. Neben Empfehlungen von Unternehmen sind Praktika für einen Berufseinstieg in Wirtschaftskanzleien entscheidend.

Durch Absagen bei Bewerbungen nicht abschrecken lassen

Eine Bewerbung für einen guten Jobeinstieg bei einer Großkanzlei für Unternehmen kostet viel Zeit. Gerade weil hier Juristen über eine Bewerbung schauen, kommt es auf Präzision an, dann hat man gute Chancen zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen zu werden. Vieles läuft hier über Praktika am Ende des Studiums. Drei oder vier reichen, so erkennst du auch, was du gar nicht gerne machen willst und wo es sich lohnt, sich zu engagieren und sich bereits im Studium ein gutes Netzwerk aufzubauen.

Gehalt Business-Development-Manager:innen

Laut Gehalt,de verdienen Wirtschaftswissenschaftlerinnen und Wirtschaftswissenschaftler rund 51.600 Euro im Jahr unabhängig von Branche und Beruf.

Business-Development-Manager:innen können laut Geahlt.de von einem Jahresgehalt von 63.300 (3-6 Jahre Berufserfahrung) bis zu 83.500 Euro (mehr als 9 Jahre Berufserfahrung) ausgehen.

Goldene Regel: Je größer und internationaler das Unternehmen, desto mehr kannst du nach ein paar Jahren schon mit guten Gehaltssteigerungen rechnen.

Schwierig für Wirtschaftswissenschaftler:innen: Work-Life-Balance

Tobias Kreuzer (M.A.) in Staatswissenschaften als Wirtschaftswissenschaftler im Marketing unterwegs | Bild: BR

"Work-Life-Balance ist auf jeden Fall ein Thema, auf was man auch achtgeben sollte, nicht nur speziell in Wirtschaftskanzleien, sondern in der gesamten Beratungsbranche. Denn man erwischt sich dann selber auch dabei. Wenn man morgens im Zug sitzt, dann schaut man schon aufs Handy. Und wenn man abends im Zug nach Hause fährt, dann guckt man doch noch mal in die Mails rein. Und da muss man dann schon irgendwann einen Riegel vorschieben, dass das nicht auch überhandnimmt. Bei manchen ist das dann schon eine gewisse Berufskrankheit."

Tobias Kreuzer, Manager Business Development, Wirtschaftskanzlei Görg in Frankfurt am Main

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