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GRIPS Deutsch 13 Was du über Diktate wissen solltest

Die ganze Schulzeit über begleitet es dich: das Diktat. Viele haben Angst davor, dabei kann man die Rechtschreibung und die Regeln üben. Hier praktische Tipps - damit du immer besser wirst und Diktate ihren Schrecken verlieren.

Published at: 10-8-2011 | Archiv

Illustration GRIPS Deutschlehrerin- Lektion 13 | BR | Bild: BR

Warum muss ich Diktate oder Rechtschreibtests überhaupt schreiben? Ganz einfach: Damit kann man prüfen, wie gut jemand rechtschreiben kann. Es gibt noch einige andere Möglichkeiten dies herauszufinden, ein Diktat ist jedoch besonders aussagekräftig. Also möchtest du darin gut sein. Nur wie soll das gehen? Wenn es bei dir hinten und vorne nicht klappt, musst du vielleicht zuerst verstehen, wie Rechtschreibung eigentlich funktioniert. Wenn du das weißt, kannst du überlegen, wie du deine Leistungen verbessern kannst.

Wie funktioniert Rechtschreiben?

Rechtschreiben zu lernen dauert. Wie lange, das ist bei jedem anders. Genau wie jedes Kind in seinem Tempo laufen lernt und dabei immer wieder stolpert und hinfällt, lernt auch jeder Mensch in seinem Tempo die Rechtschreibung. Fehler gehören dazu. Es gibt niemanden, der ohne Fehler zu machen Rechtschreiben lernt. Geduld ist dabei ganz wichtig. Geduld mit dir selbst und die Bereitschaft zu üben. Ohne das geht es einfach nicht. Es ist wie beim Laufen lernen: immer wieder aufstehen und weitermachen, irgendwann klappt es.

Tipp 1: Fehler üben - nicht ignorieren

Wenn es mit dem Rechtschreiben nicht so recht klappen will, versucht man das Thema weit weg zu schieben, aber das Gegenteil verspricht Erfolg. Deine Fehler zeigen den Weg. Schau sie dir genau an! Immer wieder die gleichen? Oder erkennst du kein Muster? Du musst genau herausfinden, warum es nicht klappt. Vielleicht können dir andere dabei helfen, wenn du keine Idee hast, woran es bei dir liegt.

Wozu soll Rechtschreibung gut sein?

Vielleicht hast du dich genau das schon oft gefragt. Was macht das denn aus, ob ich "Vater" mit einem oder mit zwei "t" schreibe? Weiß doch jeder, was gemeint ist. Ganz so ist es nicht, manchmal ist es ganz schön mühsam einen Text zu lesen, in dem viele Rechtschreibfehler vorhanden sind. Abgesehen von der Mühe, kann man manchmal einfach nicht erkennen, welches Wort gemeint ist. Hacken sind beispielsweise deine Fersen, also der hintere Teil deiner Füße. Ein Haken ist dagegen dazu da, um etwas daran aufzuhängen. Solche Feinheiten können durchaus Verwirrung stiften und es kann ganz schön peinlich sein, sie nicht zu kennen. Um dem Rätselraten ein Ende zu setzen, hat man für jedes deutsche Wort eine richtige Schreibweise festgelegt.

Tipp 2: Eine Schreibweise stimmt

Für jedes deutsche Wort gibt es eine festgelegte richtige Schreibweise. Diese findest du in einem Wörterbuch. Dort kannst du sie nachlesen.

Welche Art von Fehlern mache ich?

Wie du sicher weißt, gibt es eine Menge Rechtschreibregeln. Diese Regeln legen fest, wann zum Beispiel Wörter groß und wann sie klein geschrieben werden müssen. Sicherlich hast du all diese Regeln in der Schule schon einmal erklärt bekommen. Nur, wie kannst du da den Überblick behalten?

Rechtschreibstrategien

Mitsprechwörter

Richtiges Hören hilft richtig zu schreiben
Wichtig für das richtige Schreiben ist auf jeden Fall das richtige Hören der Wörter. Wörter, deren Schreibweise du über das Mitsprechen und Hören des Wortes herausfinden kannst, heißen Mitsprechwörter. Mit dieser einfachen Strategie kannst du schon viele Fehler vermeiden.

Nachdenkwörter

Nachdenken und richtig schreiben
Hilft dir das nicht weiter, überlegst du und bildest zum Beispiel die Grundform des Wortes. Willst du zum Beispiel wissen, ob "Läufer" mit "äu" oder "eu" geschrieben wird, kannst du nachdenken und feststellen, dass das Wort von "laufen" kommt, und somit "äu" richtig sein muss. Es handelt sich hier um ein Nachdenkwort.

Merkwörter

Manche Wörter muss man sich merken!
Wenn du mit diesen beiden Strategien nicht weiterkommst, hilft nur noch merken, denn dann handelt es sich um Merkwörter. Das kann zum Beispiel bei Fremdwörtern der Fall sein, oder woher soll man wissen wie "Chance" geschrieben wird? Du schreibst das Wort, das falsch geschrieben war richtig auf und übst es immer wieder.

Wie kann ich mich verbessern?

Das ist gar nicht so einfach und dauert seine Zeit. Wissen, welche Fehler du besonders häufig machst, ist ein wichtiger Schritt. Außerdem: üben, üben, üben. Nur wie? Du kannst hier verschiedene Übungen aus dem Übungsteil machen, diktierte Texte schreiben und auch viel lesen. Beim Lesen prägt sich dir nebenbei die richtige Schreibweise eines Wortes ein. Gemeinsam lernen macht mehr Spaß, vielleicht kennst du jemanden, dem es ähnlich geht und ihr könnt gemeinsam üben und euch motivieren. Wichtig ist, dass der geschriebene Text auch korrigiert wird.

Was tun mit den falsch geschriebenen Wörtern?

Fehlerliste

Viele Schüler und Lehrer finden eine Fehlerliste hilfreich. In diese Liste trägst du nach jedem Diktat die Wörter, die du falsch geschrieben hattest, richtig ein und markierst die Stelle farbig, an der der Fehler saß. Dann legst du fest, ob es sich um ein Mitsprech-, ein Nachdenk- oder ein Merkwort handelt. So kommst du Fehlern auf die Spur und kannst dir das Wort entweder einfach einprägen, die passende Regel oder Strategie nachschlagen oder nochmals genau hinhören, um der richtigen Schreibweise auf die Spur zu kommen. Lange Wörter kannst du zerlegen.

Eine weitere Möglichkeit dein Ziel - weniger Rechtschreibfehler - zu erreichen ist auch eine Fehlerkartei. Nicht aufgeben, wenn du dauerhaft übst, verbessern sich deine Leistungen garantiert.

Wörterbücher

Ohne Wörterbücher geht es auf keinen Fall. Es ist ganz wichtig, dass du beim Üben oder einfach wenn du Zweifel an der Schreibweise eines Wortes hast, nachschaust. Nur so wirst du immer sicherer. Ein Buch unter dem Kissen reicht leider nicht und an dem Satz "Ohne Fleiß kein Preis" ist besonders bei der Rechtschreibung viel Wahres dran.

Arztbesuch

Wenn alles nichts hilft, solltest du einen Arzt um Rat fragen. Klingt komisch, aber manchmal kommt es vor, dass jemand nicht so hört oder sieht wie andere. Da du ja keinen Vergleich hast, fällt dir das möglicherweise gar nicht auf. Es kann sein, dass hier das Problem liegt. Keine Sorge, es gibt Fachleute, die dir in so einem Fall weiterhelfen können.

Diktate üben

Wenn du das Schreiben von Diktaten üben möchtest, gibt es mehrere Möglichkeiten. Wichtig ist, dass der Text nicht mehr als ca. 50 - 70 Wörter hat. Ist der Text länger, wird mehr die Konzentrationsfähigkeit gemessen, aber nicht, wie gut du die Rechtschreibung kannst. Wähle also kurze Texte. Weniger ist in diesem Fall mehr.

Abwechslung macht fit und Spaß!

Partnerdiktat

Gemeinsam macht es mehr Spaß
Wenn du jemanden hast, mit dem du regelmäßig gemeinsam übst, ist ein Partnerdiktat ideal. Ihr diktiert euch gegenseitig und könnt auch gegenseitig eure Fehler finden. Für eigene Fehler ist man ja nicht nur in der Rechtschreibung gerne einmal blind.

Hörbeispiele

Übungsdiktate zum Anhören und Mitschreiben
Übst du allein, gibt es hier im Übungsteil eingesprochene Diktate (Audiofiles). Du kannst dir den Text diktieren lassen, zuhören, mitschreiben und üben. Anschließend kannst du selbst kontrollieren, ob alles richtig ist. Im Buchhandel sind zudem CDs erhältlich, meist in Kombination mit Qualitrainingsbüchern, die auch Übungsdiktate zum Anhören und Mitschreiben anbieten.

Laufdiktat

Laufend die Rechtschreibung üben
Alternativ kannst du einen Text mit dem Fotokopierer vergrößern oder abschreiben. Dann zerteilst du ihn in Stücke. Und die hängst du an verschiedenen Orten in der Wohnung auf. Nun läufst du zum ersten Teil, merkst dir möglichst viel davon, gehst zu deinem Heft und schreibst auf, was du noch weißt. Das macht vielleicht mehr Spaß, als immer nur zu sitzen. Außerdem ist dieses sogenannte Laufdiktat auch gut für deine Konzentration.


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