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BlitzAtlas 2020 Wo es in Deutschland am häufigsten blitzt

Wolfsburg ist im Jahr 2020 Deutschlands Blitzhauptstadt. 2020 gab es in Deutschland fast 400.000 Blitzeinschläge, rund 21 Prozent mehr als im Vorjahr, meldet der Blitz-Informationsdienst (BLIDS).

Stand: 29.07.2021

Blitz und Donner über Bayern | Bild: picture-alliance/dpa

Der BlitzAtlas schlüsselt Jahr für Jahr auf, wo in Deutschland die meisten Erdblitze gemessen wurden - also Blitze, die aus den Wolken in die Erde eingeschlagen sind. Aufgrund des Klimawandels weltweit gehen Experten generell von einer steigenden Gewittergefahr aus.

In Deutschland wurden im Jahr 2020 insgesamt fast 400.000 Blitze registriert. Im Jahr 2019 waren es noch 329.000 Blitze. Somit sind es 2020 etwa 21 Prozent mehr Blitze als im Jahr 2019. Der Grund: 2019 war ein sehr trockenes Jahr. "Gewitter benötigen Hitze und Feuchtigkeit", so Stephan Thern, Leiter des Blitz-Informationsdienstes (BLIDS). Der Blitz-Informationsdienst zählt deutschlandweit alle Blitze - allerdings fließen in die Statistik nur die Blitzeinschläge ein.

Wieder etwas mehr Blitze in Deutschland

In diesen Städten hat es am meisten geblitzt

In der Stadt Wolfsburg in Niedersachsen wurden im Jahr 2020 bundesweit die meisten Blitze registriert. BLIDS registrierte dort 5,8 Blitzeinschläge pro Quadratkilometer. Platz zwei und drei im Blitze-Ranking nehmen Kempten im Allgäu mit 5,1 und das oberbayerische Miesbach mit 4,7 Erdblitzen pro Quadratkilometer ein.

Blitz-Ranking der Landeshauptstädte und Bundesländer

München führt mit einer Blitzdichte von knapp 2,3 die Liste der Landeshauptstädte an, gefolgt von Hamburg (1,9) und Magdeburg (1,6). Mainz mit einer Blitzdichte unter 0,1 und Düsseldorf (0,4) sind die Landeshauptstädte, in denen es vergangenes Jahr am wenigsten geblitzt hat.

Niedersachsen das blitzreichste Bundesland

Niedersachsen ist das Bundesland, das die höchste Blitzdichte mit 5,8 Blitzen pro Quadratkilometer aufweist. Danach folgt Bayern mit 5,1. Schlusslicht mit nur 0,8 Blitzen pro Quadratkilometer ist Berlin.

"Bemerkenswert beim Blitzgeschehen 2020 war, dass die Gewitterfronten vor allem in Nord- und Süddeutschland stattfanden und die Mitte Deutschlands geradezu ausklammerten. Dass die Spitzenreiter zunehmend im Norden zu finden sind, ist eine Entwicklung, die wir erst in den letzten Jahren beobachten. Im Falle Wolfsburg waren es nur drei Gewitter, um diese hohe Blitzdichte auszuweisen. Bei den vorwiegend bayerischen Stadt- und Landkreisen unter den Top-10 spielt sicherlich die Nähe zum Alpenrand eine große Rolle."

Stephan Thern, Leiter des Blitz-Informationsdienstes von Siemens

So blitzt es in den Nachbarländern

Im Jahr 2020 lag der Durchschnittswert für Deutschland bei 1,1 registrierten Blitzeinschlägen pro Quadratkilometer. Im Vorjahr waren es noch 0,9. Im Vergleich der Nachbarländer liegt Deutschland im Mittelfeld. Die gemessenen Blitzdichten in ganz Europa reichen von 0,03 (Irland und Schottland) bis zu Spitzenwerten von acht bis zehn um Triest im Länderdreieck Italien, Slowenien und Kroatien. Die Adria-Anrainerstaaten sowie die italienische Riviera gehörten 2020 zu den aktivsten Gewitterregionen des Kontinents.


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