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Silvester-Geschichte Seit wann beginnt das neue Jahr am 1. Januar?

Jahr für Jahr wird an Silvester um Punkt Mitternacht das neue Jahr eingeläutet. Das Feiern des neuen Jahres ist eine jahrtausendealte Tradition. Warum feiern wir Silvester am 31.12.? Und warum heißt Silvester so? Hier erfahrt ihr die Silvester-Geschichte.

Published at: 27-11-2023 | Archiv

Die Germanen feierten zur Wintersonnenwende das "Julfest" - den Tod des alten und die Geburt des neuen Jahres. Ein germanisches Jahr rechnete sich allerdings nur nach zwölf Vollmonden - dadurch war es um elf beziehungsweise zwölf Tage zu kurz. Damit das neue Jahr dennoch immer zum gleichen Zeitpunkt anfing, wurden die sogenannten Raunächte eingeführt: Die Zeit zwischen dem 24. Dezember und dem 6. Januar, an der nach germanischer Auffassung die Sonne stillstand.

Caesar setzt den 1. Januar zum ersten Mal als Jahresbeginn fest

Statue von Julius Caesar in Rom - er legte den Jahresbeginn fest.

Der 1. Januar als Jahresbeginn wurde von Julius Caesar festgelegt, und zwar schon im Jahre 46 v. Chr. - an diesem Tag wurden die hohen Beamten in ihr Amt eingeführt. Bis zur Einführung des später nach ihm benannten Julianischen Kalenders begann das Jahr an verschiedenen Daten. Die frühen Christen feierten den Jahresbeginn entweder an Weihnachten oder am Dreikönigstag, den 6. Januar. Für die Römer war der 1. März bis zur Kalenderreform der Beginn eines neuen Jahres.

Zunächst sollte der neue Julianische Kalender Klarheit bringen. Er richtete sich nach dem Sonnenjahr: mit 365 Tagen, 12 Monaten, sieben Wochentagen und einem Schaltjahr alle vier Jahre. Dieser Kalender setzte sich allmählich in ganz Europa durch.

Gregorianischer Kalender bestimmt seit 1582, wann Silvester ist

Seit Gültigkeit des Gregorianischen Kalenders gibt es ein festes Datum für Silvester und eine klare Schaltjahrregelung.

Doch 1582 kam es noch einmal zu einer Korrektur im Kalender: Papst Gregor XIII. ließ im Oktober 1582 zehn Tage ausfallen, um sich wieder in den Rhythmus des Sonnenjahrs einzugliedern. Dabei verfeinerte er auch die Schaltjahrregelung: Jedes durch 100 teilbare Jahr ist kein Schaltjahr, außer, es ist durch 400 teilbar. Seither bestimmt der Gregorianische Kalender, wann Silvester ist.

Namensgeber für Silvester starb am Silvestertag

Der Namensgeber des Silvestertags: Papst Silvester, hier beim Einzug mit Kaiser Konstantin (Fresco, datiert 1246).

Der Namenspatron für Silvester war ebenfalls ein Papst: Silvester I., Bischof von Rom. Während seiner Amtszeit wurden im Zusammenwirken mit Kaiser Konstantin nicht nur die ersten großen Kirchenbauten Roms geplant und gebaut. Auch die Christenverfolgung endete in dieser Zeit. Der Legende nach soll nämlich Silvester I. mit Gottes Hilfe und einfachem Handauflegen Kaiser Konstantin von seiner Lepra-Erkrankung geheilt haben, woraufhin sich der Kaiser zum Christentum bekannte.

Diese Entwicklung war ganz entscheidend für das Christentum. Durch die sogenannte "konstantinische Wende" gewann das Christentum zunächst an Einfluss im Römischen Reich und wurde später, im Jahr 393, sogar zur Staatsreligion erhoben, neben der keine anderen Religionen mehr geduldet wurden. Papst Silvester I. starb am 31. Dezember 335 und wurde später heilig gesprochen.

Papst Innozenz XII. legt Neujahrstermin endgültig fest

Noch über weitere 100 Jahre lang gab es im westlichen Kulturraum keinen einheitlichen Neujahrstermin - unter anderem deshalb nicht, weil die Protestanten den neuen Gregorianischen Kalender zunächst ablehnten und den Jahreswechsel, im Gegensatz zu den Katholiken, noch nach alter Zeitrechnung, dem Julianischen Kalender, begingen. Erst Papst Innozenz XII. legte 1691 den Jahresanfang verbindlich auf den 1. Januar. Unter anderem diese Kalender-Verwirrung prägte den Begriff "zwischen den Jahren".

Silvester-Geschichte: Geburtsjahr Jesu wurde fehlerhaft berechnet

Auch ein Teil der Silvester-Geschichte: Das Geburtsjahr Jesu (hier die Geburt als Gemälde) wurde falsch berechnet.

Und noch etwas zur Festlegung von Daten: Unsere Zeitrechnung begann nicht mit der Geburt Christi, sondern erst im 6. Jahrhundert. Der Mönch Dionysius Exiguus berechnete damals das Geburtsjahr Jesu - allerdings fehlerhaft: Historische Belege deuten darauf hin, dass Jesu vier bis sieben Jahre vor dem Jahr 1 geboren wurde, mit dem die dionysische Chronologie beginnt.

Silvester und der gute Rutsch - keine Frage des Wetters

Die Bräuche zum Jahreswechsel konnten sich dem kirchlichen Einfluss weitestgehend entziehen: Schon die alten Germanen feierten das neue Jahr ausgelassen und vor allem lautstark, um die bösen Geister zu vertreiben. Statt Raketen und Krachern benutzten sie Peitschen und Dreschflegel. Den "guten Rutsch" könnt ihr zum Neujahr übrigens auch wünschen, wenn es kein Glatteis gibt: Er geht zurück auf das hebräische "Rosh", das "Kopf" oder "Anfang" bedeutet, und hat nichts mit einer Schlitterpartie zu tun.

Sendungen zur Silvester-Geschichte und zum Jahresbeginn am 1. Januar


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