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Physik-Nobelpreis 2021 Auszeichnung für deutschen, japanischen und italienischen Forscher

Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr an den Deutschen Klaus Hasselmann, den Japaner Syukuro Manabe und den Italiener Giorgio Parisi, so die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften.

Published at: 5-10-2021 8:56 vorm. | Archiv

Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr an (v.l.n.r.) Syukuro Manabe (Japan) und den Deutschen Klaus Hasselmann für ihre Forschungen zum Weltklima sowie den Italiener Giorgio Parisi. | Bild: picture-alliance

Auch in diesem Jahr ist wieder ein deutscher Forscher unter den Physik-Nobelpreisträgern: Klaus Hasselmann. Der Hamburger vom Max-Planck-Institut für Meteorologie teilt sich zusammen mit dem Japaner Syukuro Manabe die eine Hälfte des diesjährigen Physik-Nobelpreises. Hasselmann schuf ein Modell, das Wetter und Klima miteinander verknüpft. Damit zeigte er, dass das Klima zuverlässig modelliert werden kann, obwohl das Wetter oft wechselhaft und chaotisch ist.

Zum Verständnis: Wetter ist ein kurzfristiges Phänomen. Es beschreibt den Zustand der Atmosphäre an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit. Das Klima hingegen ist eine eher langfristige Angelegenheit. Mit seinen Methoden konnte Hasselmann nachweisen, dass der Temperaturanstieg in der Atmosphäre auf die menschlichen Kohlendioxidemissionen zurückzuführen ist. Wissenschaftlich ein Meilenstein, aber auch aus politischer Sicht von großer Bedeutung.

Nobelpreisgewinner legten Grundstein für unser Wissen über das Weltklima

An Hasselmanns Forschung schließen die Entdeckungen von Syukuro Manabe von der Princeton University (USA) an. Er wies ganz grundsätzlich nach, wie ein erhöhter Kohlendioxidgehalt in der Atmosphäre zu einem Anstieg der Temperaturen an der Erdoberfläche führt. Seine Arbeit legte folglich den Grundstein für die Entwicklung der heutigen Klimamodelle.

Physik-Nobelpreis 2021: Die andere Hälfte geht an Giorgio Parisi

Giorgio Parisi erhält die andere Hälfte des Physik-Nobelpreises 2021. Der emeritierte Professor für Theoretische Physik von der Universität Rom La Sapienza entdeckte verborgene Muster in ungeordneten komplexen Materialien. Seine Forschungsergebnisse gehören zu den wichtigsten Beiträgen zur Theorie komplexer Systeme. Sie ermöglichen es, viele verschiedene und scheinbar völlig zufällige Materialien und Phänomene zu verstehen und zu beschreiben. Und zwar nicht nur in der Physik, sondern auch in anderen Fachgebieten wie in der Mathematik, der Biologie, den Neurowissenschaften und dem maschinellen Lernen. Der rote Faden, der alle drei Preisträger in ihrer Arbeit vereint: Das Ziel, chaotische Zustände – ob beim Klima oder bei anderen komplexen Systemen – verständlich zu machen.

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