Liebe und Sex So hält euch Liebe machen fit

Author: Susi Weichselbaumer

Published at: 5-7-2022

Man kann auf dem Hometrainer, im Fitnessstudio oder beim Joggen den Kreislauf ankurbeln. Oder im Bett! Wenn man den Körper lustvoll beim Sex ins Schwitzen bringt. Mehr Verrenkungen verbrennen mehr Kalorien. Auch Selbstbefriedigung zählt. Wie euch Sex in Schwung bringt.

Frau und Mann haben Spaß beim Sexspiel. | Bild: colourbox.com

Kraftwerk Mensch: Was beim Sex im Körper passiert

Ein Paar auf einem Bett. | Bild: picture alliance / Panther Media | Antonio Guillen Fernández

Lust und Leidenschaft lassen unseren Körper auf Hochtouren laufen.

Beim Sex schlägt das Herz schneller, die Adern weiten sich, Blut wird kraftvoll durch den Körper gepumpt, der Stoffwechsel läuft auf Hochtouren. Die Hormondrüsen drehen voll auf. Sie schütten Geschlechtshormone aus, Endorphine, dazu das "Glückshormon" Dopamin und das "Kuschelhormon" Oxytocin. Beim Orgasmus dann wird die Lunge massiert. Wir atmen dabei 40 Mal pro Minute ein und aus. Und nach all der Action? Schlafen wir besser.

Für Mensch und Tier: Sex - ein Fitnesstest!

Kopulierende Löwen. Wann die Löwin Sex vom Löwen fordert. | Bild: picture alliance/blickwinkel/AGAMI/D. Shapiro

Taugt der was? Löwinnen testen Löwen in ganz bestimmten Situationen.

Doch wie die Natur so ist: Zum Spaß passiert da nichts - auch nicht in Liebesdingen. Kosten werden knallhart mit Nutzen abgewägt. Sex dient nicht nur der Lustbefriedigung und der Fortpflanzung. Beim Sex können Menschen auch testen, ob ihr Partner fit und gesund ist. Unter Tierpaaren ist das übrigens genauso. "Bei Löwen ist es auffällig, dass die Weibchen von den Männchen ganz viel Sex fordern in bestimmten Situationen - und zwar, wenn ein neues Männchen kommt, um zu testen, wie fit dieses Männchen ist", sagt der Tübinger Evolutionsbiologe Thomas Junker.

Gesagt: Fit für die Beziehung?

"Das [Verhalten der Löwen] erinnert ein bisschen an das, was wir beim Menschen beobachten. Gerade am Anfang einer Beziehung hat natürlich Sexualität einen ganz hohen Stellenwert, um sich kennenzulernen, um sich näher zu kommen. Auch zu schauen, ob man zusammenpasst, ob der andere auch körperlich und emotional fit ist für eine Beziehung."

Thomas Junker, Evolutionsbiologe, Tübingen

Reinhören: So gesund ist die Liebe

Gesünder durch Sex: Das geht allein, zu zweit, zu dritt...

Bunte gläserne Dildos | Bild: picture alliance / Rolf Kremming | Rolf Kremming

Sex beschäftigt den ganzen Körper. Dabei ist es nicht so wichtig, ob ein, zwei oder mehrere Körper am Liebesspiel beteiligt sind. Untersuchungen zeigen: Wer sich alleine Gutes tut, aktiviert dieselben Hormone. Und klar, die Stellungen sind wahrscheinlich weniger energieintensiv, aber Kalorien verbraucht Selbstbefriedigung trotzdem. Und Spaß macht es vielen auch, wie der Markt an Sexspielzeug zeigt.

Nackte Fakten: Zahlen rund ums Liebesspiel

  • Vorspiel: In Deutschland dauert es 18 Minuten.
  • Liebesakt: Von 33 Sekunden bis 44 Minuten ist alles dabei. Im Schnitt sind es aber 5,4 Minuten. Jüngere sind ausdauernder als Ältere. Sie brauchten in einer Studie 6,5 statt 4,3 Minuten.
  • Orgasmus: Wir atmen 40 Mal pro Minute ein und aus. Das freut die Lunge.
  • Kalorienverbrauch: Eine halbe Stunde Sex mit Höhepunkt kostet Männer etwa 100 Kalorien, Frauen 70. Bei komplexen Kamasutra-Übungen mit voller Muskelanspannung können auch 70 Kalorien pro Minute verbraucht werden.
  • Zungenkuss: Pro Zungenkuss tauschen wir 0,6 Milliliter Wasser aus. Das stärkt die Abwehrkräfte.

Reine Kur: Wie Lust dem Organismus nützt

Liebespaar | Bild: picture alliance / Bildagentur-online/Tips-Images

Nicht nur das Immunsystem und der Kreislauf profitieren: Wer Sex hat, lebt gesünder.

Schon rund 20 Minuten körperliche Betätigung am Tag senken das Krankheits- und Krebsrisiko. Zu Aktivitäten, die uns fitter machen, gehören so banale Dinge wie Spazierengehen, aber auch aufregende Dinge wie Sex. Auf den Punkt gebracht: Sexuelles Training fördert die Fitness und hält gesund. Und dass sind die Gründe: Ein Orgasmus trainiert die Lunge durch schnelles, kräftiges Atmen. Dazu schüttet der Körper bei einer Erektion Stickstoffmonoxid aus. Das beugt Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor. Beim Sex pumpt das Herz gewaltig, Blut wird energisch durch die Adern gespült und bringt ganz nebenbei Nährstoffe an die richtigen Stellen.

Untersuchungen in den USA und in Australien haben gezeigt: Männer, die öfter als fünfmal die Woche ejakulieren, verringern ihr Risiko an Prostata-Krebs zu erkranken um 30 Prozent. Auch das Immunsystem freut sich über Sex mit Partner: Durch den engen Körperkontakt tauschen wir Keime aus. So stärken Zungenküsse die Abwehrkräfte und zwei- bis dreimal Sex pro Woche reichen, um die Zahl der Antikörper im Speichel merklich zu erhöhen.