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Partielle Sonnenfinsternis am 25. Oktober Der Mond schiebt sich ein Stück vor die Sonne

Am 25. Oktober 2022 gibt es eine Sonnenfinsternis, auch über Deutschland. Doch der Mond schiebt sich nur ein kleines Stück über die Sonnenscheibe. Aber das lohnt sich, denn die nächste bessere SoFi ist noch weit.

Von: Heike Westram

Stand: 01.08.2022

Am 25. Oktober tritt der Neumond ein Stück vor die Sonnenscheibe und verdeckt sie zum Teil: Eine partielle Sonnenfinsternis findet statt. Wer genau weiß, wann das passiert, und das nötige Gerät hat, kann die SoFi beobachten.

SoFi beginnt über Island und endet in Indien

Animation des Finsternisverlaufs der Sonnenfinsternis am 25. Oktober 2022 | Bild: NASA 

Der Halbschatten des Mondes fällt erstmals um 10.58 Uhr unserer Zeit (in Sommerzeit MESZ) bei Island auf die Erdkugel, wenn dort die Sonne gerade aufgeht. Von hier zieht der Mondschatten quer über Europa, den Nordosten Afrikas und den Nahen Osten sowie Russland bis nach Asien, wo er an Indiens Westküste um 15.02 Uhr unserer Zeit verschwindet, wenn dort die Sonne gerade untergeht.

In Deutschland ist die Sonnenfinsternis mittags

Verlauf der partiellen Sonnenfinsternis am 25. Oktober 2022

Bei uns in Deutschland ist die Sonnenfinsternis mittags zu sehen - etwa von Viertel nach elf Uhr bis Viertel nach ein Uhr. Die genauen Zeitpunkte variieren je nach Standort. Von München aus gesehen berührt die Mondscheibe den Rand der Sonnenscheibe erstmals um 11.14 Uhr und zuletzt um 13.17 Uhr. Maximal ist die Bedeckung der Sonnenscheibe um Viertel nach zwölf Uhr.

Doch selbst dann ist nur ein kleiner Teil der Sonnenscheibe vom Mond bedeckt - es findet nur eine Teilfinsternis statt. Dadurch wird die Sonne lange nicht so stark abgedunkelt wie bei einer totalen Sonnenfinsternis. Auch Sterne und Planeten werden ringsum nicht sichtbar, da der "Sonnenrest" weiterhin hell leuchtet.

SoFi-Brille parat?

Nie ungeschützt in die Sonne blicken!

Sonnenfinsternis-Brillen

Ob Sonnenfinsternis oder andere Beobachtungen am Tage: Blicken Sie auf keinen Fall ungeschützt in die Sonne! Auch eine Sonnenbrille schützt Ihre Augen nicht genug. Sie können schwere Verletzungen davontragen - bis zur Erblindung. Benutzen Sie immer eine Sonnenfinsternis-Schutzbrille!

Sollten Sie die Sonne mit einem Teleskop oder Fernglas betrachten, brauchen Sie unbedingt spezielle Filter, da die Vergrößerung auch die Intensität der Strahlen verstärkt. Es genügt nicht, eine Schutzbrille vor die Linse zu halten!

Wie groß die Bedeckung ist, ist je nach Standort unterschiedlich. Im Südwesten Deutschlands werden nur etwa zwanzig Prozent der Sonnenscheibe verdeckt, in München etwa ein Viertel. Auf Rügen sind es dagegen schon 35 Prozent. Die größte Bedeckung sehen die Menschen in Sibirien: 82 Prozent der Sonnenscheibe werden verdeckt, sodass für kurze Zeit nur noch eine Sonnensichel übrig bleibt.

Ein kosmischer Zufall

Totale Sonnenfinsternis

Sonne, Mond und Erde - dieses kosmische Dreiecksverhältnis führt zu einem einzigartigen Ereignis im Sonnensystem: der totalen Sonnenfinsternis. Die Sonne ist zwar 400 Mal größer als der Mond, aber sie ist auch 400 Mal weiter von der Erde entfernt. Dadurch erscheinen uns beide am Himmel gleich groß. Tritt der Mond genau zwischen Erde und Sonne, verdeckt er sie aus unserer Perspektive komplett - die Sonne ist verfinstert.

Warum es nicht jeden Monat eine SoFi gibt

Auf seiner Runde um die Erde zieht der Mond jeden Monat zwischen Erde und Sonne hindurch - Neumond. Doch dabei bedeckt er die Sonnenscheibe meistens gar nicht. Denn zur Erdumlaufbahn um die Sonne ist die Mondbahn um fünf Grad geneigt. Dadurch befindet sich der Mond aus unserer Sicht meist unterhalb oder oberhalb der Sonnenscheibe, wenn er zwischen Erde und Sonne hindurch wandert. Nur wenn der Neumond zugleich genau die Erdbahn kreuzt, kommt es zu einer Sonnenfinsternis.

Totale Sonnenfinsternis

So kommt es zu einer Sonnenfinsternis

Je nach Länge und Geometrie des Mondschattens kann von der Erde aus eine partielle, eine ringförmige oder eine totale Sonnenfinsternis beobachtet werden. Bei der totalen Sonnenfinsternis steht der Beobachter im Kernschatten des Mondes, dessen Scheibe die Sonnenscheibe vollständig bedeckt. Während dieser Totalität ist die Korona der Sonne sichtbar und es wird so dunkel, dass man sogar mitten am Tag die helleren Sterne sehen kann.

Partielle Sonnenfinsternis

Partiell ist die Sonnenfinsternis, wenn die Mondscheibe nur Teile der Sonne verdeckt. Dann trifft nur der Halbschatten des Mondes auf die Erde - auch Teilfinsternis genannt. Aber auch jede totale Sonnenfinsternis beginnt und endet als partielle. Und auch die Totalität, bei der die Mondscheibe die Sonnenscheibe völlig bedeckt, ist nur auf einem relativ schmalen Streifen der Erde zu sehen, der sogenannten Totalitätszone: Nur hier wandert der Kernschatten des Mondes über die Erde. Nördlich und südlich grenzen an die Totalitätszonen sehr breite Streifen, von denen aus nur eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen ist.

Wie schön selbst diese Teilfinsternis ist, zeigen Ihre Bilder von der partiellen Sonnenfinsternis im März 2015:

Der seltene, schöne Sonnenring

Ringförmige Sonnenfinsternis

Eine ringförmige Sonnenfinsternis ist eine Sonderform der totalen: Der Mond schiebt sich komplett vor die Sonne, wenn er gerade sehr weit von der Erde entfernt ist. Dadurch kann in diesem Fall die etwas kleinere Mondscheibe die Sonnenscheibe nicht vollständig verdecken. So bleibt der typische Sonnenring stehen, der diese Sonnenfinsternis besonders sehenswert macht.

Siebeneinhalb Minuten

Zur Totalität wird die Korona der Sonne sichtbar

Wie lange der schöne Moment der Totalität anhält, ist bei jeder Finsternis verschieden. Die letzte totale Sonnenfinsternis über Deutschland im Jahr 1999 war mit knapp zweieinhalb Minuten recht kurz. Die längste tatsächlich gemessene Totalität gab es am 20. Juni 1955 auf den Philippinen: 7 Minuten und 8 Sekunden.
Theoretisch kann die Totalität bis zu 7 Minuten und 33 Sekunden dauern. Das wird die Finsternis am 16. Juli 2186 im Mittelatlantik mit 7 Minuten und 29 Sekunden fast erreichen. Sie bleibt für die nächsten 1.469 Jahre Rekordhalter.

Eine ringförmige Sonnenfinsternis kann theoretisch sogar 12,5 Minuten dauern, da der Mond weiter von der Erde entfernt ist. In Erdferne bewegt er sich langsamer und braucht für die gleiche Strecke am Firmament deutlich länger.

Die regelmäßige Sensation

Jedes Jahr gibt es zwei bis vier Sonnenfinsternisse - weltweit gesehen. Doch da jede SoFi nur auf einem wenige hundert Kilometer breiten Streifen zu sehen ist, wird sie für jeden einzelnen Ort auf der Erde zur Seltenheit. Eine totale Sonnenfinsternis in Deutschland gab es zuletzt am 11. August 1999. Partielle Verfinsterungen konnten wir seither aber ein paarmal sehen.

Die nächste Sonnenfinsternis bei uns

Der Moment kurz vor der Totalität

Im April 2023 wird es wieder eine Sonnenfinsternis geben, leider nur für Asien und Australien. Auch die darauf folgenden SoFis sind bei uns nicht sichtbar. Erst im März 2025 findet auch bei uns wieder eine Sonnenfinsternis statt, bei der aber nur ein ebenso kleiner Teil der Sonnenscheibe beschattet wird wie dieses Mal.

Erst am 12. August 2026 ist eine SoFi bei uns wieder richtig bemerkenswert. In Teilen Spaniens und Islands wird sie total sein, bei uns wird immerhin der größte Teil der Sonnenscheibe bedeckt. Allerdings findet diese SoFi bei uns bei Sonnenuntergang statt. Für eine totale Sonnenfinsternis in Deutschland müssen wir uns noch sehr lange gedulden: Erst am 3. September 2081 ist es wieder so weit - über dem Gebiet des Bodensees. Rund ein halbes Jahrhundert später, am 7. Oktober 2135, dann auch in Norddeutschland.

Zeitangaben im "Sternenhimmel"

Auf- und Untergangszeiten für München

Alle Zeitangaben sind für den Standort München berechnet. Insbesondere bei Auf- und Untergangszeiten müssen Sie für andere Orte in Deutschland einige Minuten hinzuzählen oder abziehen.
Faustregel: Pro Längengrad ostwärts ziehen Sie vier Minuten ab, westwärts zählen Sie pro Grad vier Minuten dazu.
Die Abweichung pro Breitengrad ist dagegen abhängig von Jahreszeiten und Himmelsrichtung des beobachteten Objekts. Im extremsten Fall - etwa dem Sonnenaufgang im Winter - weichen die Zeiten im äußersten Norden Deutschlands um etwa eine halbe Stunde ab.


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