ARD alpha Uni Architekt sein · kreativ konstruieren von der Idee bis zum fertigen Bauwerk

Author: Susanne Bauer-Schramm

Published at: 15-11-2022

Tobias hat sein Architekturstudium erfolgreich abgeschlossen, er arbeitet bei "hirner & riehl architekten und "tadtplaner" in München. in München. Jetzt ist er Anwärter als Mitglied der Bayerische Architektenkammer. Um sich Architekt nennen zu dürfen, muss er mindestens zwei Jahre Berufserfahrung nachweisen.

Tobias, Anwärter bei der Bayerischen Architektenkammer, arbeitet im Architekturbüro Hirner & Rhiel in München. | Bild: BR/Stefan Dorner

Voraussetzung

Architekt bzw. Architektin kannst du nur durch ein erfolgreiches Bestehen eines Architekturstudiums werden. Als erstes schließt du in sechs bis acht Semestern, je nach Universität und Hochschule, den Bachelor of Science, den Bachelor of Engineering oder den Bachelor of Arts, ab. Als Voraussetzung hierfür benötigst du in der Regel mindestens ein Fachabitur.

Und häufig kommen noch Vorpraktika und eine Eignungsprüfung als Voraussetzung hinzu.

Es gibt auch Ausnahmen je nach berufsspezifischen Qualifikationen, wie einem Meister in einem Architektur-nahen Fach, dass du auch ohne Hochschulreife studieren kannst. Am besten, du fragst bei deiner Wunschhochschule nach.

Du kannst auch dual, parallel zum Arbeiten in einer Firma, Architektur studieren.

Als Architekt:in arbeitest du häufig mit Stadtplanern, Landschafts- und Gartenarchitekten und Innenarchitekten zusammen. Im Architekturstudium kannst du dich durch passende Wahlfächer weiterbilden oder du kannst dich im Masterstudium in einem eigenständigen Studiengang spezialisieren. So steigen deine Berufschancen.

Tobias erstes Bauprojekt

Für die Berufsbezeichnung Architekt Eintragung in der Architektenkammer

Die Anforderungen können je nach Bundesland variieren. Erst wenn du Mitglied in der Architektenkammer deines Bundeslandes bist, darfst du die offizielle Berufsbezeichnung "Architektin" oder "Architekt" tragen.

 "Architekt" stammt aus dem Griechischen und kann im Deutschen sinngemäß als „der Erste am Bau“ verstanden werden.

Zu den Zugangsvoraussetzungen, Mitglied der Architektenkammer zu werden, gehören beispielsweise ein achtsemestriges Studium und zwei Berufsjahre als Architekt:in mit praktischer Tätigkeit, die unter der Aufsicht einer berufsangehörigen Person oder der Architektenkammer absolviert werden muss. Dieser Nachweis erfolgt nach dem Berufsanerkennungsrichtlinien 46(1) der EU. Bei Bewerber:innen großer Büros mangelt es laut Architektenkammer an dem Nachweis echter praktischer Tätigkeiten. Du musst tatsächlich eine Baustelle betreuen, die Bauausführung und die Bauüberwachung übernehmen und nicht nur an den Planungsschritten im Büro arbeiten. Du kannst diese Aufgaben es mit einer Art Referendariat vergleichen.

Gut zu wissen: Das Gelistet sein in einer Architektenkammer ist gut für deine Altersversorgung. Die Alterssicherung ist über ein Versorgungswerk ähnlich wie bei Ärztinnen und Ärzten und Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten aufgebaut. Architektenkammern sind als Körperschaften des öffentlichen Rechts vom Staat beauftragt, den Beruf durch Überwachung und Förderung des Berufsrechts der Architektinnen und Architekten zu verwalten. Außerdem ist sie für die Weiterbildung der Architektinnen und Architekten zuständig.

Skills neben räumlichen Denken ausgeprägte Teamfähigkeit

  • Räumliches Vorstellungsvermögen
  • Teamfähigkeit berufsübergreifend (Kommunikation mit unterschiedlichen Gewerken am Bau)
  • Fähigkeit sich anzupassen
  • Flexibilität
  • Statik-Berechnungen überblicken
  • Planungsgeschick
  • Handwerkliches Knowhow
  • Geduld und Fingerspitzengefühl für den Modellbau zum Einreichen bei Wettbewerben um einen Bauauftrag
  • Neugierde
  • Offenheit für kontinuierliche Weiterentwicklungen in der Baubranche
  • Ehrgeiz/Durchhaltevermögen/Belastbarkeit
  • Stressresistenz

Architekt:innen müssen empathisch handeln und Grenzen setzen

Tobias, Architekturanwärter, im Architekturbüro Hirner & Rhiel in München | Bild: BR / Stefan Dorner

"Es will immer jemand etwas von dir, ob das nun eine Bauherrenschaft ist, Fachplaner oder andere Kollegen, ob es auf der Baustelle oder bei einer Firma ist. Gerade, wenn es dann ums Bauen geht, wenn dann Terminpläne, Kosten davon betroffen sind, dann sind das sehr sensible Inhalte. Da gibt’s auch sehr viele Stimmungen dazu, die muss man irgendwie puffern, aber gleichzeitig auch eine Grenze oder Linie ziehen, um das nicht selbst mit nach Hause zu nehmen, was als Berufsanfänger manchmal sehr schwierig ist. Man hat extrem viel Verantwortung bekommen, man möchte damit bestmöglich umgehen und auch das bestmögliche Ergebnis liefern. Ich würde heute erst eine Ausbildung vor meinem Studium machen, vielleicht zum Zimmerer, zum Schreiner, um mich in manchen Dingen leichter zu tun, um mehr Verständnis im Vorfeld zu haben. Die größte Vorbereitung vom Studium in den Alltag war die Stressresistenz."

Tobias, angehender Architekt, Büro „Hirner & Riehl“ in München

Beruf und Karriere – Architekt:in

Architektinnen und Architekten sind für die Gebäudeplanung und -gestaltung verantwortlich. Dein Knowhow ist in Ingenieurwissenschaften als auch in der Kunst gefragt. So gehört zum Beispiel die Denkmalpflege genauso wie die Kreativität bei Planungen nachhaltiger Gebäude zu möglichen Berufsinhalten.

Überblick über Tätigkeiten als Architekt:in:

  • Besonderes Vertrauensverhältnis zwischen Bauherr und Architekt
  • Ansprechpartner:in und Vertretung der Interessen aller am Bau Beteiligten
  • Abstimmung mit anderen Stakeholdern (z.B. dem Bauamt)
  • Vom Entwurf über Baugenehmigung und Detailplanung Abwicklung der Planung (Vor-, Entwurf-, Genehmigungs-, Ausführungsplanung)
  • Aufklärung über baurechtliche Fragen
  • Beratungstätigkeiten und Hinweispflicht zu wichtigen Umständen
  • Bauüberwachung je nach Beauftragung
  • Objektbetreuung und Dokumentation
  • Kontinuierliche Kosten- und Qualitätskontrolle


Deine Berufschancen als Architekt:in hängen stark von der Entwicklung der Baubranche ab, die wieder abhängig vom Wirtschaftswachstum eines Landes ist. Eine gute Auftragslage hängt einerseits vom Wohnungsbedarf ab, der über 2022 hinaus ständig steigend ist, aber auch von den bis Anfang 2022 niedrigen Zinssätzen, die aktuell wieder steigen. Laut der Bundesagentur für Arbeit war zurückblickend die Arbeitslosenquote bei Architektinnen und Architekten 2016 am niedrigsten im Vergleich der letzten 10 Jahre. Das zieht aber auch nach sich, dass durch stetig steigende Studierendenzahlen die Zahl der Fachkräfte extrem zunimmt und so auch die Konkurrenz um einzelne Arbeitsplätze größer wird. Und die schwankende Auftragslage im Baugeschäft bringt zusätzlich das Risiko der Arbeitslosigkeit bzw. unständigen Beschäftigung in Architektur-Berufen mit sich.

Als Architekt:in kannst du mit der Freiberuflichkeit im eigenen Architekturbüro genauso durchstarten wie in einer Anstellung im öffentlichen Bereich oder in Firmen der Baubranche wie auch im Dienstleistungsbereich.

Mögliche Arbeitgeber:innen sind:

  • Architektur-, Planungs- und Konstruktionsbüros
  • Behörden, z.B. Bauämter und Denkmalbehörden
  • Unternehmen des Baugewerbes und der Bauindustrie
  • Facility-Dienstleister, Bau- und Energieberatung usw.

Gehalt

Im Laufe der Berufserfahrung steigt das Gehalt von 3.370 Euro / Monat bis auf 5.700 Euro / Monat. Im Schnitt beträgt der Brutto-Verdienst 4.270 Euro / Monat. Architektinnen und Architekten in Rheinland-Pfalz können im Schnitt mit einem Monatsverdienst von um die 4.650 Euro, dem höchsten Bruttoverdienst der Bundesländer, rechnen. Wenn du deutsche Städte vergleichst, kannst du in Dresden von einem durchschnittlichen Brutto-Monatsverdienst von 3.420 Euro ausgehen, im Vergleich verdienst du in Dortmund über 1.000 Euro mehr im Monat, durchschnittlich 4.540 Euro. Frauen sind im Vergleich zu Männern beim Architekten-Gehalt immer noch benachteiligt: Männer verdienen im Bundesländer- und Städte-Vergleich 4.830 Euro / Monat, Frauen nur 3.750 Euro / Monat. Das Architekten-Gehalt hängt von der jeweiligen Beschäftigung und von der Größe des Unternehmens ab.
(Quelle: Bruttogehalt laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit)