Bienen und Wildbienen Fünf faszinierende Fakten über die Insekten

Stand: 18.05.2022

Ohne Bienen gäbe es keine Erdbeeren, keine Tomaten und keine Kirschen. Die Insekten können aber nicht nur klitzekleine Blüten bestäuben. Wir haben fünf erstaunliche Fakten zu Bienen und Wildbienen für euch.

Bienen fliegen um den Bienenstock herum, Nahaufnahme, im Hintergrund blauer Himmel und eine Wiese. | Bild: picture alliance / ZUMAPRESS.com | Robin Loznak

1. Tapezierer: Manche Bienen basteln sich Tapeten

2. Hummel-Superkraft: Hummeln bestäuben durch Vibration

Eine Hummel hängt an einer noch roten Heidelbeere, die an einem Hang des des Hoherodskopfes im Vogelsberg wächst, und saugt Nektar aus der Blüte. Das Insekt ist auch eine Wildbiene. | Bild: picture alliance/dpa | Frank Rumpenhorst

Hummeln sind die einzigen Wildbienen, die Heidelbeeren bestäuben können.

Hummeln sind die bekanntesten Wildbienen und besonders wichtig für Heidelbeeren. Die gehören zu den Erikagewächsen, die sich dadurch auszeichnen, dass der Pollen über eine kleine Pore abgegeben wird. An den kommen Insekten nicht so leicht heran. Die Hummel schon! Sie hängt sich unter die Blüte, vibriert ein bisschen und schüttelt so den Pollen heraus. Hummeln sind die einzigen Wildbienen, die das können. Menschen können das nur annähernd nachmachen - mit Stimmgabeln. Diese Fähigkeit macht die Hummeln sehr attraktiv für Heidelbeer-Züchter in aller Welt.

3. Konkurrenten: Honigbienen und Wildbienen vertragen sich nicht gut

Hobbyimkerin Erika Mayr kontrolliert ihre Bienenvölker auf einem Dach auf dem Messegelände in Berlin. | Bild: picture alliance / Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/ZB | Jens Kalaene

Imkern wird immer beliebter - auch in Großstädten.

Honigbienen sind gefragt: Auch in Städten gibt es seit einigen Jahren immer mehr Hobby-Imker, die auf ihrem Balkon oder auf ihrem Dach Bienen halten. Gibt es jedoch zu viele Honigbienen, machen sie den Wildbienen Konkurrenz. Und sie können Krankheiten und Parasiten auf ihre wilden Artgenossen übertragen. Das passiert zum Beispiel bei dem Virus, das von der berüchtigten Varroa-Milbe übertragen wird und dazu führt, dass sich die feinen Flügel der Bienen nicht richtig ausbilden. In freier Wildbahn sind Wildbienen kaum gefährdet, sich das Virus einzufangen. Wenn sie aber auf immer mehr Honigbienen treffen, die befallen sind, erkranken sie auch. Mit dem Nachteil, dass ihnen dann kein Imker und keine Imkerin helfen kann, sich von der Varroa-Milbe wieder zu befreien.

4. Wohnungsdiebe: Hummeln klauen Mäusen die Behausung

Dunkle Erdhummel (Bombus terrestris): Eine erwachsene Hummel-Königin und Arbeiterinnen im Nest mit Waben. Die Königin ist fast dreimal so groß wie die Arbeiterinnen. | Bild: picture alliance / imageBROKER | FLPA/Richard Becker

Erdhummeln sind Wohnungsdiebe - und können Mäuse in die Flucht jagen.

Kalte Temperaturen machen Hummeln und einem Hummelvolk nichts aus: Sie legen ihre Nester im Boden an und isolieren sie gut. Dafür können sie eigene Höhlen graben - das macht aber viel Arbeit. Da schnappen sie sich lieber eine Mäusewohnung: Mäusehöhlen sind praktisch für die Hummeln, weil sie darin auch gleich Nistmaterial zum Auskleiden finden. Gut, wenn die Behausung schon verlassen ist, zumindest für die Maus! Wohnt sie noch dort und ein Erdhummelvolk will einziehen, stechen die Insekten das im Vergleich riesige Nagetier und verjagen es.

5. Schweißliebhaber: Manche Bienen fliegen auf Schweiß

Im Regenwald von Peru sind Mineralien Mangelware - aber im Schweiß finden Schweißbienen alles, was sie brauchen.  | Bild: picture alliance / All Canada Photos | Andrew McLachlan

Im Regenwald stürzen sich Bienen gern auf Schweiß und Tränen.

Einige Bienen lieben Schweiß, vor allem in den Tropen: Er beinhaltet wertvolle Mineralstoffe, die sie zum Beispiel im peruanischen Regenwald sonst nicht so leicht finden. Thassilo Franke vom Naturkundemuseum Biotopia in München nennt diese Bienen, die auch schon an ihm geschleckt haben, im "Alles Natur"-Podcast von Bayern 2 auch "Schweißbienen". Für seine Diplomarbeit war der Biologe monatelang im Amazonasgebiet unterwegs. Jeden Tag lockte er mit seinem verschwitzten T-Shirt hunderte dieser Schweißschlecker an: "Man hat die Station verlassen, war im Wald und war von einer Wolke von diesen Bienen umgeben, die sind in das T-Shirt gegangen, die sind in die Achselhöhlen." Auch die Nasenlöcher waren beliebtes Ziel der Bienen und die Tränendrüsen am Auge. "Da haben sie sich immer angesammelt und haben richtig versucht, mit ihrem Saugrüssel da reinzugehen." Immerhin: Die Bienen haben keinen Stachel. Wenn nicht gerade Forscher im Regenwald schwitzen, saugen die Bienen die Tränen von Tieren auf.

Wildbienenschutz: Das könnt ihr tun

In Deutschland leben mehr als 560 Wildbienen-Arten. Wir alle können etwas tun, um die Bienen zu schützen. Der Bund Naturschutz empfiehlt:

  • Wildblumen sähen.
  • Nur zweimal im Jahr mähen und das erst ab Juni.
  • Karge Stellen im Garten einrichten für Pionierblumen wie den Natternkopf.
  • Auf dem Balkon bieten Salbei oder die Kornblume Nahrung für Wildbienen.
  • Den Garten im Herbst nicht aufräumen, sondern Nistplätze aus Holzresten liegen lassen.
  • Stauden nach dem Verblühen stehen lassen, hier überwintern Wildbienen.
  • Und das Wichtigste: auf Pestizide verzichten.