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Gefährliche Erreger EHEC - Gefahr durch rohe Lebensmittel

Infektionen mit EHEC-Bakterien kommen immer wieder vor. Die Erreger werden über rohe Lebensmittel übertragen. Wer infiziert wird, bekommt zunächst meist blutigen Durchfall. Dann heißt es: sofort zum Arzt.

Stand: 06.10.2022

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Enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC) besiedeln natürlicherweise den Darm von Wiederkäuern und werden mit dem Kot ausgeschieden. Tiere macht EHEC nicht krank, bei Menschen kann es aber Darminfektionen verschiedener Schweregrade auslösen. Menschen können sich direkt (Schmierinfektionen) oder indirekt (verschmutztes Wasser oder verschmutzte Lebensmittel) bei den Tieren anstecken.

Lebensmittel können belastet sein

Rohes Fleisch: mögliche EHEC-Infektionsquelle

Bei Nahrungsmitteln sind meist rohes Fleisch, Rohmilch oder verschmutztes Wasser die Infektionsquellen. Kommen Gemüse und Obst in Kontakt mit infizierten Fäkalien, können aber auch diese Lebensmittel mit EHEC belastet sein. Über Kuhmilch, die im Handel erhältlich ist, müssen sich die Verbraucher im Gegensatz zu Rohmilch keine Sorgen machen. Pasteurisierte Milch wird in der Herstellung so stark erhitzt, dass EHEC keine Chance hat.

Bei blutigem Durchfall: sofort zum Arzt!

Eine EHEC-Infektion kann sich durch wässrigen bis blutigen Durchfall, Fieber, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen äußern. Wichtig sei, dass sich Menschen mit Symptomen wie sehr starkem oder blutigem Durchfall in ärztliche Behandlung begeben. In den meisten Fällen verlaufen die Erkrankungen relativ leicht. Nur in fünf bis zehn Prozent der Fälle entwickeln sich schwere Verläufe mit Nierenversagen oder Hirnschädigungen. Diese schlimmste Komplikation einer solchen Infektion heißt medizinisch HUS - für Hämolytisch-urämisches Syndrom.

Handhygiene besonders wichtig

Immer gründlich die Hände waschen

Der EHEC-Erreger wird durch Schmierinfektion übertragen, eine Ansteckung kann zum Beispiel durch verunreinigte Lebensmittel erfolgen. Deshalb ist Handhygiene in Zeiten der Epidemie besonders wichtig - und zwar vor jeder Mahlzeit. Aber auch, wenn man ein Haustier streichelt, das viel im Freien ist, sollte man sich danach gründlich die Hände waschen. Wichtig ist dabei, auch die Zwischenräume zwischen den Fingern gut zu reinigen und die Hände danach gründlich abzutrocknen.

Schutz vor EHEC

Wer ganz sichergehen will, sollte rohes Fleisch und Gemüse gut erhitzen - auf mindestens 70 Grad und das über zwei Minuten im Kern der Lebensmittel. Kälte ist kein hinreichender Schutz. Auch tiefgekühlte Lebensmittel sollten also vor dem Verzehr ausreichend erhitzt werden. Nach dem Kochen sollten alle Messer und Schneidebretter gut gewaschen werden. Auch die Arbeitsfläche in der Küche sollte man immer gut reinigen und die Putzlappen bei mindestens 60 Grad waschen.

EHEC-Bakterien: So schützen Sie sich

Fleisch

Fleisch und Hackfleisch von Wiederkäuern vor dem Verzehr ausreichend erhitzen - auf mindestens 70 Grad Celsius im Inneren des Fleisches.

Rohes Fleisch getrennt von anderen Lebensmitteln lagern und zubereiten, auch verschiedene Bretter, Teller, Messer und Zangen benutzen.

Milch

Rohmilch vor dem Verzehr abkochen.

Hygiene

Hände gründlich mit Wasser und Seife waschen sowie sorgfältig abtrocknen - mindestens vor der Zubereitung von Speisen, nach Kontakt mit Tieren oder rohem Fleisch und vor dem Essen. Kleine Kinder beim Kontakt mit Tieren beaufsichtigen. Nach dem Kontakt mit Tieren immer die Hände waschen.

Flächen

Flächen und Gegenstände nach Kontakt mit rohem Fleisch, dessen Verpackungen oder Tauwasser sofort gründlich reinigen und abtrocknen.

Lappen

Lappen und Handtücher nach der Zubereitung von rohem Fleisch möglichst auswechseln und bei mindestens 60 Grad waschen.

Obst

Obst und Gemüse sollte man schälen oder wenigstens gründlich waschen. Danach Bretter und Messer gründlich mit Wasser und Spülmittel reinigen, sorgfältig abtrocknen.

Einkauf

Für Menschen, die einer Risikogruppe angehören - das sind Säuglinge, Kleinkinder, ältere und abwehrgeschwächte Menschen -, gilt besondere Vorsicht: EHEC-Keime können auch in streichfähigen Rohwürsten, zum Beispiel Zwiebelmettwurst, Teewurst und Braunschweigern und in Rohmilchkäse vorkommen.

Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung, Robert-Koch-Institut

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