65

Redewendungen mit Tieren Wo liegt der Hund begraben?

Hunde, Gänse, Kater: Viele Sprichwörter sind echt tierisch. Wir erklären euch, was die Redewendungen bedeuten und welche Herkunft die Sprüche haben. Da wird der Hund in der Pfanne verrückt - und begraben.

Published at: 19-4-2024

Audio: Tierische Sprichwörter und ihre Bedeutung

Sich wie ein Schneekönig freuen

Die Redewendung "Sich wie ein Schneekönig freuen"

Die Redensart "Sich wie ein Schneekönig freuen" hat einen tierischen Ursprung.

Was die Redensart bedeutet, ist wohl den meisten klar: sich lebhaft und von ganzem Herzen über eine Sache freuen. Doch kommt das Sprichwort von einem als König geschmückten Schneemann? Das läge vielleicht nahe. Doch die Lösung ist eine andere - eine tierische.

Erklärung

Ein Singvogel spielt in der Redewendung "Sich wie ein Schneekönig freuen" eine entscheidende Rolle.

Bei der Redewendung handelt es sich um einen Tiervergleich, ähnlich wie in "Schimpfen wie ein Rohrspatz". Der Schneekönig ist unser kleinster Singvogel, besser bekannt als Zaunkönig. Er bleibt auch im strengsten Winter im Land und singt und pfeift trotz Schnee und Kälte munter vor sich hin. In Schlesien, Sachsen und Thüringen ist die Redensart stärker verbreitet. Dort gilt der Schneekönig auch als Spottname für den Schwedenkönig Gustav Adolf.

Da wird der Hund in der Pfanne verrückt

Die Redewendung "Da wird der Hund in der Pfanne verrückt"

Die Redewendung "Da wird der Hund in der Pfanne verrückt" geht wohl auf Till Eulenspiegel zurück.

Eigentlich sind Hunde doch die besten Freunde der Menschen. Aber in der Sprache haben sie es nicht leicht: Man kommt auf den Hund, ist ein Lumpenhund, und Hunde sind entweder dick, blöd, scharf, alt oder falsch. Das ist in der Tat zum Verrücktwerden - aber warum ausgerechnet in der Pfanne?

Hunde symbolisieren Treue und Wachsamkeit. Gleichzeitig werden sie in der Bildsprache häufig hergenommen, um Elend, Niederträchtiges und Unmenschliches abzubilden. Es ist also kein Wunder, dass Hunde mit ihrer starken Symbolhaftigkeit viel Stoff für Redensarten bieten. Man lockt sie unterm Ofen hervor, ist hundemüde oder leidet wie ein Hund. Außerdem weckt man schlafende Hunde beziehungsweise lässt es lieber, macht einen alten Hund tot und trägt den Hund zum Jagen.

Erklärung

Dass besagte Hunde dann in der Pfanne verrückt werden, ist also nur sehr verständlich und hat mit der Narrenfigur Till Eulenspiegel zu tun. In einer Geschichte von Till Eulenspiegel wird berichtet, wie er als Brauknecht in Einbeck von seinem Herrn angewiesen wurde, sorgfältig und so gut er könne Hopfen zu sieden, damit das Bier scharf davon schmecke. Doch Till warf, um seinem Herrn einen Streich zu spielen, dessen Hund "Hopf" in seine Braupfanne. Nach seiner Rückkehr fand der Meister entrüstet Hopfens Reste im Kessel. Till behauptete, er habe nur getan, was befohlen war.

Und so schaffte es Hund "Hopf" nicht nur in die Pfanne, sondern bis in eine Redensart. Heute wird der Hund in der Pfanne nämlich immer dann bemüht, wenn man seine ratlose und entrüstete Verwunderung zum Ausdruck bringen möchte, einem aber die Worte fehlen.

Da liegt der Hund begraben

Die Redewendung "Da liegt der Hund begraben"

"Da wo der Hund begraben ist", liegt der Kern eines Problems.

Ruhe in Frieden, lieber Benni. Ein langes Hundeleben geht zu Ende. Du wirst uns fehlen. Aber immerhin wissen wir jetzt, wo der Hund begraben liegt: unter der Tanne hinten links. Den Ursprung der umgangssprachlichen Redensart zu finden, ist da viel schwieriger.

Erklärung

Da wo der Hund begraben ist, liegt der Kern einer Sache. Der Ursprung dieser Redensart ist jedoch umstritten. Laut einer Fabel bezieht sich die Redensart auf einen Hundegedenkstein im Ort Winterstein in Thüringen. Dieser soll zu Ehren eines Hundes, der seinem Herrn Liebesbriefe überbrachte, aufgestellt worden sein. Ein Volksglauben aus dem 17. Jahrhundert besagt hingegen, dass verborgene Schätze immer von einem schwarzen Hund, der den Teufel symbolisieren soll, bewacht wurden. In diesem Sinn müsste die Redensart als "Da liegt der Schatz begraben" ausgelegt werden. Kurzum: Keiner weiß genau, wo der Hund wirklich begraben liegt.

Audio: Was Redewendungen mit Tieren bedeuten

Das ist des Pudels Kern

Die Redewendung "Das ist des Pudels Kern"

Goethe prägte die Redewendung "Das ist des Pudels Kern"

"Aha, das ist also des Pudels Kern!" Das haben Sie doch sicher auch schon gehört. Wahrscheinlich, als Sie jemandem nicht ganz die Wahrheit sagen wollten. Aber was haben Hintergedanken, die aufgedeckt wurden, mit einem Pudel zu tun? Und wieso Kern?

Erklärung

Die Redewendung geht auf Goethes "Faust" zurück. Auf einem Spaziergang wird Faust von einem unheimlichen Pudel begleitet. Er beschwört den Hund mit Zaubersprüchen. Das Tier entpuppt sich später als Teufel Mephisto. Fausts Erkenntnis der Wahrheit führte zum geflügelten Wort "des Pudels Kern", das man immer dann benutzt, wenn man den wahren Hintergrund einer Sache erkennt.

"Einen Bock schießen" und "Schwein haben"

Die Redewendungen "Einen Bock schießen" und "Schwein haben"

"Bock schießen und Schwein haben": Diese Redensarten mit Tieren werden verwendet, wenn jemand etwas vermasselt oder großes Glück hat.

Wenn jemand etwas total vermasselt, dann hat er einen Bock geschossen. Also im übertragenen Sinn. Und wenn jemand bei irgendwas total Glück hat, dann hat er Schwein gehabt. Was haben Bock und Schwein denn damit zu tun, wie wir uns anstellen?

Erklärung

Bei Schützenfesten gab es früher oft neben Preisen für die besten Schützen auch Spottpreise für die schlechtesten: Böcke oder Ferkel. Dann erkannte jeder sofort die Nichtskönner, die einen Bock geschossen hatten. Dass ein schlechter Schütze ein Schwein, ein begehrtes Nutztier, bekam, führte zur Redewendung "Schwein haben".

Einen Kater haben

Die Redewendung "Einen Kater haben"

Der Redensart "Einen Kater haben" liegt ein Missverständnis zugrunde.

Schon mal einen Kater gehabt? Also nicht das Wollknäuel-jagende Schmusetier, sondern einen Kater nach durchzechten Nächten. Bei Aspirin und Rollmops zum Frühstück fragt man sich doch: Was haben Kopfschmerzen und Übelkeit mit dem schnurrenden Vierbeiner gemein?

Erklärung

Warum wird gerade die auf Samtpfoten tapsende Mieze für einen so gar nicht samtweichen Gemütszustand missbraucht? Genau genommen hat die Katze gar nichts mit den Auswirkungen allzu heftiger Alkoholexzesse zu tun, denn die Redewendung "Ich habe einen Kater" ist aus einem Missverständnis heraus entstanden, eventuell bei lallender Konversation. Die Redensart "Einen Kater haben" hat sich aus dem griechischen Wort "Katarrh" entwickelt.

Katarrh beschreibt eine unangenehme Schleimhautentzündung, bei der der Gemütszustand ähnlich dem nach einer langen Nacht ist. Als im 19. Jahrhundert in der Leipziger Studentensprache der Katzenjammer mit dem "moralischen Katarrh" verschmolz, entwickelte sich der "Kater" zu der heutigen Redensart. Sein Revier ist das Feuchtbiotop der Kneipen und Feste.

Die Katze im Sack kaufen

Die Redewendung "Die Katze im Sack kaufen"

Auch die Redensart "Die Katze im Sack kaufen" geht auf Till Eulenspiegel zurück.

Sie möchten sich ein gebrauchtes Auto kaufen. Ein Angebot klingt verlockend, doch auf all ihre Fragen, bekommen sie keine echte Antwort. Am liebsten wäre es dem Verkäufer, sie würden den Kaufvertrag einfach unterschreiben. Kaufen Sie da eine Katze im Sack?

Erklärung

Bei der Redensart "Die Katze im Sack kaufen" spielt ursprünglich auch ein Hasenfell eine entscheidende Rolle.

Der Titelheld im Volksbuch "Till Eulenspiegel" nähte eine lebende Katze in ein Hasenfell, steckte sie in einen Sack und verkaufte sie als Hasen. Der Käufer hat sich später ganz schön geärgert, dass ihm da so ein Bär aufgebunden wurde. Also: Schauen Sie lieber in den Sack, bevor sie ihn kaufen.

Alles für die Katz

Die Redewendung "Alles für die Katz"

War die ganze Arbeit umsonst, nutzt man auch die Redewendung "Alles für die Katz".

Eine Kollegin schuftet wochenlang, um die Präsentation für den Chef fertig zu bringen. Sie macht Überstunden, kommt am Wochenende, doch als alles geschafft ist, sagt der Chef: "Das Projekt ist gestrichen!" Na toll! Die ganze Arbeit war für die Katz! Alles vergebens, alles umsonst - was hat das mit der Katze zu tun?

Erklärung

Die Redensart geht auf eine Fabel von Burkard Waldis (1490-1556) zurück, die in der umfangreichen Fabelsammlung "Esopus" zu finden ist: die Fabel "Vom Schmied und seiner Katze."
Darin verlangte der Schmied für seine Arbeit von den Kunden keinen festen Preis, sondern ließ sie selbst entscheiden, was sie ihm geben wollten. Die Kunden nahmen die Ware entgegen und verließen den Laden mit einem bloßen "Danke" - ihr Geld jedoch behielten sie. Daraufhin band der Schmied eine fette Katze in der Werkstatt an und antwortete auf das "Danke" der Kunden: "Katz, das geb ich dir!" Bald verhungerte die Katze und der Schmied beschloss, es genauso zu machen wie die anderen Handwerker und verlangte fortan von den Kunden einen festen Preis.

Gänsefüßchen setzen

Die Redewendung "Gänsefüßchen setzen"

Anführungszeichen nennt man spielerisch auch "Gänsefüßchen".

Gänsefüßchen sind der verspielte Ausdruck für Anführungs- und Schlusszeichen. Verwendung fand dieses - im wahrsten Sinne "geflügelte Wort" erstmals in der Barockzeit. Damals wurde noch ordentlich mit Tinte und Papier geschrieben. Wollte man ein Zitat kenntlich machen, setzte man um es herum solche >> eckigen Doppelklammern.

Erklärung

Im 18. Jahrhundert verglich man die v-förmigen Zeichen mit dem Abdruck des Gänsefußes, der ebenfalls v-förmig war - wenn auch sicherlich ein paar Schuhgrößen größer. Es war schließlich der Dichter Jean Paul, der den Ausdruck Gänsefuß populär machte: "Wir folgen natürlich gleichsam auf den Gänsefüßen dem Autor leichter und vernehmen ihn mit den Hasenöhrchen besser." Erst seit 1970 sind die v-förmigen Gänsefüßchen "gänslich" aus der Mode gekommen und man benutzt die heute geläufigen "schwebenden Kommas".

Mein Name ist Hase!

Die Redewendung "Mein Name ist Hase!"

"Mein Name ist Hase" sagt jemand, der sich nicht zu einer Sache äußern will.

Sie fragen einen Kollegen, ob er gestern Abend noch mit der neuen Kollegin unterwegs war. Sagt der plötzlich: "Mein Name ist Hase!" Dabei heißt der doch Müller! Aha, er will also nichts sagen ... Aber was hat der Hase damit zu tun?

Erklärung

Die Redewendung geht auf den Heidelberger Studenten zurück, der tatsächlich Hase hieß: Viktor Hase. Er musste sich 1854 vor Gericht äußern, wollte jedoch einen anderen Studenten nicht verpfeifen. Deshalb sagte er in der Befragung: "Mein Name ist Hase, ich verneine die Generalfragen. Ich weiß von nichts." Die Kurzform seines mutigen Ausspruchs kennt man heute deutschlandweit.

Da liegt der Hase im Pfeffer

Die Redewendung "Da liegt der Hase im Pfeffer"

Die Redewendung "Da liegt der Hase im Pfeffer" ist vom Hasenbraten abgeleitet.

Normalerweise hoppeln Hasen über die Wiese oder mümmeln im Käfig vor sich hin. Aber dass sie sich im Pfeffer suhlen, ist doch eher ungewöhnlich. Warum sagt man also "Da liegt der Hase im Pfeffer", wenn man auf die wahre Ursache oder den entscheidenden Punkt hinweisen will?

Erklärung

Der sprichwörtliche Hase im Pfeffer hat die schönste Zeit seines Lebens schon hinter sich, denn das arme Tier ist mausetot. Es handelt sich nämlich um eine kulinarische Delikatesse, die vor allem im Mittelalter beliebt war. Pfeffer war damals eine heiß begehrte Handelsware und verfeinerte vor allem Fleischspeisen. Die Gewürzbrühe, in die das Fleisch eingelegt wurde, nannte man sogar "Pfeffer". Unser Hase im Pfeffer ist also ein Hasenbraten, der in einer kräftigen Pfeffersoße zubereitet wird.

Wer nicht weiß, wo der Hase im Pfeffer liegt, das heißt, wo der Braten steht, bekommt auch nichts Leckeres zu essen. Für ihn wird es also äußerst schwierig, seine Wünsche zu erfüllen und ans Ziel zu gelangen. Nur wer den Braten riecht, kann ihn später auch genießen. Diese Deutung soll unter anderem durch einen Ausspruch des Satirikers Moscherosch belegt werden, der im 17. Jahrhundert gelebt hat: "Keiner aber weiß, wo der Haas im Pfeffer ligt, als der ihn angericht oder helfe essen."

Jemandem einen Bärendienst erweisen

Die Redewendung "Jemandem einen Bärendienst erweisen"

Die Redensart "Jemandem einen Bärendienst erweisen" geht auf eine Fabel des französischen Dichters Jean de la Fontaine zurück.

Man hat es doch nur gut gemeint und wollte helfen - doch man hat genau das Gegenteil erreicht. Ungewollt hat man jemandem Schaden zugefügt. Aber was hat das mit einem Bären zu tun?

Erklärung

Die Redensart geht auf die Fabel "Der Bär und der Gartenliebhaber" des französischen Dichters Jean de la Fontaine (1621-1695) zurück: Ein Bär will einem Gärtner etwas Gutes tun, indem er eine Fliege von der Nase des schlafenden Gärtners vertreibt. Der Bär wirft mit einem Stein nach der Fliege, wodurch er diese zwar verscheucht, zugleich aber den Gärtner tötet.

Video: Die Bedeutung des Wortes "Federspiel"

Jemandem einen Bären aufbinden

Die Redewendung "Jemandem einen Bären aufbinden"

Die Redensart "Jemandem einen Bären aufbinden" bedeutet jemanden anlügen.

Das geht doch gar nicht! Ein Bär ist viel zu schwer für den menschlichen Rücken. Umgangssprachlich bedeutet die Redensart "eine unwahre Geschichte erzählen", also jemanden anlügen. Doch was haben Lügen mit einem Bären zu tun? Das können Wissenschaftler auch nicht eindeutig beantworten. So gibt es unterschiedliche Erklärungen und eine mögliche hat mit Jägern zu tun und ist genau genommen eine Mischung aus zwei Redensarten.

Erklärung

Zum einen ist der Begriff "Bär" auf den alten Ausdruck "bar" zurückzuführen, der so viel wie "Last" oder "Abgabe" bedeutet. Jagdgesellen haben früher als Pfand für ihre Zechschulden einen Bären an der Theke angebunden. Also: Bär anbinden = Schulden machen. Zum anderen wurde der Ausdruck "Jemandem etwas aufbinden" früher mit "Lügen" gleichgesetzt. Aus dem angebundenen wurde schließlich der aufgebundene Bär, eine Kombination beider Ausdrücke.
Einfachere Erklärungsansätze leiten sich von dem Umstand ab, dass es praktisch unmöglich ist, jemandem unbemerkt einen Bären an- beziehungsweise aufzubinden. Andere Forscher assoziieren mit dem Bären lediglich eine Steigerung, um die Schwere der Lüge möglichst deutlich zu machen. Auch ein literarischer Ursprung des aufgebundenen Bären ist denkbar. Von 1825 bis 1832 wohnte der Wiener Dichter Ignaz Castelli in der Bärenmühle auf der Wieden (Wiener Bezirk), wo er seine "Wiener Bären" verfasste, eine Anekdotensammlung voll von Prahlereien. Sie wurden schnell berühmt, und mit ihr die Redensart "Jemandem einen Bären aufbinden".

Audio: Redensarten rund um "Jagen und Fischen"

Ein toller Hecht sein

Die Redewendung "Ein toller Hecht sein"

Erst war der Hecht eine negative Bezeichnung, wandelte sich aber zur positiven Redewendung "ein toller Hecht sein".

"Das ist ein toller Hecht!" Dann hat Frau wohl ein schmuckes männliches Exemplar entdeckt. Clever, erfolgreich und auch ein wenig draufgängerisch. Aber wieso wird ein solcher Herr der Schöpfung als Hecht - als Fisch - bezeichnet?

Erklärung

Die Bezeichnung "toller Hecht" für einen Draufgänger gibt es seit dem 18. Jahrhundert. Vorher stand das Wort "Hecht" für einen räuberischen Menschen, der andere ausplündert. "Unter dem Hecht verstehe ich alle Wüteriche, die die armen Leute fressen und auch ihre eigenen Verwandten zu Grunde richten", schreibt der bayerische Naturforscher und Theologe Konrad von Megenburg um 1350 in seinem "Buch der Natur". Diese Definition passt durchaus auch auf den Raubfisch, der dafür bekannt ist, neben anderen Fischen auch die eigenen Artgenossen zu fressen. Im Laufe der Zeit wandelte sich die Bedeutung des Wortes jedoch ins Positive - der Grund dafür ist nicht bekannt.

Info: Hecht

Der Hecht ist ein Raubfisch mit großem Maul und spitzen, nach hinten gebogenen Zähnen. Er lebt in Europa, Nordamerika und Teilen Asiens, wo er Fische, Frösche und Vögel jagt. Der beliebte Angel- und Speisefisch wird bis zu zwei Meter lang, 50 Kilogramm schwer und 20 bis 30 Jahre alt.

Hecht im Karpfenteich

Die Redewendung "Hecht im Karpfenteich"

Bei der Redewendung "Hecht im Karpfenteich" steht der Raubfisch im Mittelpunkt.

Wer als "Hecht im Karpfenteich" bezeichnet wird, der bringt Unruhe in eine langweilige, nicht sehr aktive Umgebung und übernimmt darin eine besondere oder führende Rolle.

Erklärung

Genauso verhält sich der Hecht in der Natur: Der Raubfisch jagt die trägen Karpfen hin und her, lässt sie nicht zur Ruhe kommen und sorgt damit für Unruhe im Teich. Der deutsche Historiker Heinrich Leo verglich im 19. Jahrhundert den französischen Kaiser Napoleon III. mit einem Hecht, da er als politischer Störenfried das Gleichgewicht der europäischen Kräfte störe. Dieses Bild griff 1888 Reichskanzler Otto von Bismarck auf, als er die Position Deutschlands zwischen den kriegerisch gesinnten Nachbarstaaten Frankreich und Russland beschrieb: "Die Hechte im europäischen Karpfenteich hindern uns, Karpfen zu werden".

Es zieht wie Hechtsuppe

Die Redewendung "Es zieht wie Hechtsuppe"

Die Redewendung "Es zieht wie Hechtsuppe" stammt aus dem Jiddischen.

Wenn es "wie Hechtsuppe" zieht, dann weht es ganz schön um die Ecke, es ist kalt und ungemütlich. Aber was hat eine Fischsuppe damit zu tun?

Erklärung

Die Redensart "Es zieht wie Hechtsuppe" hat nur auf den ersten Blick etwas mit Fisch oder einer Suppe zu tun. "Hechtsuppe" setzt sich aus den jiddischen Wörtern "hech" ("wie") und "supha" ("Sturm") zusammen. Wenn es also "wie Hechtsuppe" zieht, ist damit gemeint, dass es "wie ein Sturm" zieht.

Krokodilstränen weinen

Die Redewendung "Krokodilstränen weinen"

Die Redensart "Krokodilstränen weinen" hat seinen Ursprung in der griechischen Mythologie.

Alles Schauspielerei! Wer Krokodilstränen weint, vergießt keine echten Tränen der Trauer oder Rührung. Vielmehr heuchelt er seinem Gegenüber Gefühle vor. Dabei heult er nicht Rotz und Wasser, sondern verliert nur wenige Tränen. Genauso wenige, wie sie Krokodilen aus den Augen kullern können.
Warum vergießt aber jemand, der nicht wirklich traurig oder wütend ist, ausgerechnet Krokodilstränen?

Erklärung

Der Begriff der Krokodilstränen hat nach Ansicht des Ethnologen Lutz Röhrich seinen Ursprung in der griechischen Mythologie und erst einmal nichts mit Krokodilen zu tun. Dort weinten räuberische Wesen, die sogenannten "Harpyien", wie Kinder, um Menschen anzulocken, die sie dann verschlingen konnten. Im Mittelalter übertrug man die Fähigkeit des heuchlerischen Weinens auf Krokodile.

Dabei weinen Krokodile weder aus echter noch aus heuchlerischer Rührung oder Traurigkeit. Sie vergießen tatsächlich hin und wieder Tränen, allerdings aus biologischen Gründen. Zwischen dem Augenlid und der Schleimhaut des Krokodilauges sitzt die Hardersche Drüse. Sie sondert ein eiweißreiches und salziges Sekret ab. Diese Flüssigkeit dient als antibakterielle Schmiere und schützt das Auge des Reptils.

Sendungen über Redewendungen und Sprichwörter mit Tieren:


65