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Gesunde Nüsse Warum Nüsse ein gesunder Snack sind

Ihr knabbert als Snack zwischendurch gerne Nüsse und fragt euch, ob sie euch dick machen? Walnüsse oder Paranüsse enthalten tatsächlich viel Fett. Aber genau das macht Nüsse, Mandeln und Erdnüsse so gesund: ihr üppiger Gehalt an ungesättigten Fettsäuren.

Stand: 27.10.2023

Die Walnuss beispielsweise enthält prozentual so viele Omega-3-Fettsäuren wie mancher Seefisch. Da kann keine andere Pflanze mithalten. Omega-3-Fettsäuren schützen die Zellen des Organismus vor dem Angriff freier Radikale und sollen das Risiko für Krebs oder Gefäßleiden senken.

Nüsse regen die Verdauung an und schützen die Gefäße

Leckerer Schutz vor Herzinfarkt: Nüsse

Ebenfalls wichtig für unsere Gesundheit: die sogenannten sekundären Pflanzenstoffe. Substanzen, die eigentlich die Nuss vor dem Angriff von "Schädlingen" schützen sollen - und denselben Effekt auch im menschlichen Organismus haben. Nüsse enthalten außerdem Ballaststoffe, die die Verdauung anregen. Durch ihren hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren und Vitamin E "putzen" Nüsse auch die Gefäße, vor allem Hasel- und Walnüsse. Schon mit vier kleinen Portionen pro Woche senkt man das Risiko für einen Herzinfarkt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt bei täglichem Verzehr eine Handvoll, also circa 25 Gramm Nüsse.

Kinder, Schwangere und Stillende sollten auf Paranüsse verzichten

In Paranüssen ist Radium enthalten, weshalb sie für Kinder, Schwangere und Stillende nicht empfohlen werden.

Aber Vorsicht bei Paranüssen: Dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) zufolge sollten Erwachsene nicht zu viele Paranüsse essen - Kinder, Schwangere und Stillende gar keine. Diese könnten hohe Mengen an radioaktivem Radium enthalten. Paranussbäume wachsen in tropischen Regenwäldern Südamerikas. Dort gibt es Böden, die natürlicherweise große Mengen an Radium enthalten. Das radioaktive Element wird über die Wurzeln aufgenommen und gelangt so in den Baum bis in die Nüsse. Deshalb kann der Verzehr von Paranüssen zu einer höheren Strahlendosis führen. Bei Kindern, deren Knochen und Zähne noch im Aufbau sind, kann sich das Radium einlagern. Schwangere und stillende Mütter können das Radium an ihre Kinder weitergeben. Auch sonst sollten Paranüsse nur in Maßen gegessen werden: Isst ein Erwachsener über ein Jahr lang täglich zwei Paranüsse, kann das die jährliche Strahlendosis von rund 300 Mikrosievert, die ein Mensch durchschnittlich über die Nahrung aufnimmt, um 160 Mikrosievert erhöhen. Andere Nüsse gelten aber als unbedenklich.

Nüsse als Nervennahrung erhöhen die Leistungsfähigkeit

Nüsse sind Nervennahrung in Zeiten erhöhter Beanspruchung. Besonders wertvoll sind Nüsse auch für das Gehirn. Sie erhöhen die geistige Leistungsfähigkeit, denn sie enthalten Cholin und Lecithin - Bausteine von Botenstoffen, die unser Denkorgan für seine Arbeit braucht. Das haben auch Menschen erkannt, die besonders auf ein "aktives Denkorgan" angewiesen sind: Das sogenannte "Studentenfutter" besteht zu einem großen Teil aus Nüssen. Laut einer Studie von spanischen Wissenschaftlern aus dem Jahr 2023 kann das Risiko für Depressionen durch den regelmäßigen Verzehr von rund 30 Gramm Nüssen am Tag um 17 Prozent gesenkt werden.

Warum Nüsse beim Abnehmen helfen

Auch Eichhörnchen wissen den gesunden Snack zu schätzen.

Zunächst erscheint es paradox, denn Nüsse mit ihren 70 Prozent Fett sind eine Kalorienbombe. Doch gerade deswegen schaffen es die wenigsten Menschen, so viel davon zu essen, dass es sich auf der Waage bemerkbar macht. Außerdem zeigen Studien, dass das Fett in Nüssen vom Körper nicht gut aufgenommen werden kann. Gerade Mandeln, die genau genommen keine Nüsse, sondern die Kerne von Steinfrüchten sind, machen mit den Ballaststoffen in ihrer Haut satt, ohne sich auf die Hüften zu legen. Sie können sogar dabei helfen, gesund abzunehmen.

Achtung, Nüsse können Schimmelpilze bilden!

Den Spaß am gesunden Knabbern kann man sich verderben, wenn man wahllos zugreift. Denn bei Transport und falscher Lagerung können sich auf Nüssen giftige Schimmelpilze bilden. Verfärbte oder ranzig schmeckende Nüsse unbedingt wegwerfen.

Nüsse und Schalenfrüchte sind für Allergiker lebensgefährlich

Einen Nachteil gibt es: Nüsse und Schalenfrüchte wie Erdnüsse haben ein hohes Allergiepotenzial. Manche Menschen reagieren schon auf kleinste Spuren von Nussbestandteilen in der Nahrung dramatisch - mit Symptomen wie Atemnot und Kreislaufversagen. Das wirkt nicht nur dramatisch, sondern ist tatsächlich lebensgefährlich: Eine Nussallergie kann tödlich enden. Beim kleinsten Verdacht sollte ein Test auf Lebensmittelallergie beim Arzt durchgeführt werden.

Da derzeit noch keine standardisierte Hyposensibilisierung gegen Nüsse möglich ist, sollte man die Allergene strikt meiden. Deshalb ist es notwendig, die Deklaration auf Verpackungen genau zu lesen - und seien sie noch so klein geschrieben. Überlebensnotwendig für Allergiker ist es auch, immer einen Allergiepass und ein Notfallset dabei zu haben, also Cortisonspray oder -tabletten, Antihistamin und eine Adrenalin-Spritze.

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