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Meteore im September Noch schnell ein paar Sternschnuppen zählen!

Schnappen Sie sich eine Decke und Ihren Wunschzettel: Anfang September ist die letzte Gelegenheit, noch ein paar Sternschnuppen zu finden! Nur noch wenige Tage flitzen die Meteore, dann ist erst mal für lange Zeit Schluss.

Von: Heike Westram

Stand: 31.08.2022

Im Sommer wurden wir mit Sternschnuppen sehr verwöhnt, aber der Herbst lässt da leider zu wünschen übrig: Der September hat nur zwei kleine Meteor-Schauer zu bieten. Den Anfang machen die Aurigiden gleich in der Nacht auf den 1. September, Nachschlag gibt's gut eine Woche später von den September-Perseiden, diesmal allerdings leider im Mondlicht.

Aus dieser Richtung kommen die Aurigiden-Meteore

Gleich in der Nacht vom 31. August auf den 1. September erreicht der erste Meteorstrom seinen Höhepunkt: Die Aurigiden blitzen aus dem Sternbild Fuhrmann hervor. Der genaue Maximums-Zeitpunkt ist leider in diesem Jahr erst morgens nach Sonnenaufgang. Doch mit etwas Glück sehen Sie auch davor schon einige Sternschnuppen. Zumindest ist es in dieser Nacht richtig finster, denn der Mond geht schon am frühen Abend unter.

Doch der Radiant der Aurigiden, der Punkt, von dem die Sternschnuppen auszustrahlen scheinen, ist bei uns erst in den Morgenstunden in wirklich günstiger Höhe. Ab etwa elf Uhr nachts taucht bei uns der Fuhrmann über dem Horizont im Nordosten auf, von dem die Sternschnuppen auszustrahlen scheinen. Steht der Radiant noch so tief, können Sie nur wenige der Sternschnuppen auch tatsächlich sehen. Wirklich günstig fürs Sternschnuppenzählen steht der Fuhrmann bei uns erst gegen zwei Uhr nachts. Je später, umso besser. Mit siebzig Kilometern pro Sekunde sind die Aurigiden sehr flott. Manche ziehen sogar einen kleinen Schweif hinter sich her.

In Ausnahmejahren sensationell

So wirkt der Radiant

Meist sind von den Aurigiden auch zum Höhepunkt nur etwa zehn Schnuppen pro Stunde zu sehen. In Ausnahmejahren flitzen aber stündlich dreißig bis vierzig Schnuppen über den Himmel. 2007 schickte der Strom sogar sensationelle 130 Schnuppen in der Stunde. Im vergangenen Jahr waren es immerhin 70 pro Stunde. Für 2022 ist leider nichts dergleichen vorhergesagt. Doch einzelne Aurigiden können Sie etwa bis zum 5. September sehen.

Jahrtausendealter Kometendreck

Die Aurigiden werden von einer "Dreckspur" im Sonnensystem ausgelöst: Ihr sogenannter Mutterkörper ist der Komet "C/1911 N1 Kiess", der alle 2.500 Jahre die Sonne umkreist und dabei jedes Mal eine Schweifspur zurücklässt. In Sonnennähe war der Komet zuletzt im Jahr 1911, dabei wurde er auch erstmals entdeckt.

Sternschnuppen-Infos

Wie viel Sie sehen

Die maximalen Fallraten, in Fachliteratur als ZHR angegeben, sind eine theoretische Größe. Die könnten Sie dann sehen, wenn der Radiant eines Meteorschauers senkrecht über Ihnen im Zenit wäre. Ist er tiefer, sinkt die Zahl deutlich. 
Und: Etwa ein Drittel des Himmels können Sie mit dem Blick umfassen. Sternschnuppen außerhalb dieses Drittels entgehen Ihnen.

Was sind Sternschnuppen?

Kreuzt die Erde eine alte Schweifspur eines Kometen, bringen deren winzige Staubteilchen beim Eintritt die Erdatmosphäre zum Glühen: Aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit regen die Teilchen die Atome unserer Atmosphäre zum Leuchten an. Was Sie am Nachthimmel aufblitzen sehen, ist also meist nicht das Teilchen selbst, sondern nur ein "Leuchtkanal" - die Bewegungsspur der Sternschnuppe. Auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne begegnet die Erde immer wieder den gleichen Kometenspuren, daher treten viele Meteor-Schwärme periodisch zum gleichen Datum auf.

Meteor oder Meteorit?

Ein Meteor ist der Lichtstrahl, der entsteht, wenn ein Himmelskörper in die Erdatmosphäre eintritt und mit seiner kinetischen Energie deren Atome zum Leuchten anregt. Das Wort stammt vom griechischen metéōron ab, der "Himmelserscheinung". Den eintretenden Körper, der diese Leuchterscheinung verursacht, nennt man Meteoroid (gelegentlich auch Meteorid). Als Meteoriten werden die Bruchstücke bezeichnet, die tatsächlich am Erdboden anlangen.
Sternschnuppen werden von Körpern verursacht, die so klein sind (zwischen einem Millimeter und einem Zentimeter), dass sie vollständig in der Erdatmosphäre verglühen. Wir nehmen nur deren Lichtstrahl wahr: Meteore.

Eigentlich gibt es im September noch eine zweite Chance auf Sternschnuppen: Am 9. September erreichen die September-Perseiden ihren Höhepunkt. Doch daraus wird in diesem Jahr nichts. Der fast schon volle Mond stört die ganze Nacht mit seinem hellen Licht.

Mit ihren berühmten Namensvettern, den Perseiden im August, können die September-Perseiden allerdings sowieso nicht mithalten: Normalerweise sind selbst beim Maximum nur etwa fünf Sternschnuppen in der Stunde unterwegs. Nur in Ausnahmejahren wie 2008 oder 2013 gibt es Ausbrüche mit sehr großen und hellen Meteoren.

Sternschnuppen aus dem Perseus

Das Sternbild Perseus, in dem der Radiant der Sternschnuppen liegt, taucht im September ab etwa elf Uhr abends über dem Horizont im Nordosten auf. Die meisten Sternschnuppen eines Meteorschwarms sehen Sie aber erst, wenn der Radiant hoch am Himmel steht. Bei den September-Perseiden wäre das gegen Morgen.

Fotografieren lassen sich die September-Perseiden eher schlecht, nicht nur, weil relativ wenige Sternschnuppen über den Himmel ziehen. Es sind auch sehr schnelle Meteore, die mit mehr als sechzig Kilometern pro Sekunde übers Firmament flitzen.

Tipps zum Fotografieren von Sternschnuppen

Zeit, Geduld & Übung

Sternschnuppen

Sternschnuppen sind mit 35 bis 70 km/s ausgesprochen schnelle Objekte und daher schwer zu fotografieren. Bringen Sie Zeit und Geduld mit, um sich mit der Kamera erst einmal auf die Nachtfotografie "einzuschießen". Hier ein paar Tipps, falls Sie die Jagd mit der Kamera versuchen wollen.

Ausrüstung

Nachtfotografien müssen Sie so lange belichten, dass Sie die Bilder nicht mehr aus der Hand machen können.

  • Verwenden Sie Stativ und Fernauslöser (oder den Selbstauslöser), um die Bilder nicht zu verwackeln.
  • Sie benötigen eine Kamera, bei der Sie den Blitz ausschalten und Belichtungszeiten manuell einstellen können.
  • Benutzen Sie ein Objektiv mit möglichst kurzer Brennweite (Weitwinkel).

... und dann Licht, Licht, Licht

Sternschnuppen sind ausgesprochen lichtschwach. Um sie überhaupt abzulichten, hilft nur eins: So viel Licht wie möglich muss auf den Film! Die übrigen Objekte wie Bäume, Sterne etc. werden Sie damit überbelichten, allerdings sollte der Himmel dabei nicht allzu hell werden.

  • lange Belichtungszeiten wählen (bis zu 3 Minuten und mehr!)
  • Blende weit öffnen (kleine Blendenzahl)
  • hohe ISO-Werte einstellen

Wenn Sie auf Schnuppensuche in einer klaren Septembernacht unterwegs sind, dann nutzen Sie den Moment: Die Herbstbilder prangen jetzt unter den Sternbildern des Firmaments und das zarte Band der Milchstraße ist noch gut zu sehen.

Zeitangaben im "Sternenhimmel"

Auf- und Untergangszeiten für München

Alle Zeitangaben sind für den Standort München berechnet. Insbesondere bei Auf- und Untergangszeiten müssen Sie für andere Orte in Deutschland einige Minuten hinzuzählen oder abziehen.
Faustregel: Pro Längengrad ostwärts ziehen Sie vier Minuten ab, westwärts zählen Sie pro Grad vier Minuten dazu.
Die Abweichung pro Breitengrad ist dagegen abhängig von Jahreszeiten und Himmelsrichtung des beobachteten Objekts. Im extremsten Fall - etwa dem Sonnenaufgang im Winter - weichen die Zeiten im äußersten Norden Deutschlands um etwa eine halbe Stunde ab.


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