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Lyriden-Sternschnuppen im April Mond anheulen statt Sternschnuppen zählen

Im April flitzen eigentlich die Sternschnuppen der Lyriden über den Nachthimmel - in beachtlicher Zahl. In diesem Jahr werden Sie aber leider nichts davon sehen: Der Mond stört die ganze Nacht.

Author: Heike Westram

Published at: 28-3-2024

Februar und März waren schon arm an Sternschnuppen und das wird im April nicht besser. Eigentlich käme ein schöner Sternschnuppen-Schwarm zu Besuch: Der Meteorstrom der Lyriden ist in der zweiten Monatshälfte aktiv. Doch der Höhepunkt wird diesmal leider vom Mond verdorben.

Zum Höhepunkt der Lyriden-Sternschnuppen in der Nacht vom 21. auf den 22. April sind mehr als zwanzig Sternschnuppen pro Stunde am Nachthimmel unterwegs. Doch leider verdirbt helles Mondlicht vom frühen Abend bis in die späte Morgendämmerung jede Chance, Sternschnuppen zu zählen. Denn nur zwei Tage später ist Vollmond. Auch schon zur Monatsmitte, wenn die Lyriden ihre Aktivität beginnen und einzelne Sternschnuppen unterwegs sind, stört der Mond bereits bis in die frühen Morgenstunden.

Vormerken für den April 2025

Sternschnuppe

Nächstes Jahr sieht es besser aus: Dann geht zum Höhepunkt der Lyriden der abnehmende Mond erst weit nach Mitternacht auf und lässt Ihnen genügend Zeit, viele Sternschnuppen zu sehen. Wenn auch nicht morgens, was eigentlich der beste Zeitpunkt wäre.

Morgenstunden günstig für die Lyriden

Für die Lyriden-Sternschnuppen sind die Morgenstunden günstig. Denn der Radiant der Lyriden, von dem die Sternschnuppen auszuströmen scheinen, liegt im Sternbild Leier (lateinisch Lyra, daher der Name des Meteorstroms), nahe dessen hellstem Stern Wega. Dieses Sommer-Sternbild taucht im April erst gegen zehn Uhr abends über dem Horizont im Nordosten auf.

Von hier kommen die Lyriden

Gegen Mitternacht ist die Leier dann allmählich so hoch, dass der Radiant günstig für die Sternschnuppensuche steht. Je später, je besser: In den Morgenstunden sind die Bedingungen für die Lyriden normalerweise am besten, dann steht die Leier hoch im Südosten. Erst nach vier Uhr setzt die erste Morgendämmerung ein, ab fünf Uhr wird es allmählich zu hell für die Sternschnuppen. Aber auch 2025 werden, wie in diesem Jahr, die Morgenstunden vom Mondlicht erhellt.

So viele Sternschnuppen gäb's zu zählen

Scheinbarer Ausstrahlungspunkt eines Sternschnuppen-Regens

Zum Höhepunkt der Lyriden flitzen zwischen 14 und 23 Sternschnuppen pro Stunde übers Firmament. Dreißig Stunden vor oder nach dem Höhepunkt sind noch mindestens halb so viele unterwegs, manchmal auch länger. Diese Fallraten sind aber eher theoretisch: Sie gelten, wenn der Radiant genau senkrecht über Ihnen steht. Morgens um fünf Uhr ist das auch tatsächlich beinahe der Fall, wenn die Sternschnuppen langsam in der Dämmerung verblassen.

Manchmal ein überraschender Meteor-Sturm

Meteor-Sturm oder Sternschnuppen-Regen?

In manchen Jahren entfachen die Lyriden ein wahres Feuerwerk am Himmel: Entdeckt wurden diese Sternschnuppen erstmals im 7. Jahrhundert v. Chr. von einem chinesischen Beobachter, der glaubte, die Sterne fielen vom Himmel. 1922 brauste der Lyriden-Sturm mit hundert Schnuppen pro Stunde über den Himmel. Und auch 1982 etwa zählte man neunzig Sternschnuppen in der Stunde. Mit einer Geschwindigkeit von rund fünfzig Kilometern pro Sekunde sind die Lyriden recht flott unterwegs. Viele der Meteore ziehen zudem eine leuchtende Spur über den Himmel.

Sternschnuppen-Infos

Wie viel Sie sehen

Die maximalen Fallraten, in der Fachliteratur als ZHR (Zenithal Hourly Rate) angegeben, sind eine theoretische Größe. Die könnten Sie dann sehen, wenn der Radiant eines Meteorschauers senkrecht über Ihnen im Zenit wäre. Ist er tiefer, sinkt die Zahl deutlich. 
Und: Etwa ein Drittel des Himmels können Sie mit dem Blick umfassen. Sternschnuppen außerhalb dieses Drittels entgehen Ihnen.

Was sind Sternschnuppen?

Kreuzt die Erde eine alte Schweifspur eines Kometen, bringen deren winzige Staubteilchen beim Eintritt die Erdatmosphäre zum Glühen: Aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit regen die Teilchen die Atome unserer Atmosphäre zum Leuchten an. Was Sie am Nachthimmel aufblitzen sehen, ist also meist nicht das Teilchen selbst, sondern nur ein "Leuchtkanal" - die Bewegungsspur der Sternschnuppe. Auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne begegnet die Erde immer wieder den gleichen Kometenspuren, daher treten viele Meteor-Schwärme periodisch zum gleichen Datum auf.

Meteor oder Meteorit?

Ein Meteor ist der Lichtstrahl, der entsteht, wenn ein Himmelskörper in die Erdatmosphäre eintritt und mit seiner kinetischen Energie deren Atome zum Leuchten anregt. Das Wort stammt vom griechischen metéōron ab, der "Himmelserscheinung". Den eintretenden Körper, der diese Leuchterscheinung verursacht, nennt man Meteoroid (gelegentlich auch Meteorid). Als Meteoriten werden die Bruchstücke bezeichnet, die tatsächlich am Erdboden anlangen.
Sternschnuppen werden von Körpern verursacht, die so klein sind (zwischen einem Millimeter und einem Zentimeter), dass sie vollständig in der Erdatmosphäre verglühen. Wir nehmen nur deren Lichtstrahl wahr: Meteore.

Der Mutterkomet der Meteore

Die Lyriden stammen vom Kometen Thatcher (C/1861 G1), der alle 415 Jahre die Sonne einmal umkreist. Zuletzt war er im Jahr 1861 der Sonne nah.

Tipps zum Fotografieren von Sternschnuppen

Zeit, Geduld & Übung

Sternschnuppen

Sternschnuppen sind mit 35 bis 70 km/s ausgesprochen schnelle Objekte und daher schwer zu fotografieren. Bringen Sie Zeit und Geduld mit, um sich mit der Kamera erst einmal auf die Nachtfotografie "einzuschießen". Hier ein paar Tipps, falls Sie die Jagd mit der Kamera versuchen wollen.

Ausrüstung

Nachtfotografien müssen Sie so lange belichten, dass Sie die Bilder nicht mehr aus der Hand machen können.

  • Verwenden Sie Stativ und Fernauslöser (oder den Selbstauslöser), um die Bilder nicht zu verwackeln.
  • Sie benötigen eine Kamera, bei der Sie den Blitz ausschalten und Belichtungszeiten manuell einstellen können.
  • Benutzen Sie ein Objektiv mit möglichst kurzer Brennweite (Weitwinkel).

... und dann Licht, Licht, Licht

Sternschnuppen sind ausgesprochen lichtschwach. Um sie überhaupt abzulichten, hilft nur eins: so viel Licht wie möglich! Die übrigen Objekte wie Bäume, Sterne etc. werden Sie damit überbelichten, allerdings sollte der Himmel dabei nicht allzu hell werden.

  • lange Belichtungszeiten wählen (bis zu 3 Minuten und mehr!)
  • Blende weit öffnen (kleine Blendenzahl)
  • hohe ISO-Werte einstellen

Wenn Sie bei der Suche nach Sternschnuppen eine sternklare Nacht erwischt haben, dann bleiben Sie noch ein bisschen draußen: Denn jetzt erstrahlen am Nachthimmel endlich wieder die Sternbilder des Frühlings.

Zeitangaben im "Sternenhimmel"

Auf- und Untergangszeiten für München

Alle Zeitangaben sind für den Standort München berechnet. Insbesondere bei Auf- und Untergangszeiten müssen Sie für andere Orte in Deutschland einige Minuten hinzuzählen oder abziehen.
Faustregel: Pro Längengrad ostwärts ziehen Sie vier Minuten ab, westwärts zählen Sie pro Grad vier Minuten dazu.
Die Abweichung pro Breitengrad ist dagegen abhängig von Jahreszeiten und Himmelsrichtung des beobachteten Objekts. Im extremsten Fall - etwa dem Sonnenaufgang im Winter - weichen die Zeiten im äußersten Norden Deutschlands um etwa eine halbe Stunde ab.


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