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Sternschnuppen im Dezember Meteore der Geminiden und Ursiden flitzen

Jetzt in der staden Zeit lohnt der Blick in die Nacht: Sternschnuppen flitzen! Mehrere Schwärme streifen über den Himmel, darunter einer der schönsten des Jahres. Wir zeigen Ihnen, wann und wo Sie die meisten Schnuppen finden.

Von: Heike Westram

Stand: 01.12.2022

Geminiden-Sternschnuppen in der Nacht vom 13. auf den 14. Dezember 2020 vor den Sternbildern des Wintersechsecks, fotografiert von Martina Gees | Bild: Martina Gees

Im Dezember gibt es - neben ein paar schwachen Strömen - zwei bemerkenswerte Sternschnuppen-Schwärme: die Geminiden und die Ursiden. Und die Geminiden sind einer der schönsten Ströme des ganzen Jahres. Allerdings sind heuer die Bedingungen nicht optimal. Die Ursiden danach können Sie jedoch ohne jede Störung genießen - mehr dazu weiter unten.

Geminiden-Sternschnuppe

Zwei Wochen lang funkelt der wohl schönste Sternschnuppen-Schauer des Jahres am Dezemberhimmel: Die Geminiden kommen. Vom 4. bis zum 17. Dezember ist dieser Meteorstrom aktiv, mit täglich steigenden Fallraten. Zum Höhepunkt am Abend des 14. Dezember flitzen 150 Sternschnuppen pro Stunde über den Himmel. In manchen Jahren wurden auch schon rund 200 Geminiden pro Stunde gezählt, wie zuletzt 2011. Der genaue Maximums-Termin ist zwar schon nachmittags, doch der Geminiden-Höhepunkt ist sehr breit: Viele Stunden lang fällt die Höchstzahl an Sternschnuppen. Und die hellsten der Meteore tauchen sowieso erst nach dem Höhepunkt auf.

Geminiden-Sternschnuppen aus den Zwillingen

Die Geminiden sind ein sehr bequemer Schauer, denn Sie müssen nicht wie bei anderen Schwärmen den exakten Zeitpunkt des Maximums erwischen. Die maximalen Fallraten der Geminiden halten fast einen Tag lang an. Sie werden auch schon in der Nacht davor reichlich mit Sternschnuppen entlohnt, doch diese sind in der Regel nicht so hell. Auch nach dem Maximum funkelt es noch ein paar Nächte, aber mit schnell sinkender Zahl an Sternschnuppen.

Wann und wo Sie die meisten Zwillings-Sternschnuppen sehen

Bei einem Sternschnuppen-Schwarm gibt es immer zwei voneinander unabhängige Momente, die Einfluss darauf nehmen, wann die meisten Meteore zu sehen sind. Einerseits das eben beschriebene Maximum, zu dem die Erde auf den Hauptstrom des Schwarms trifft. Der andere Zeitpunkt ergibt sich jedoch daraus, aus welcher Region des Firmaments die Sternschnuppen kommen und wann in der Nacht diese sich möglichst hoch am Himmel befindet.

Der Radiant der Geminiden, der scheinbare Ausstrahlungspunkt der Meteore, liegt nah an Kastor, dem hellsten Stern im Sternbild Zwillinge. Von hier ziehen die Sternschnuppen über den ganzen Himmel. Günstig für uns in Deutschland, denn jetzt im Dezember erscheinen die Zwillinge schon vor sieben Uhr abends im Nordosten und steigen dann steil den Himmel empor.

Je später am Abend, umso günstiger steht der Geminiden-Radiant. Nach zehn Uhr flitzen die Sternschnuppen hoch aus dem Südosten daher. Seinen höchsten Punkt im Süden erreicht der Ausstrahlungspunkt der Sternschnuppen etwa um zwei Uhr. Dann stehen die Zwillinge fast im Zenit, senkrecht über Ihnen, und Sie können die meisten der Sternschnuppen auch wirklich sehen, die zu dem Zeitpunkt unterwegs sind.

Mond stört später am Abend

Leider taucht der Mond, nur sechs Tage nach Vollmond, schon sehr zeitig am Abend auf: Um 22.17 Uhr geht er im Osten auf, nur vier Handbreit unter dem Ausstrahlungspunkt der Sternschnuppen. Daher lohnt es sich diesmal eher, zwischen acht und zehn Uhr abends Sternschnuppen zu zählen. Der Himmel ist dann längst finster und der Radiant zumindest schon anderthalb Handbreit über dem Horizont. Nachdem der Mond aufgegangen ist, können Sie noch eine Zeitlang versuchen, sein Licht durch ein Haus oder Ähnliches abzublenden, wenn Sie einen geschickten Beobachtungsplatz wählen.

Von Jahr zu Jahr prächtiger

Seit die Geminiden 1880 zum ersten Mal als unscheinbarer Meteorschwarm auftauchten, hat sich die Zahl ihrer Sternschnuppen immer weiter gesteigert. Inzwischen gehört der Strom zu den spektakulärsten des ganzen Jahres - und zu den verlässlichsten. Mit einer Geschwindigkeit von 35 Kilometern pro Sekunde sind die Sternschnuppen eher langsam - da kann man sich seine Wünsche gut überlegen. Lange Schweifspuren sind bei den Geminiden selten, die Meteore wirken eher wie kurze Funken.

Von einem Steinklumpen stammend

Komet mit langem Schweif

Anders als viele Sternschnuppen, die von Kometen stammen, werden die Geminiden wohl von einem Asteroid verursacht: 3200 Phaethon. Dieses kosmische Steinklümpchen weckt seit Jahren bei Astronomen viel Interesse, denn normalerweise lösen Asteroiden keine Sternschnuppenschwärme aus.

Auch 3200 Phaethon ist ein Körper mit fester, steinerner Oberfläche - kein gutes Sternschnuppen-Material. Doch dieser Asteroid kreist extrem nahe um die Sonne, zeitweise weit näher als unser innerster Planet Merkur. Von den massiven Anziehungskräften der Sonne wird der kleine Steinklumpen stark durchgewalkt und förmlich geschreddert: Er zieht eine bröselige Spur aus kleinsten Materialteilchen hinter sich her - zukünftige Geminiden-Sternschnuppen an unserem Himmel.

Tipps zum Fotografieren von Sternschnuppen

Zeit, Geduld & Übung

Sternschnuppen

Sternschnuppen sind mit 35 bis 70 km/s ausgesprochen schnelle Objekte und daher schwer zu fotografieren. Bringen Sie Zeit und Geduld mit, um sich mit der Kamera erst einmal auf die Nachtfotografie "einzuschießen". Hier ein paar Tipps, falls Sie die Jagd mit der Kamera versuchen wollen.

Ausrüstung

Nachtfotografien müssen Sie so lange belichten, dass Sie die Bilder nicht mehr aus der Hand machen können.

  • Verwenden Sie Stativ und Fernauslöser (oder den Selbstauslöser), um die Bilder nicht zu verwackeln.
  • Sie benötigen eine Kamera, bei der Sie den Blitz ausschalten und Belichtungszeiten manuell einstellen können.
  • Benutzen Sie ein Objektiv mit möglichst kurzer Brennweite (Weitwinkel).

... und dann Licht, Licht, Licht

Sternschnuppen sind ausgesprochen lichtschwach. Um sie überhaupt abzulichten, hilft nur eins: so viel Licht wie möglich! Die übrigen Objekte wie Bäume, Sterne etc. werden Sie damit überbelichten, allerdings sollte der Himmel dabei nicht allzu hell werden.

  • lange Belichtungszeiten wählen (bis zu 3 Minuten und mehr!)
  • Blende weit öffnen (kleine Blendenzahl)
  • hohe ISO-Werte einstellen

Ausstrahlungspunkt der Ursiden

Sobald die Geminiden ihren Besuch beenden, lösen die Ursiden sie ab. Dieser Sternschnuppenschwarm ist vom 17. bis zum 26. Dezember zu sehen und scheint aus dem Sternbild Kleiner Bär (auch Kleiner Wagen) beim Polarstern am nördlichen Himmel zu kommen. Damit liegt der Radiant für uns günstig, denn der Kleine Bär ist bei uns die ganze Nacht lang sichtbar.

Kurzer, spitzer Höhepunkt der Ursiden

Mit nur zehn Meteoren pro Stunde zum Maximum am 22. Dezember abends um zehn Uhr sind die Ursiden eher ruhig. In manchen Jahren überraschen sie jedoch mit Fallraten von bis zu fünfzig Sternschnuppen in der Stunde. Bei den Ursiden sollten Sie die Uhrzeit genau einplanen, denn ihr Höhepunkt ist kurz und spitz, in den Stunden vor und nach dem Höhepunkt sind also weitaus weniger Sternschnuppen unterwegs.

Scheinbarer Ausstrahlungspunkt

Dafür stört in diesem Jahr der Mond überhaupt nicht: Am 23. Dezember ist Neumond.

Die Ursiden stammen vom Schweif des Kometen "8P/Tuttle", der alle 13,5 Jahre die Sonne umkreist. Im August 2021 war der Komet zuletzt der Sonne nah.

Zeitangaben im "Sternenhimmel"

Auf- und Untergangszeiten für München

Alle Zeitangaben sind für den Standort München berechnet. Insbesondere bei Auf- und Untergangszeiten müssen Sie für andere Orte in Deutschland einige Minuten hinzuzählen oder abziehen.
Faustregel: Pro Längengrad ostwärts ziehen Sie vier Minuten ab, westwärts zählen Sie pro Grad vier Minuten dazu.
Die Abweichung pro Breitengrad ist dagegen abhängig von Jahreszeiten und Himmelsrichtung des beobachteten Objekts. Im extremsten Fall - etwa dem Sonnenaufgang im Winter - weichen die Zeiten im äußersten Norden Deutschlands um etwa eine halbe Stunde ab.


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