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Planeten im Juni Venus und Mars am Abend, Saturn und Jupiter am Morgen

Die Venus hat jetzt im Juni ihre beste Zeit als Abendstern und ist das hellste Licht am Himmel. Mars ist dagegen kaum noch zu sehen. Morgens erscheinen Saturn und Jupiter. Tipps & Infos zu den Planeten im Juni mit Sternkarten und Bildern.

Von: Heike Westram

Stand: 30.05.2023

Collage der Planeten des Sonnensystems vor dem Sternenhimmel: Saturn, Merkur, Neptun, Venus, Mars, Uranus und Jupiter. | Bild: colourbox.com, NASA

Das hellste Licht am Sternenhimmel, dass Sie heute sehen können, ist kein Stern, sondern ein Planet: die Venus. Auch im Juni steht sie unübersehbar als "Abendstern" im Westen. Dicht bei ihr ist unser äußerer Nachbarplanet Mars zu finden, dem die Venus immer näher kommt. Doch beide gehen Abend für Abend früher unter. Es dauert bis in die frühen Morgenstunden, bis mit Saturn und später Jupiter die nächsten Planeten am Junihimmel erscheinen. Der Gigant Jupiter ist so hell, dass Sie ihn bis kurz vor Sonnenaufgang sehen können.

Das erste Licht, dass Sie im Juni erkennen werden, ist die Venus. Schon eine Viertelstunde nach Sonnenuntergang schält sie sich im Westen aus der Abenddämmerung. Denn die Venus ist mit einer scheinbaren Helligkeit von rund -4,4 mag nach Sonne und Mond das hellste natürliche Objekt am Sternenhimmel, viel heller als jeder Stern und jeder andere Planet. Anfang Juni wird sie gegen halb zehn Uhr abends sichtbar und ist bis kurz nach Mitternacht zu sehen. Ende Juni ist es erst kurz nach halb zehn Uhr abends dunkel gung, dann geht die Venus bereits kurz nach elf Uhr unter.

Venus erreicht ihren größten Abstand zur Sonne

Unsere innere Nachbarin im Sonnensystem errreicht am 4. Juni den Punkt ihrer Umlaufbahn, an dem sie aus unserer Sicht den größten seitlichen Abstand zur Sonne hat: die größte östliche Elongation, die diesmal mehr als 45 Grad beträgt. Die Venus steht für uns viereinhalb Handbreit links (östlich) der Sonne. Doch trotz dieses großen Abstands geht die Venus im Juni früher unter als noch im Mai, weil die Planetenebene (Ekliptik) jetzt abends immer flacher und flacher zum Horizont im Westen verläuft.

Venus und Mars abends im Juni

Links über der Venus können Sie im Juni noch einen zweiten Planeten finden. Mars ist allerdings mit seiner scheinbaren Helligkeit von rund 1,6 mag um rund sechs Größenklassen dunkler als die Venus und "nur" so hell wie ein hellerer Stern. Ihm macht die Abenddämmerung weitaus mehr zu schaffen, so dass er Anfang Juni erst nach zehn Uhr sichtbar wird, Ende Juni erst um zwanzig Minuten nach zehn Uhr. Auch die Dunstschicht am Horizont schränkt seine Sichtbarkeit ein, so dass Mars schon 15 bis 25 Minuten vor der Venus zu tief steht, um noch gefunden zu werden.
Anfang Juni sind Venus und Mars noch eine gute Handbreit voneinander entfernt, dann kommen sie sich langsam immer näher. Am Monatsende beträgt der Abstand zwischen beiden Planeten keine zwei Fingerbreit mehr.

Mondsichel dicht bei der Venus

Zum Sommeranfang zieht die junge Mondsichel an den beiden Planeten vorbei und bietet einen besonders hübschen Anblick in der Abenddämmerung. Wenn der Mond am 19. Juni erstmals nach Neumond auftaucht, ist er noch zweieinhalb Handbreit von der Venus entfernt, links unter ihrem strahlend hellen Punkt. Am folgenden Abend hat sich die Mondsichel auf anderthalb Handbreit genähert und am 21. Juni ist sie nur noch gut zwei Fingerbreit entfernt, rechts der Venus.

Pi mal Daumen: Maßnehmen am Firmament

Am folgenden Abend, dem 22. Juni, steht die Mondsichel dann zwei Fingerbreit von Mars entfernt, links über dem Planeten. Danach geht sie schnell auf Abstand: Schon am folgenden Abend bleibt Mars anderthalb Handbreit hinter dem flotten Mond zurück.

Ihre schönsten Planeten-Fotos

Nachdem Venus und Mars im Westen versunken sind, vergehen die zwei bis drei dunkelsten Stunden der Juninacht ohne Planeten. Doch um drei Uhr, Ende Juni schon um ein Uhr, taucht Saturn auf, der große Ringplanet. Sie finden ihn in Ostsüdost über dem Horizont. Wenn er sichtbar wird, ist er etwa eine Handbreit hoch und steigt in den folgenden Stunden im Südosten empor. Um 4.15 Uhr morgens löscht ihn allerdings das Licht der zunehmenden Morgendämmerung. Tagtäglich geht Saturn ein wenig früher auf und steht daher immer höher, wenn es ihm zu hell wird.

Saturn im Juni

Mit einer scheinbaren Helligkeit von 0,9 mag ist Saturn deutlich zu sehen, während das Sternbild Wassermann rings um ihn längst verblasst. Am 10. Juni ist der abnehmende Mond nur zwei Fingerbreit von Saturn entfernt und macht dem Planeten rechts darüber mit seinem Licht etwas zu schaffen.

Jupiter im Juni

Wenn Saturn um 4.15 Uhr im Morgenlicht verblasst, dann taucht Anfang Juni links unter ihm, etwa sechs Handbreit weit entfernt, noch ein Planet am Himmel auf: Jupiter. Der größte Planet im Sonnensystem ist so hell, das er erst gegen fünf Uhr morgens verblasst, wenn es nur noch eine gute Viertelstunde bis zum Sonnenaufgang ist. Wie Saturn geht auch Jupiter tagtäglich etwas früher auf, sodass er Ende Januar bereits gegen halb drei Uhr morgens sichtbar wird und schon hoch steht, wenn er um fünf Uhr am zu hellen Himmel unsichtbar wird.

Wenn Sie einmal zur rechten Zeit freie Sicht nach Osten haben, dann werden Sie Jupiter kaum übersehen können, denn nach der Venus ist Jupiter der zweithellste der Planeten. Mit -2,1 mag scheinbarer Helligkeit übertrifft Jupiter alle Sterne bei Weitem. Nur dem Mond muss er sich geschlagen geben, der ist noch weitaus heller - selbst die dünne Mondsichel, die morgens am 14. Juni keinen Fingerbreit von Jupiter entfernt ist.

Drei Planeten sind im Juni gar nicht zu finden: Neptun, Uranus und Merkur sind alle hinter der Sonne vorbeigezogen und stehen eigentlich am Morgenhimmel, rings um Jupiter verteilt. Doch für sie alle ist die Nacht zu kurz: Sie sind alle viel blasser als Jupiter. So tief am Horizont bleiben sie in der frühen Morgendämmerung unsichtbar.

Zeitangaben im "Sternenhimmel"

Auf- und Untergangszeiten für München

Alle Zeitangaben sind für den Standort München berechnet. Insbesondere bei Auf- und Untergangszeiten müssen Sie für andere Orte in Deutschland einige Minuten hinzuzählen oder abziehen.
Faustregel: Pro Längengrad ostwärts ziehen Sie vier Minuten ab, westwärts zählen Sie pro Grad vier Minuten dazu.
Die Abweichung pro Breitengrad ist dagegen abhängig von Jahreszeiten und Himmelsrichtung des beobachteten Objekts. Im extremsten Fall - etwa dem Sonnenaufgang im Winter - weichen die Zeiten im äußersten Norden Deutschlands um etwa eine halbe Stunde ab.


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