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Sterne & Sternbilder im Juni Giftiger Stachel, galaktische Schwingen

Laue Sommernächte laden zum Sternegucken ein. Das helle Sommerdreieck zieht mit einem Prachtstern herauf. Zwei Sternbilder breiten ihre Schwingen auf der Milchstraße aus. Und giftig und schön kriecht der Skorpion am Horizont entlang.

Von: Heike Westram

Stand: 28.05.2024 09:00 Uhr

Sternzeichen oder Sternbild?

Die astrologischen Sternzeichen beruhen noch auf der antiken Einteilung des Tierkreises in zwölf gleich lange Strecken und werden für Horoskope genutzt. Das Sternbild meint dagegen die tatsächlich aus den dazugehörigen Sternen am Himmel gebildete Figur - die astronomische Bezeichnung für eine bestimmte Sternengruppe.

Im Juni sind die Nächte so kurz wie nie: Der Sommer beginnt und die Nacht muss weichen. Sonnenuntergang ist erst nach neun Uhr, Sonnenaufgang schon kurz nach fünf. Es sind die Weißen Nächte - nördlich des Polarkreises geht die Sonne gar nicht mehr unter! Im Süden Deutschlands wird es im Juni erst nach Mitternacht tiefschwarze Nacht. Gegen zwei, drei Uhr morgens verblasst die Sternenpracht schon wieder. So bleiben immerhin noch gut zwei Stunden, in denen Sie auch die lichtschwachen Sterne und Planeten beobachten können. Dafür laden die lauen Sommernächte so recht dazu ein, unter den Sternen zu verweilen. Die typischen Sternbilder im Juni, ihre Sternkarten und Mythen und was in den Sternbildern zu finden ist, beschreibt die Bildergalerie oben im Detail.

Der hellste Stern am Himmel im Juni

Der hellste Stern, den Sie heute am Firmament sehen können, ist Arktur im Bärenhüter. Er ist der zweithellste Stern des ganzen bei uns sichtbaren Sternenhimmels. Wenn es im Juni halbwegs dunkel ist, steht Arktur hoch im Süden. In den frühen Morgenstunden sehen Sie sein wirklich auffallend helles Licht tief im Westen. Ein Stück weiter östlich leuchtet die Wega im Sternbild Leier. Sie ist nach Sirius und Arktur der dritthellste Stern über Deutschland.

Doch ab der Monatsmitte ist das hellste Licht am Junihimmel gar kein Stern, sondern der Planet Jupiter.

So sieht das Firmament im Juni etwa um Mitternacht aus:

Sternkarte für Juni

Wenn die Abenddämmerung um Mitternacht herum endet und der Himmel wirklich finster wird, steht das große Dreieck der Frühlings-Sternbilder tief im Südwesten, während das Sommerdreieck hoch im Südosten prangt. Bis die Morgendämmerung zwei Stunden später einsetzt, erreicht es seine höchste Position im Süden. Im Osten ist dann schon das Herbstviereck aufgegangen. Die Winter-Sternbilder bleiben in der kurzen Juninacht ganz verborgen.

Fast der ganze Tierkreis

Selbst in der kurzen Sommernacht können Sie noch viele Sternbilder des Tierkreises kennenlernen, die auch den astrologischen Sternzeichen zur Vorlage dienen: Anfang Juni sinkt gegen Mitternacht der Löwe dem Horizont im Westen entgegen, gefolgt von der großen Jungfrau. Die Waage steht genau im Süden, wo sie bald vom hübschen Sternbild Skorpion abgelöst wird. Im Südosten ist schon der Schütze zu sehen, mitten in der Milchstraße. Nach zwei Uhr gehen Steinbock und Wassermann auf. Ende Juni sind auch die Sternbilder Fische und Widder noch im Osten zu sehen, wenn die erste Morgendämmerung einsetzt. Nur die typischen Winterbilder Stier, Zwillinge und Krebs bleiben im Juni verborgen.

In den Tierkreisbildern erstrahlen meist auch ein paar besondere Lichter, die gar keine Sterne sind: Wir verraten Ihnen, welche Planeten jetzt zu sehen sind.

Zeitangaben im "Sternenhimmel"

Auf- und Untergangszeiten für München

Alle Zeitangaben sind für den Standort München berechnet. Insbesondere bei Auf- und Untergangszeiten müssen Sie für andere Orte in Deutschland einige Minuten hinzuzählen oder abziehen.
Faustregel: Pro Längengrad ostwärts ziehen Sie vier Minuten ab, westwärts zählen Sie pro Grad vier Minuten dazu.
Die Abweichung pro Breitengrad ist dagegen abhängig von Jahreszeiten und Himmelsrichtung des beobachteten Objekts. Im extremsten Fall - etwa dem Sonnenaufgang im Winter - weichen die Zeiten im äußersten Norden Deutschlands um etwa eine halbe Stunde ab.


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