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Sternschnuppen Funkelnder Meteorschauer

Blitzt eine Sternschnuppe am Himmel auf, handelt es sich meist nur um ein winziges Stück kosmischen Drecks: Ein Staubkorn tritt in die Erdatmosphäre ein. Ist es eine alte Kometenspur, dann gibt es einen Meteorstrom mit vielen Sternschnuppen.

Published at: 17-10-2022 | Archiv

Zum Höhepunkt eines Sternschnuppen-Regens flitzen besonders viele Meteore über den Nachthimmel. Einen der schönsten Meteorschauer bilden die Geminiden mit dem Höhepunkt am 14. Dezember. Hier eine Kompositaufnahme der Geminiden-Sternschnuppen, aufgenommen von Rudolf Dobesberger im Star Park Hohe Dirn in Österreich.
2015. | Bild: Rudolf Dobesberger

Sternschnuppen sind eine besondere Form der Meteore: Sie werden von Teilchen verursacht, die nur einen Millimeter bis einen Zentimeter groß sind - so klein, dass sie beim Eintritt in die Erdatmosphäre vollständig verglühen. Eigentlich spricht man auch nur dann von einer Sternschnuppe, wenn sie mit einer scheinbaren Helligkeit bis -4 mag aufleuchtet - so hell wie die Venus in ihren besten Zeiten.

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Bolide

Unter Sternschnuppen finden sich aber auch hellere Objekte, die als große Leuchtkugeln über den Himmel ziehen - Boliden genannt (von griech. "Geschoss").
Die "Schnuppe" kommt übrigens vom verkohlten Dochtrest, der von einer Kerze geputzt werden muss, - die Sternschnuppen wurden volkstümlich von den Sternen geputzt.

Viele Sternschnuppen treten einzeln auf - sporadische Meteore. Doch meist fallen sie uns dann auf, wenn sie als Schwarm über den Himmel ziehen.

Geminiden

Meteorschauer oder -ströme entstammen ursprünglich dem Schweif von Kometen, die auf ihrer Reise um die Sonne eine Spur aus Staub und Gestein hinterlassen. Auf ihrer Bahn kreuzt die Erde immer wieder Schweifrückstände, die dann am Himmel als Sternschnuppen verglühen. Daher treten die Schwärme periodisch auf, jährlich zur gleichen Zeit.

Periodische Meteorschauer mit hoher bis starker Aktivität
Nameaktiv von bisMaximumZHR
Quadrantiden1. - 5.1.3./4.1.120
Lyriden16. - 25.4.22.4.18
Eta-/η-Aquariden19.4. - 28.5.6.5.60
Delta-/δ-Aquariden12.7. - 19.8.28.7.20
Perseiden17.7. - 24.8.12.8.100
Orioniden2.10. - 7.11.21.10.23
Leoniden14. - 21.11.17.-19.11.20-150
Geminiden7. - 17.12.14.12.120
Ursiden17. - 26.12.22.12.10

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Sternschnuppenschwärme scheinen von einem bestimmten Punkt am Himmel auszuströmen - dem Radianten. Dabei treten die Schnuppen nicht genau an diesem Punkt in Erscheinung. Doch verlängert man ihre Spuren am Himmel, kreuzen sie sich im Radianten.

Radiant der Geminiden

Die sternförmige Verteilung am Himmel ist allerdings nur perspektivisch bedingt: In Wirklichkeit fliegen Sternschnuppen parallel zueinander. Das Sternbild, in dem der Radiant liegt, ist Namensgeber für den Schwarm - denn der Radiant eines Meteorschauers ändert sich auch über Jahre nur wenig. Der Radiant der Ursiden etwa liegt im Sternbild Kleiner Bär (Ursa minor), der der Geminiden im Sternbild Zwillinge (Gemini).

Jeder Sternschnuppenstrom ist anders: Manche zeichnen sich durch schnelle Schnuppen aus, andere durch viele Boliden, die bekanntesten Ströme aber vor allem durch sehr hohe Fallraten: Die ZHR (Zenithal Hourly Rate) gibt an, wie "lohnend" ein Strom ist. Damit wird die Anzahl an Schnuppen bezeichnet, die ihr in einer wirklich klaren, dunklen Nacht sehen könntet, wenn der Radiant genau im Zenit über euch wäre - ein theoretischer Wert. Liegt der Radiant eines Schwarms eher tief am Horizont, bei etwas diesigem Wetter und nicht völlig dunklem Himmel, werdet ihr weitaus weniger Schnuppen finden, als die ZHR angibt. Ströme mit geringer Aktivität haben zum Maximum eine ZHR von drei bis zehn Sternschnuppen pro Stunde. Doch die großen Ströme bringen es auf Fallraten von 120 bis 150 Meteore pro Stunde - da ist schon einiges am Himmel geboten!

Blick in den Nachthimmel


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