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Einfach mal Ausschlafen Wie ihr am Wochenende Schlaf tanken könnt

Zu wenig Schlaf kann auf Dauer krank machen - aber unter der Woche kommt man oft nicht dazu, gemütlich auszuschlafen. Da kommt das Wochenende wie gerufen. Aber lässt sich Schlafmangel dadurch ausgleichen?

Author: Franziska Konitzer

Published at: 20-12-2022

Symbolbild für Schlaf und Schlafen: Eine Frau schläft in einem Bett.  | Bild: www.colourbox.com

Unter der Woche kommt ihr zu nichts - und schon gar nicht dazu, auszuschlafen? Mit dem Problem seid ihr nicht alleine. Das heißt aber nicht, dass so ein Schlafdefizit eine gute Idee ist. Nur eine Stunde Schlafmangel pro Nacht hinterlässt ihre Spuren: Vielleicht seid ihr nicht nur müde, sondern auch gereizter, ängstlicher, unkonzentrierter und irgendwie verfressen. Wenn ihr ein paar Tage hintereinander jede Nacht eine Stunde zu wenig schlaft, ist euer Gehirn genauso schlecht beieinander als wenn ihr eine ganze Nacht durchgemacht hättet.

Da kommt das Wochenende doch wie gerufen: Endlich ist Zeit, den Wecker zu ignorieren und so richtig auszuschlafen. Ein Allheilmittel gegen den Schlafmangel unter der Woche ist das aber nicht

Wer am Wochenende länger schläft, lebt länger

Langfristiger Schlafmangel kann krank machen und sogar das Sterberisiko erhöhen. Wenn es nun aber unter der Woche partout nicht anders geht, als dass ihr euch nach zu wenig Schlaf aus dem Bett quält, könnt ihr zumindest den fehlenden Schlaf am Wochenende nachholen. Das zumindest besagt eine Studie des Stockholmer Karolinska Instituts.

In ihrer Studie erfassten die Forschenden die Schlaf- und Lebensgewohnheiten von fast 44.000 Menschen in Schweden. 13 Jahre lang verfolgten sie, welche Studienteilnehmer verstarben. Als Referenzwert für die optimale Schlafdauer nahmen die Forscher sieben Stunden. Ihre Auswertung zeigte: Menschen unter 65 Jahren, die jede Nacht fünf Stunden oder weniger schliefen, hatten im Studienzeitraum im Vergleich zu Personen, die sieben Stunden schlummerten, ein erhöhtes Sterberisiko. Laut der Forscher hatten Wenigschläfer dann kein höheres Sterberisiko, wenn sie zumindest am Wochenende lange schliefen. Daraus leiteten die Autorinnen und Autoren der Studie ab, dass sich ein Schlafdefizit ohne große gesundheitliche Nachteile am Wochenende ausgleichen lässt.

Schlaf am Wochenende nachholen hat auch Nachteile

Ein Mann schläft tagsüber auf einem Baumstamm.  | Bild: picture alliance / Bildagentur-online/Tetra Images- | Bildagentur-online/Tetra Images-Steve Smith zum Artikel Schlafrhythmus Wie viel Schlaf braucht ihr?

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Wenn ihr euer unter der Woche gesammeltes Schlafdefizit am Wochenende ausgleicht, tut ihr eurem Gemüt und eurem Sterberisiko wahrscheinlich etwas Gutes - aber das Schlummern am Wochenende ist kein Allheilmittel, wenn ihr allgemein nicht genug schlaft. Zudem kann sich euer Schlafrhythmus an den zwei Tagen verschieben. Wenn ihr am Sonntag bis 11.00 Uhr schlaft, ist euer Körper wahrscheinlich wenig erfreut, wenn ihr am Montag wieder pünktlich um 6.00 Uhr aus den Federn müsst. Stichwort: Montagsblues.

Schlafmangel schlägt nicht nur aufs Gemüt, sondern auch aufs Gewicht

Ohne Schlafmangel bleibt das Popcorn vielleicht unangerührt: Schlafmangel kann zu Gewichtszunahme führen, auch wenn ihr am Wochenende ausschlaft.

Angenommen, ihr schlaft an jedem Tag unter der Woche eine Stunde zu wenig und holt die verpassten Stunden dafür am Wochenende wieder rein: Dann müsste euer Schlafdefizit eigentlich ausgeglichen sein, oder? Doch so leicht lässt sich euer Körper leider nicht austricksen - und schickt euch prompt die Rechnung in Form eines metabolischen Durcheinanders: Ihr nehmt unter der Woche nach dem Abendessen mehr Kalorien zu euch, verbraucht weniger Energie und nehmt zu. Das zumindest besagt eine Studie: Die Probandinnen und Probanden, die am Wochenende ausschliefen, waren von diesen negativen Folgen des Schlafmangels unter der Woche genauso betroffen wie diejenigen Studienteilnehmer, die ihren Schlafmangel nicht ausgeglichen haben.

Schummeln beim Schlaf gilt nicht

Mit dem Schlaf ist es ein wenig so wie mit der Ernährung: Natürlich ist es gut, wenn ihr euch an zwei Tagen in der Woche gesund ernährt. Das reicht aber nicht, um die restlichen fünf Tage in der Woche auszugleichen, in denen nur Snacks, Süßkram und Fertignahrung auf dem Speiseplan stehen. Deshalb solltet ihr auch beim Schlaf darauf achten, dass ihr regelmäßig so viel schlaft, wie es euer Schlafbedürfnis verlangt.

Schlafbedarf hängt von Lebensumständen ab

Kinder brauchen mehr Schlaf als ihre Eltern. Fürs Ausschlafen lassen sich prinzipiell Menschen aller Altersklassen begeistern.

Ob ihr mehr oder weniger Schlaf braucht, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab: von der Jahreszeit, vom Alter oder vom Geschlecht. Frauen schlafen durchschnittlich etwas mehr als Männer. Ein neugeborenes Baby, ein neuer Beruf oder andere einschneidende Veränderungen im Leben spielen ebenfalls eine Rolle. Und auch wann ihr diesen Schlaf braucht, also ob euer Chronotyp einer Eule, einer Lerche oder einer Taube enspricht, ist genetisch festgelegt.

Vorschlafen bringt nur bedingt etwas

Wenn euch anstrengende Zeiten bevorstehen, ist es natürlich gut, wenn ihr ihnen ausgeschlafen begegnet. Wer im Voraus genug geschlafen hat, kommt auch besser in den nächsten ein bis zwei Tagen mit weniger Schlaf aus. Über einen längeren Zeitraum für kommende Belastungen vorzuschlafen, ist aber nicht möglich. Schlaf kann zwar am Wochenende teilweise nachgeholt werden - aber im Voraus tanken lässt er sich nicht.


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