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HIV vorbeugen Eine Spritze alle zwei Monate verhindert HIV

AIDS ist bis heute nicht heilbar und wird es in absehbarer Zeit auch nicht sein. Es gibt aber Methoden, eine Infektion im Vorfeld medikamentös zu verhindern. Hier hat die Forschung einen großen Sprung gemacht.

Published at: 1-12-2022

Ein Mensch wird geimpft | Bild: picture-alliance/dpa/Eibner-Pressefoto

Medikamente, die eine Ansteckung mit HIV verhindern, gibt es schon länger. Die sogenannte "PrEP" steht für Pre-Exposure Prophylaxis. Dass sie funktioniert, ist bewiesen. Momentan wird zur Vorbeugung einer HIV-Infektion eine Tablette verabreicht, die täglich eingenommen werden muss.  

HIV-Prävention: zweimonatige Spritze statt tägliche Pille

Anstelle der Tabletten kann man sich auch eine Spritze mit Depotwirkung verabreichen lassen. Dazu müssen die Wirkstoffe regelmäßig alle zwei Monate gespritzt werden. Die Depotspritzen gelten als effektiver als entsprechende Tabletten. Der große Vorteil der Spritzen ist, dass man nicht jeden Tag an seine Medikamente denken muss und auch nicht jeden Tag an die Tatsache der eigenen Infektion erinnert wird.

Die Depotspritzen gelten als gut verträglich. Anfangs macht sich der Einstich wie bei jeder Spritze bemerkbar, aber die Empfindlichkeit lässt bald nach. Sie tut dann kaum noch weh und macht sich ggf. einen Tag bemerkbar - wie nach einer Impfung.

Ein Nachteil ist, dass die Depotspritzen nur von spezialisierten Ärzten oder Ambulanzen verabreicht werden. Das ist für manche ein Pferdefuß. Denn wenn man normalerweise nur alle drei Monate zur Kontrolle muss, erhöht sich der Rhythmus bei der Spritze auf alle zwei Monate. Für jemanden, der weiter entfernt von seinem spezialisierten Arzt oder einer Ambulanz wohnt, könnte das ein Grund sein, sich gegen die Spritze zu entscheiden.

Postexpositionsprophylaxe - kurz PEP: Die "Pille danach"

Es gibt auch die Möglichkeit, sich im Nachhinein durch die Postexpositionsprophylaxe – kurz PEP – zu schützen. Bei der PEP werden für vier Wochen HIV-Medikamente eingenommen. Die Medikamente hindern HIV daran, sich im Körper festzusetzen, so die Deutsche AIDS-Hilfe. Betroffen können Menschen sein, bei denen der Schutz beim sexuellen Kontakt mit HIV-Positiven versagt hat – zum Beispiel ein gerissenes Kondom. Oder Ärzte und Ärztinnen, die sich mit Nadeln oder Skalpellen von Patienten geschnitten oder gestochen haben, die nicht in HIV-Therapie sind und eine hohe Viruslast haben. Auch für Frauen, die Opfer einer Vergewaltigung geworden sind, könnte so eine Behandlung relevant sein. Wichtig ist, die Behandlung schnellstmöglich zu starten.

"Am besten innerhalb von zwei Stunden, sonst möglichst innerhalb 24 Stunden, spätestens nach 48 Stunden. Ob eine PEP bis zu 72 Stunden (drei Tage) nach dem Risiko noch sinnvoll sein kann, ist umstritten."

 Deutsche AIDS-Hilfe.


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