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Reflexionsnebel Strahlender Staub mit eigenem Stern

Reflexionsnebel verbergen in sich, was sie so schön macht: Sterne, die in die Nebel eingebettet sind, strahlen die Gas- und Staubwolken an. Dieses Sternenlicht wird von den Nebeln reflektiert - daher ihr Name. Manche der Reflexionsnebel könnt ihr selbst entdecken.

Published at: 17-10-2022 | Archiv

Der Trifid-Nebel M20 oder Messier 20 im Sternbild Schütze, ein Emissions- und Reflexionsnebel | Bild: Markus Bauer

Reflexionsnebel sind wie alle Nebel große Wolken aus Gas und Staub: interstellare Materie innerhalb unserer Milchstraße. Genau wie Emissionsnebel bestehen auch Reflexionsnebel vor allem aus Wasserstoff und etwa einem Drittel Helium - den Grundstoffen des Universums - und ein bis zwei Prozent schwereren Elementen. Darunter sind Staubpartikel - so winzig wie in Zigarettenrauch.

Der große Unterschied zu den Emissionsnebeln liegt nicht im Reflexionsnebel selbst, sondern in den Sternen, die in ihn eingebettet sind: Bei Reflexionsnebeln sind die Sterne nicht so heiß, dass sie die Gase des Nebels selbst zum Leuchten anregen. Doch das Licht der Sterne wird von den Staubpartikeln des Nebels gestreut - reflektiert.

Einen blauen Schimmer

Nebel um Merope

Das Lichtspektrum eines Reflexionsnebels ist immer das des einstrahlenden Sterns. Meist erscheinen sie bläulich, denn blaues Licht wird besser gestreut (aus einem ähnlichen Grund erscheint der Himmel tagsüber blau). Ein typisches Beispiel, das ihr leicht selbst beobachten könnt, ist der Barnards-Merope-Nebel: Ein Reflexionsnebel um den Plejaden-Stern Merope. Aber auch einen rotscheinenden Reflexionsnebel könnt ihr unter günstigen Bedingungen sehen: Um den hellsten Stern des Skorpions, den Roten Überriesen Antares, leuchtet der Reflexionsnebel "Ced 132".

Mal mehr, mal weniger Reflexion

Am Firmament lassen sich Nebel manchmal nicht so klar trennen wie in der Theorie. Zum einen haben auch Emissionsnebel noch reflektierende Anteile. Zum andern kommen Reflexions- und Emissionsnebel oft miteinander vermischt vor: Solche Gemische werden auch als diffuse Nebel oder chaotische Nebel bezeichnet. Ein typisches Beispiel ist der berühmte Orionnebel. Der Staub, der bei Reflexionsnebeln so prächtig erstrahlt, führt in anderen Fällen zu absoluter Schwärze - die aber für den Beobachter ihren eigenen Zauber entfaltet: in Dunkelwolken.


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