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Die Milchstraße Unsere eigene Galaxie

In sehr klaren, dunklen Nächten könnt ihr die Milchstraße deutlich sehen: Als helles, wolkiges Band, das sich über den gesamten Himmel zieht. Es ist unsere eigene Galaxie, die ihr da seht - oder besser: ein Teil von ihr.

Stand: 17.10.2022 | Archiv

Milchstraße am Nachthimmel am Dreisessel im Bayerischen Wald | Bild: Patrick Hönl

Die alten Griechen sahen in der Milchstraße tatsächlich "verschüttete Milch", (gálaktos: griech. für Milch), von der Göttin Hera über den Himmel verspritzt, als sie beim Erwachen plötzlich Herakles an ihrem Busen trinken sah - den unehelichen Sohn ihres Göttergatten Zeus.

Galaxis oder Galaxie?

Im Sprachgebrauch hat sich "Galaxis" für die Milchstraße erhalten, während wir als "Galaxien" andere Sternsysteme bezeichnen. "Galaktisch" sind die Objekte oder Phänomene innerhalb der Milchstraße, alles außerhalb ist "extragalaktisch".

Band am Firmament

Milchstraße am Sternenhimmel

In Sommernächten könnt ihr das milchige Band besonders gut beobachten, dann steigt die Milchstraße fast senkrecht aus den Sternbildern Skorpion und Schütze am südlichen Himmel empor, durch den Schlangenträger hindurch, vorbei an Leier und Schwan, über das markante W der Kassiopeia bis zum Sternbild Perseus im Nordosten. 1609 erkannte Galileo Galilei - der erstmals durch ein Fernrohr in den Sternenhimmel blickte - die wahre Natur des milchigen, gut zwanzig Grad breiten Bandes: Es sind Sternballungsgebiete, durchsetzt mit hellen und dunklen Nebeln. Ihr seht in der Milchstraße einen kleinen Ausschnitt unserer Galaxie - das große Ganze bleibt verborgen, weil wir mittendrin stecken.

Die Milchstraße im Sommer und im Winter

Was für eine Galaxie ist die Milchstraße?

Modell der Galaxis

Wie andere Sternsysteme setzt sich die Milchstraße aus hundert Milliarden Einzelsternen zusammen. Unsere Galaxis ist eine Spiralgalaxie, diskusförmig mit einem dickeren Wulst ("bulge") im Zentrum. Ihr Durchmesser erreicht 100.000 Lichtjahre, dabei ist sie aber nur rund 3.000 Lichtjahre dick, im Zentrum sogar 16.000 Lichtjahre. Sie ist aus fünf lockeren Spiralarmen aufgebaut und ähnelt sehr unserer Nachbargalaxie, dem Andromedanebel. Beide gehören zu einer Galaxiengruppe, der Lokalen Gruppe. Unsere Sonne sitzt recht weit außen an einem der Arme: rund 26.000 Lichtjahre vom Zentrum der Milchstraße entfernt. Am Himmel seht ihr auf zwei dieser Spiralarme: Etwa beim Sternbild Schwan blicken wir an unserem eigenen, lokalen Spiralarm entlang, dem Orionarm. Den uns außen umgebende Perseusarm seht ihr in Richtung des Sternbilds Perseus. Das Sternbild Schütze liegt dagegen in Blickrichtung auf das Zentrum der Galaxie, deswegen erscheint hier das Band der Milchstraße auch breiter.

Verborgener Kern

Allerdings bleibt das Zentrum unserer Galaxis optisch immer vor uns verborgen: Zahlreiche Dunkelwolken versperren den Blick, zuviel interstellare Materie ist im Weg. Wer jedoch mit stärkeren Fernrohren ausgerüstet ist, kann viele galaktische Objekte in dieser Richtung ausmachen: Offene Sternhaufen und Nebel aller Art häufen sich hier, sind allerdings von südlicheren Gegenden als Deutschland besser zu beobachten. Daher ist die Milchstraße in Sommernächten auch weitaus heller - denn jetzt blicken wir Richtung Galaxienzentrum. Wenn dagegen im Winter Perseus hoch steht, blicken wir zum äußeren Rand der Galaxis.


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