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Vollmond im Februar Der Mond und seine Wanderung

Er ist immer derselbe, doch Nacht für Nacht sieht er etwas anders aus: unser Mond. Er wandert quer durch die Sternbilder übers Firmament - mal als Sichel, mal als Vollmond. Der aktuelle Mondkalender für Februar mit den Mondphasen und den schönsten Begegnungen.

Author: Heike Westram

Published at: 1-2-2024

Der Mond zeigt sich im Februar zunächst mit abnehmender Scheibe in der zweiten Nachthälfte und wandert zunächst durch die Frühlings-Sternbilder, anschließend durch die Sternbilder des Sommers. Die Mondsichel begegnet morgens der hellen Venus und verschwindet rund um Neumond für einige Tage. Am 11. Februar erscheint sie wieder in den Abendstunden und bleibt täglich länger. Sie zieht am großen Jupiter vorüber und streift das Siebengestirn im Stier, bevor sich der Mond dann mitten ins Wintersechseck platziert, einen Ring aus den hellsten Sternen des Nachthimmels. Vollmond ist am 24. Februar, und der ist bereits wieder bei den Sternbildern des Frühlings zu sehen.

DatumUhrzeitMondphase
03.02.2400.18 Uhrabnehmender Halbmond
09.02.2423.59 UhrNeumond
16.02.2416.01 Uhrzunehmender Halbmond
24.02.2413.31 UhrVollmond

Pi mal Daumen: Maßnehmen am Firmament

Anfang Februar ist der Mond erst in der zweiten Nachthälfte zu sehen, nach Mitternacht. In der Nacht vom 1. auf den 2. Februar geht er erst gegen halb ein Uhr nachts im Südosten auf. Eine knappe Handbreit rechts über dem Mond ist Spika, hellster Stern im großen Frühlingssternbild Jungfrau. Das können Sie aber erst erkennen, wenn der Mond mit seinem hellen Licht weitergezogen ist.

Denn auf seiner Runde um die Erde wandert der Mond aus unserer Sicht linkswärts, nach Osten, durch die Sternbilder und dabei der Sonne entgegen. Nacht für Nacht geht er so rund eine Stunde später auf, während seine Scheibe abnimmt.

In der Nacht auf den 3. Februar erscheint der Erdtrabant als abnehmender Halbmond nach halb zwei Uhr in der Waage, die er völlig überstrahlt. Hoch über ihm leuchtet hell Arktur im Sternbild Bärenhüter, der zweithellste Stern am Nordhimmel.

In den Morgenstunden des 5. Februar können Sie bis etwa halb sieben, sieben Uhr, solange es dunkel genug ist, versuchen, einen guten Fingerbreit rechts über der Mondsichel einen weiteren sehr hellen Stern auszumachen: Antares im Skorpion ist ein roter Überriese, eine gigantische Sonne, die irgendwann als Supernova explodieren wird.

Der Skorpion liegt so tief am Horizont, dass er bei uns immer nur den Kopf und Schwanz über den Horizont reckt - im Süden Deutschlands mehr als im Norden. Das hübsche Sternbild wird in den kommenen Monaten immer früher erscheinen, bis es im Sommer richtig gut zu sehen sein wird.

Mondsichel beim Planeten Venus

Vom 6. bis 8. Februar lohnt es sich besonders, in den Morgenstunden nach dem Mond zu sehen. Sie müssen dazu nicht besonders früh aufstehen, bis sieben Uhr ist es dunkel genug für diese Begegnung: Die Mondsichel wandert an der Venus vorbei, unserem inneren Nachbarplaneten.

Die Venus ist so hell, dass sie bis kurz vor Sonnenaufgang zu sehen ist, genau wie der Mond. Gegen halb sieben Uhr taucht sie tief im Südosten auf. Am 6. Februar ist der Mond noch zwei Handbreit von ihr entfernt, rechts von ihrem hellen Licht. Am Morgen darauf steht die Mondsichel eine knappe Handbreit rechts unter der Venus, und am 8. Februar noch ein bisschen näher links unter der Venus. Allerdings geht der Mond dann selbst erst nach sieben Uhr auf und ist nur noch unter perfekten  Bedingungen mit bloßem Auge sichtbar.

Ihre Bilder vom Mond

Die junge Mondsichel

Die folgenden Tage ist der Mond gar nicht mehr zu sehen. Am 9. Februar ist Neumond: Unser Begleiter wandert zwischen Sonne und Erde hindurch. Erst am 11. Februar taucht er wieder als schmale Sichel auf, allerdings jetzt abends im Westen. Sonnenuntergang ist an dem Abend gegen halb sechs Uhr, zwei Stunden später geht auch der Mond unter. Über ihm erstreckt sich das große, aber unscheinbare Sternbild Fische. Gut sichtbar rechts daneben sehen Sie das Herbstviereck mit dem Sternbild Pegasus, das mit seiner markanten Form auffällt.

Weil die Planetenbahn (Ekliptik), an der sich auch die Mondbahn orientiert, jetzt abends im Westen sehr steil zum Horizont verläuft, gewinnt der Mond allabendlich deutlich an Höhe. Denn auf seiner Runde um die Erde entfernt er sich jetzt immer weiter von der Sonne. Bei Sonnenuntergang steht er dadurch immer weiter östlich (links) und höher am Himmel, sein Untergang verspätet sich um gut eine Stunde und zwanzig Minuten pro Tag und seine Sichel wächst langsam an.

Mond bei Jupiter

Schon bald wird Ihnen über dem Mond ein extrem helles Licht auffallen: Jupiter wartet im Sternbild Widder. Am 13. Februar ist der Mond noch zwei Handbreit entfernt rechts unter Jupiter, am 14. Februar ist er schon auf drei Fingerbreit an Jupiter herangerückt. Dem größten Planeten im Sonnensystem macht das helle Mondlicht nichts aus. Nach Mond und Venus ist Jupiter das hellste natürliche Objekt am Nachthimmel. Am 15. Februar hat der Mond Jupiter passiert und steht links über dem Planeten, mit vier Fingerbreit Abstand.

Das Siebengestirn, ein Offener Sternhaufen

Der beleuchtete Anteil der uns zugewandten Mondhälfte ist deutlich gewachsen: Am 16. Febuar ist das erste Viertel erreicht, es ist zunehmender Halbmond. Wäre der Mond nicht so hell, könnten Sie rechts vom Mond, keinen Fingerbreit weit weg, das schöne Siebengestirn schimmern sehen. Merken Sie sich die Position zu der Uhrzeit und schauen Sie ein paar Tage später nochmal danach, es lohnt sich: Das ist ein Offener Sternhaufen, auch Plejaden genannt, der aus Tausenden von Sternen besteht. Etwa eine Handbreit links vom Mond steht das ausgeprägte V des Stierkopfs mit dem hellen Auge Aldebaran, einer der zehn hellsten Sterne am Nordhimmel. Am folgenden Abend, dem 17. Februar ist der Mond rechts über Aldebaran zu sehen, eine Handbreit entfernt.

Am 19. Februar steht der zunehmende Mond mitten im Wintersechseck - der hervorstechendsten Sternenkonstellation jetzt im Winter. Gebildet wird es aus den hellsten Sternen der Sternbilder Stier (rechts unter dem Mond), Orion, Großer und Kleiner Hund, Zwillinge und Fuhrmann (im Uhrzeigersinn). Hier sind etliche der hellsten Sterne zu finden, die der Sternenhimmel zu bieten hat: Sirius im Großen Hund als hellster Stern überhaupt, Kapella im Fuhrmann als vierthellster Stern des Nordhimmels, gefolgt von Rigel im Orion und Prokyon im Kleinen Hund: So umgibt das hell leuchtende Wintersechseck an diesem Abend den Mond.

Um neun Uhr abends steht der Mond am 19. Februar genau im Süden und sehr hoch, so hoch wie die Sommersonne. Ab kurz nach ein Uhr nachts zeigt er dann ein hübsches Detail der Mondoberfläche: den Goldenen Henkel. Wenn Sie ein Fernglas zur Hand haben, dann richten Sie es auf die Mondscheibe. Am Rande der unbeleuchteten Hälfte wird ein hoch liegender Kraterrand von der Sonne angestrahlt, der wie ein kleiner Tassenhenkel an der beleuchteten Mondhälfte haftet: Sonnenaufgang über dem sechstausend Meter hohen Jura-Gebirge des Mondes! Die Regenbogenbucht rechts darunter liegt dagegen noch im Schatten. Am ausgeprägtesten ist der Goldene Henkel in dieser Nacht gegen drei Uhr. Bis zum Monduntergang nach halb sechs Uhr morgens können Sie ihn sehen.

Abends am 20. Februar steht der Mond in einer Linie mit Pollux und Kastor, den hellsten Zwillingssternen. Die beiden dürften allerdings sehr mit dem Mondlicht zu kämpfen haben. Von hier wandert der Mond durch den kleinen und wenig hellen Krebs und wendet sich den typischen Sternbildern des Frühlings zu: Am 22. Februar zieht er vor dem Löwen her über den Nachthimmel. Allerdings ist die Mondscheibe schon so voll und hell, dass vom Löwen kaum etwas zu sehen sein wird. Auch der hellste Löwenstern Regulus, über dem der Mond in der folgenden Nacht steht, wird vom Mondlicht geschluckt.

Der genaue Vollmondtermin ist am 24. Februar schon tagsüber, um halb zwei Uhr mittags. Aber erst um Viertel vor sechs Uhr abends geht der Mond auf, ein paar Minuten vor Sonnenuntergang. Fast 14 Stunden lang steht der Vollmond am Himmel, bis er am 25. Februar um 7.40 Uhr untergeht, eine gute halbe Stunde nach Sonnenaufgang. Weil der Mond am folgenden Tag auf seiner elliptischen Bahn um die Erde den erdfernsten Punkt erreicht, ist der Vollmond ein bisschen kleiner als im Durchschnitt und auch etwas weniger hell.

Am 25. Februar steht der Mond fast mittig zwischen den Sternbildern Löwe und Jungfrau, der er sich dann zuwendet. Immer später erscheint er über dem Horizont: Am 26. Februar geht der Mond erst gegen acht Uhr auf, dann allabendlich eine gute Stunde später. Das lässt Ihnen ein wachsendes Zeitfenster am früheren Abend, in dem Sie Chancen haben, das Tierkreislicht zu sehen.

Der Mond wandert in den letzten Februarnächten am hellsten Stern der Jungfrau vorbei, der Spika. Damit ist er wieder ungefähr dort angelangt, wo er zu Monatsbeginn war.

Zeitangaben im "Sternenhimmel"

Auf- und Untergangszeiten für München

Alle Zeitangaben sind für den Standort München berechnet. Insbesondere bei Auf- und Untergangszeiten müssen Sie für andere Orte in Deutschland einige Minuten hinzuzählen oder abziehen.
Faustregel: Pro Längengrad ostwärts ziehen Sie vier Minuten ab, westwärts zählen Sie pro Grad vier Minuten dazu.
Die Abweichung pro Breitengrad ist dagegen abhängig von Jahreszeiten und Himmelsrichtung des beobachteten Objekts. Im extremsten Fall - etwa dem Sonnenaufgang im Winter - weichen die Zeiten im äußersten Norden Deutschlands um etwa eine halbe Stunde ab.


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