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Vollmond oder Mondsichel? Der Mond und seine Reise im Februar

Er ist immer der Gleiche, doch Nacht für Nacht sieht er etwas anders aus: unser Mond. Er wandert quer durch die Sternbilder übers Firmament - mal als Sichel, mal als Vollmond. Der aktuelle Mondkalender für Februar mit den Mondphasen und den schönsten Begegnungen.

Author: Heike Westram

Published at: 31-1-2023

Der Supermond im November 2016 geht hinter der Ruine Botenlauben in Bad Kissingen auf.  | Bild: Alexander Preyer

Anfang Februar steht der zunehmende Mond hoch oben in den Winterbildern am Sternenhimmel und ist die ganze Nacht zu sehen. Von hier wandert er ostwärts durch die Sternbilder Zwillinge und Krebs, bis er am 5. Februar als sehr kleiner Vollmond im Löwen erstrahlt. Nach Jungfrau und Waage erreicht der abnehmende Mond zur Monatsmitte das Sommer-Sternbild Skorpion. Inzwischen macht sich der Mond erst morgens bemerkbar und verschwindet zu Neumond am 20. Februar ganz. Ab dem 21. Februar zieht die junge Mondsichel abends im Westen am hellen Planetenpaar Venus und Jupiter vorüber. Danach wendet sich der Mond dem Mars zu, dem er in den letzten Februarnächten begegnet, erneut in den Winter-Sternbildern.

DatumUhrzeitMondphase
05.02.2319.29 UhrVollmond
13.02.2317.01 Uhrabnehmender Halbmond
20.02.2308.06 UhrNeumond
27.02.2309.06 Uhrzunehmender Halbmond

Wenn der Himmel am ersten Februarabend gegen 18 Uhr merklich dunkel wird, steht der schon recht volle Mond bereits hoch im Südosten. Unser Begleiter befindet sich gerade mitten im Wintersechseck, dessen hellste Sterne selbst im Mondlicht noch zu sehen sind. Zwei Handbreit rechts unter dem Mond leuchtet noch ein anderes Licht: unser Nachbarplanet Mars. Der Mond geht mittags auf und bleibt bis zum Morgen am Himmel.

Die kommenden zwei Nächte wandert der Mond ostwärts, nach links durch die Sternbilder und passiert dabei die Zwillinge. Am 3. Februar ist er ganz dicht bei den beiden hellsten Zwillingen Kastor und Pollux, die jedoch mit dem Mondlicht zu kämpfen haben, denn die Mondscheibe ist fast schon voll. Am Abend darauf zieht der Erdtrabant durch das kleine Sternbild Widder und überstrahlt es dabei. Tagtäglich erscheint er eine gute Stunde später am Himmel.

Vollmond über den Alpen

Am 5. Februar geht um 16.48 Uhr, eine gute halbe Stunde vor Sonnenuntergang, der Vollmond im Osten auf. Er zieht sehr hoch über den Himmel: Um ein Uhr nachts steht der Mond sechzig Grad (sechs Handbreit) hoch über dem Horizont im Süden - so hoch wie die Sonne mittags im August. Erst gegen halb neun Uhr morgens geht er am 6. Februar unter, wenn schon längst die Sonne am Himmel strahlt.

Kleinster und größter Vollmond

Es ist ein sehr kleiner Vollmond, denn tags zuvor hat der Mond auf seiner elliptischen Bahn um die Erde den größten Abstand zu uns erreicht: Mehr als 406.000 Kilometer ist der Mond dann von uns entfernt, gut 20.000 Kilometer mehr als im Durchschnitt. Den Unterschied in der Größe werden Sie dem Vollmond nicht ansehen: Er ist im scheinbaren Durchmesser etwa fünf Prozent kleiner als ein Durchschnitts-Vollmond. Aber er ist auch etwas weniger hell.

Ihre Bilder vom Mond

Pi mal Daumen: Maßnehmen am Firmament

Schon in der Vollmondnacht am 5. Februar zieht der Mond dem großen Löwe voran, ein Sternbild, das typisch für den Frühling ist. Sein hellster Stern Regulus ist an dem Abend noch eine Handbreit links vom Mond. Am 6. Februar ist der Mond an Regulus vorbeigezogen und links des Sterns. Da er nur zwei Fingerbreit entfernt ist, überstrahlt das Mondlicht Regulus weitestgehend.

Mehrere Nächte braucht der Mond, bis er durch den Löwen hindurchgewandert ist und beim nächsten Sternbild ankommt. Inzwischen geht unser Begleiter erst nach Sonnenuntergang auf - allabendlich eine gute Stunde später. Der beleuchtete Anteil seiner Scheibe nimmt langsam wieder ab.

Am 10. Februar hat er die Jungfrau erreicht und steht noch anderthalb Handbreit rechts über deren hellstem Stern Spika. Am Abend darauf überstrahlt er sie, denn er ist genau über ihr,  keine zwei Fingerbreit entfernt. Von hier zieht der Mond in den folgenden Nächten zur unscheinbaren Waage weiter. Dabei schrumpft er zum Halbmond.

Morgens am 14. und 15. Februar können Sie schon einen Blick auf den Sommer werfen, wenn Sie dem Mond folgen: Er befindet sich beim Sternbild Skorpion, das in den Sommernächten ganz typisch für den Abendhimmel werden wird. Jetzt im Februar erscheint es immerhin am Morgen schon wieder über dem Horizont im Süden, wo es bis etwa sechs Uhr gut auszumachen ist. Auch der Mond geht inzwischen erst in den frühen Morgenstunden auf, nach zwei bzw. drei Uhr. Am 14. Feburar befindet sich der abnehmende Mond knapp vier Fingerbreit rechts vom hellsten Skorpion-Stern Antares, am folgenden Morgen drei Fingerbreit links von ihm. Jede Nacht geht der Skorpion ein klein wenig früher auf als in der Nacht zuvor, bis er im Sommer bereits am Abend zu sehen ist.

Jeden Morgen erscheint die immer dünner werdende Mondsichel eine Stunde später im Südosten, während sie durch das Sternengewirr des Schützen zieht. Am 18. Februar können Sie bei einem sehr klaren Horizont vorerst letztmals einen Blick auf die Mondsichel werfen, allerdings nur kurz: Um 6.42 Uhr geht der Mond auf, nur eine gute halbe Stunde vor Sonnenaufgang. Die Sichel steht fast aufrecht am Horizont. Danach bleibt unser Begleiter eine Weile im Licht der Sonne verborgen, vor der er auf seiner Runde um die Erde am 20. Februar als Neumond vorbeiwandert.

Die junge Mondsichel

Schon am Tag nach Neumond taucht die Mondsichel erstmals wieder auf, abends im Westen: Am 21. Februar können Sie sie dort nach Sonnenuntergang finden, knapp über dem Horizont. Sie haben nicht viel Zeit: Gegen halb acht Uhr geht der Mond unter. Aber es lohnt sich!

Schauen Sie genau hin: Eine Handbreit über der Mondsichel gleißt die Venus als hellster aller Planeten. Und nur ein Stück darüber der zweithellste: Jupiter.

Mondsichel bei Venus und Jupiter

Abends am 22. Februar ist die Mondsichel fast mittig zwischen die beiden Planeten gerückt: Die Venus befindet sich etwa zwei Fingerbreit unter dem Mond, Jupiter ebensoweit über ihm. Die beiden Planeten werden an den kommenden Abenden immer dichter aneinander rücken und dadurch immer auffälliger werden, bis sie sich Ende Februar fast berühren.

Am 23. Februar ist die langsam zunehmende Mondsichel schon wieder deutlich auf Abstand gegangen: Jupiter liegt jetzt schon eine Handbreit hinter ihr, rechts unter der Mondsichel. Rechts der beiden können Sie dem Herbstviereck Pegasus beim Untergang zusehen.

An den kommenden Abenden wandert die zunehmende Mondsichel am kleinen Sternbild Widder vorüber und bleibt dabei tagtäglich eine gute Stunde länger sichtbar. Am 25. Februar dauert es schon bis nach halb ein Uhr nachts, bis sie untergeht.

Siebengestirn

Ende Februar sollten Sie dem Mond jeden Abend einen kurzen Blick gönnen, denn er hat noch ein paar sehenswerte Begegnungen: Das schöne Siebengestirn (Plejaden) schimmert am 25. Februar noch in einer guten Handbreit Entfernung über dem Mond. Am 26. Februar ist er diesem Offenen Sternhaufen auf nur einen Fingerbreit Abstand zu Leibe gerückt. Links über dem Mond strahlt Aldebaran, das helle Auge im Stier, in einer guten Handbreit Abstand. Und rechts über Aldebaran sehen Sie das helle Licht von unserem Nachbarplaneten Mars, etwa anderthalb Handbreit links über der Mondsichel.

Mond bei Mars im Stier

Am 27. Februar ist der zunehmende Halbmond nur noch gut zwei Fingerbreit von Mars entfernt. Der Stierkopf mit Aldebaran liegt jetzt etwa eine Handbreit unter ihm. Und am letzten Abend im Februar ist der Mond auch an Mars vorüber und steht drei bis vier Fingerbreit links über dem Planeten.

Hier befindet sich der Mond bei den Spitzen der Stierhörner, mitten im großen Wintersechseck, wo er Anfang Februar bereits zu sehen war. Seine Scheibe nimmt wieder deutlich zu und bleibt bis vier Uhr nachts am Himmel.

Zeitangaben im "Sternenhimmel"

Auf- und Untergangszeiten für München

Alle Zeitangaben sind für den Standort München berechnet. Insbesondere bei Auf- und Untergangszeiten müssen Sie für andere Orte in Deutschland einige Minuten hinzuzählen oder abziehen.
Faustregel: Pro Längengrad ostwärts ziehen Sie vier Minuten ab, westwärts zählen Sie pro Grad vier Minuten dazu.
Die Abweichung pro Breitengrad ist dagegen abhängig von Jahreszeiten und Himmelsrichtung des beobachteten Objekts. Im extremsten Fall - etwa dem Sonnenaufgang im Winter - weichen die Zeiten im äußersten Norden Deutschlands um etwa eine halbe Stunde ab.


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