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Venus eilt Jupiter entgegen Vier Planeten im Februar sichtbar

Vier Planeten sind im Februar abends zu sehen. Den Anfang macht die helle Venus tief im Westen. Sie rast auf Jupiter zu und erreicht ihn im Februar fast noch. Hoch über den beiden steht Mars. Auch Uranus ist zu finden - wenn man weiß, wie.

Author: Heike Westram

Published at: 31-1-2023

Drei sehr helle Planeten tauchen noch in der Abenddämmerung am Februarhimmel auf. Den Anfang macht die Venus, unser Abendstern. Schon kurz nach Sonnenuntergang wird sie sichtbar. Kurz darauf erscheint auch Jupiter. Anfangs sind die beiden Planeten noch weit voneinander entfernt, doch die schnelle Venus stürzt Jupiter entgegen und hat ihn Ende Februar schon fast erreicht. Hoch über den beiden steht Mars am Sternenhimmel. Und dazwischen versteckt können Sie den fernen Uranus finden, allerdings nur mit Hilfsmitteln.

Was die Venus so hell macht

Erst zum Ende des vergangenen Jahres hat sich die Venus wieder blicken lassen, am frühen Abend tief im Südwesten. Da war sie noch recht unauffällig. Jetzt im Februar macht sich die Venus schon deutlich bemerkbar: Sie wird immer heller und steht immer günstiger am Abendhimmel. Aus unserem Blickwinkel wächst ihr Abstand zur Sonne in diesem Monat auf drei Handbreit an. Dadurch steht sie jeden Abend bei Sonnenuntergang höher im Westen.

Venus schon kurz nach Sonnenuntergang sichtbar ...

Weil sie sich dabei auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne der Erde nähert, wird unsere innere Nachbarin im Sonnensystem auch immer heller: Die Venus erreicht inzwischen eine scheinbare Helligkeit von -4,0 mag - heller wird am Nachthimmel nur der Mond. Weil sie so hell ist, macht sie sich bereits etwa eine Viertelstunde nach Sonnenuntergang in der frühen Abenddämmerung bemerkbar: Anfang Februar ab 17.30 Uhr, am Monatsende ab 18.15 Uhr.

... und fast bis zum eigenen Untergang zu sehen

Die große Helligkeit führt auch dazu, dass die Dunstschichten am Horizont der Venus viel weniger ausmachen als anderen Planeten oder gar den Sternen: Sie können sie ist fast bis zu ihrem Untergang beobachten, je nachdem, wie klar der Himmel ist. Anfang Februar ist die Venus bis nach 19.00 Uhr auffindbar, wenn die letzte Dämmerung gerade endet.

Allabendlich geht die Venus etwa drei Minuten später unter und verbessert damit ihre Sichtbarkeit. Zwar geht auch die Sonne täglich später unter, aber eben nicht ganz so viel. Ende Februar können Sie die Venus bis 20.15 Uhr finden, da ist es dann schon eine halbe Stunde lang finster. Das lohnt sich: Nur selten ist die Venus auch am finsteren Himmel zu sehen, wo sie ihre Helligkeit voll entfalten kann. Die Venus alleine schickt etwa so viel Licht zur Erde wie alle Sterne des Himmels zusammen.

Venus und Jupiter

Links über der Venus ist ein weiteres sehr helles Licht zu sehen: Jupiter schält sich wenige Minuten nach der Venus aus der Abenddämmerung. Anfang Februar ist er vielleicht noch auffälliger als die Venus, denn auch der größte Planet im Sonnensystem ist enorm hell: Seine scheinbare Helligkeit ist mit -2,2 mag zwar um zwei Größenklassen geringer als die der Venus, aber Jupiter ist bei Weitem heller als jeder Stern. Und er steht anfangs viel günstiger als die Venus, hoch über ihr. So können Sie Jupiter Anfang Februar bis 21.40 Uhr sehen, danach versinkt er hinter dem Horizont. Da ist es schon lange richtig finster.

Pi mal Daumen: Maßnehmen am Firmament

Venus und Jupiter nähern sich jeden Abend etwa um einen halben Fingerbreit. Ende Februar ist die Venus keinen ganzen Fingerbreit mehr von Jupiter entfernt. Der steht jetzt zur gleichen Uhrzeit wesentlich tiefer als zu Monatsbeginn, die Venus dagegen viel höher. Jupiter ist jetzt nur noch bis etwa 20.25 Uhr zu sehen, einige Minuten länger als die Venus.

Auf der Innenbahn: Venus und Merkur

Aus unserer Sicht sind Jupiter und Venus auf gegenläufigen Bahnen: Jupiter nähert sich der Sonne immer mehr und wird in Kürze hinter ihr verschwinden, die Venus dagegen ist erst hinter der Sonne hervorgekommen und entfernt sich immer weiter von ihr. Zur scheinbar gegenläufigen Bewegung der beiden Planeten kommt es nur, wenn ein innerer und ein äußerer Planet sich am Sternenhimmel begegnen. In Wirklichkeit kreisen beide in der gleichen Richtung um die Sonne - der eine langsamer als die Erde, die andere schneller.

Mondsichel bei Venus und Jupiter

Am 22. Februar gesellt sich noch die ganz junge Mondsichel zu Venus und Jupiter und bildet mit dem Planeten-Paar ein ganz flaches Dreieck: Der Mond ist sowohl von Venus als auch von Jupiter nur je zwei Fingerbreit entfernt, die beiden Planeten haben noch fast vier Fingerbreit Abstand zueinander.

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Der rote Planet Mars

Am späteren Abend, wenn Venus und Jupiter im Westen untergegangen sind, ist nur noch ein heller Planet zu finden: Mars. Auch er wird schon in der frühen Abenddämmerung sichtbar, etwa ab 17.45 Uhr (Anfang Februar) bzw. 18.30 Uhr (Ende Februar). Doch Mars ist mit nur -0,2 mag scheinbarer Helligkeit lange nicht so auffällig wie die anderen beiden Planeten. Bis zum Monatsende fällt seine Helligkeit noch auf +0,4 mag.

Mars steht hoch im Süden, wenn der Himmel langsam dunkelt. Er ist so hoch wie die Sommersonne mittags: auf 67,3°, fast sieben Handbreit über dem Horizont.

Mars bei Stier und Siebengestirn

Mars und Uranus

Der Mars wandert gerade durch den Stier, eines der nördlichsten Tierkreisbilder. So werden die Sternbilder bezeichnet, durch die die Planetenebene (Ekliptik) scheinbar verläuft. Mars befindet sich an einer sehr hübschen Stelle am Firmament: Anfang Februar schimmert eine Handbreit rechts oder unter ihm (je nach Uhrzeit) das schöne Siebengestirn (Plejaden), etwa vier Fingerbreit entfernt links unter Mars leuchtet Aldebaran, der hellste Stern im Stier. Er ist das Auge im Stierkopf, der durch seine auffällige V-Form gut erkennbar ist.

Mars, unser äußerer Nachbar im Sonnensystem, rast aus unserer Sicht übers Firmament. Und das können Sie im Februar toll beobachten, denn sein Abstand zu den Plejaden wächst bis zum Monatsende auf zwei Handbreit an. Mars zieht ganz langsam auf die Spitze des rechten Stierhorns zu, den Stern Elnath, zweithellster Stern im Stier. Jetzt ist Mars schon fast in der Mitte des Wintersechsecks angelangt.

Seine schnelle Bewegung ostwärts über den Sternenhimmel verhindert aber nicht, dass Mars immer früher untergeht. Anfang Februar ist er noch bis etwa 3.10 Uhr hoch genug über dem Horizont, Ende Februar nur bis kurz nach 2.00 Uhr.

In den letzten Februarnächten wandert der zunehmende Mond an Mars vorüber. Am 27. Februar steht er als Halbmond zwei Fingerbreit rechts unter dem Planeten, am folgenden Abend vier Fingerbreit links über ihm.

Uranus im Teleskop

Zwei bis drei Handbreit rechts von bzw. unter Mars können Sie im Februar noch einen vierten Planeten entdecken, allerdings mit etwas mehr Mühe: Uranus versteckt sich dort. Sie werden für den fernen Planeten ein Teleskop oder zumindest ein lichtstarkes Fernglas mit Stativ brauchen. Uranus ist zwar mit einer scheinbaren Helligkeit von 5,7 mag theoretisch noch mit bloßem Auge sichtbar. Doch praktisch sind dafür die Bedingungen selten ideal genug.

Anfang Februar ist Uranus schon ab 19.00 Uhr auffindbar, Ende Februar ist es erst vierzig Minuten später dunkel genug. Sie finden Uranus links von bzw. unter dem markanten Bogen des Sternbilds Widder, rechts bzw. unter dem Siebengestirn (je nach Uhrzeit). Die Sternkarte zu Mars weiter oben zeigt auch die Position von Uranus. In den letzten Februarnächten ist der Mond zu nahe: Sein helles Licht überstrahlt Uranus und erschwert die Suche enorm.

Drei Planeten sind im Februar nicht zu sehen: Neptun befindet sich zwar anfangs noch kurz am Abendhimmel zwischen Jupiter und Venus, doch der ferne Gasriese ist zu lichtschwach und kann in der Dämmerung und so tief am Horizont kaum noch gefunden werden. Saturn, an dem die Venus im Januar vorbeigezogen ist, zieht hinter der Sonne vorbei und steht am 16. Februar in Konjunktion - aus unserer Sicht in einer Linie mit der Sonne. Und Merkur, der im Januar noch kurz morgens sichtbar war, wandert aus unserem Blickwinkel ebenfalls gerade hinter der Sonne vorbei.

Zeitangaben im "Sternenhimmel"

Auf- und Untergangszeiten für München

Alle Zeitangaben sind für den Standort München berechnet. Insbesondere bei Auf- und Untergangszeiten müssen Sie für andere Orte in Deutschland einige Minuten hinzuzählen oder abziehen.
Faustregel: Pro Längengrad ostwärts ziehen Sie vier Minuten ab, westwärts zählen Sie pro Grad vier Minuten dazu.
Die Abweichung pro Breitengrad ist dagegen abhängig von Jahreszeiten und Himmelsrichtung des beobachteten Objekts. Im extremsten Fall - etwa dem Sonnenaufgang im Winter - weichen die Zeiten im äußersten Norden Deutschlands um etwa eine halbe Stunde ab.


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